Selbstversorger.de
Tomate weiße Flecken

Weiße Flecken auf Tomatenblättern: was tun?

Braune und gelbe Blätter kommen bei Pflanzen öfter vor. Wenn sich aber weiße Flecken auf Tomatenblättern bilden, sind viele Hobbygärtner ratlos, woran das liegen könnte und wie sie reagieren sollen. Weiße Tomatenblätter können aber ein ernsthaftes Problem darstellen, das es zügig zu beheben gilt.

Sonnenbrand

Vor allem im Frühling, wenn die Temperaturen plötzlich stark ansteigen und die Tomatenpflanzen aus dem kühlen Gewächshaus ohne Gewöhnungszeit ins Freie gestellt werden, droht schnell ein Sonnenbrand. Des Weiteren sind Tomaten im Sommer Sonnenbrand-gefährdet, wenn die heiße, pralle Sonne auf sie scheint. Manchmal reichen schon wenige Minuten an einem vollsonnigen Standort aus. Die Tomatenblätter zeigen vielfach erst Stunden oder auch Tage später weiße Flecken.

Was tun bei Sonnenbrand?

Zeigen sich nur vereinzelt auf den Blättern weiße Flecken, kann der Tomatenpflanze mit einem Bad geholfen werden. Dazu ist wie folgend vorzugehen:

  • Tomaten sofort vor der Sonne schützen (umstellen oder falls eingepflanzt beispielsweise Sonnenschirm verwenden)
  • Reichlich gießen, aber keine Staunässe provozieren (Wasser darf nicht kalt sein – Zimmertemperatur ist ideal)
  • Betroffene Tomatenblätter abschneiden (erholen sich in der Regel nicht und verbrauchen nur unnötig Nährstoffe, bevor sie abfallen)
  • Restliche Blätter mit kalkfreiem, handwarmem Wasser besprühen
  • Wenn überhaupt, dann nur leicht ausgeizen
  • Unbedingt für zwei bis drei Tage für einen halbschattigen oder schattigen Standort sorgen, bis sie „abgekühlt“ ist
  • Natürlichen Braunalgenextrakt oder andere Pflanzen stärkende Dünger lassen die Tomatenpflanze schneller von dem Sonnenbrand erholen

TIPP: Tomaten benötigen zum Gedeihen und zur Fruchtbildung viel Licht, aber keine heiße Direktsonne. Vor allem junge Pflanzen sterben schnell am Sonnenbrand. Deshalb gilt: immer langsam an das Sonnenlicht und höhere Temperaturen gewöhnen.

Echter Mehltau (Erysiphaceae)

Mehltau auf Blatt

Eine weitere Ursache für weiße Flecken auf den Blättern von Tomatenpflanzen kann auf einem Befall mit Echtem Mehltau basieren. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung. Die Flecken bilden sich weniger direkt im Blatt, sondern entstehen durch einen weißen, puderigen Flaum, der leicht mehlartig wirkt. Betroffene Tomatenblätter fühlen sich klebrig an. Erst nur als weiße Flecken vorhanden, können sich diese weitläufig bis hin zu den Stielen ausbreiten. Vor allem im Frühjahr steigt das Risiko für Tomatenblätter, an diesem Pilz zu erkranken. Eine Bekämpfung ist unabdingbar.

Wie Echten Mehltau loswerden?

In der Regel ist dies recht einfach mit einem simplen Hausmittel zu erreichen: mit einer Seifenlauge. Diese Bekämpfungsmaßnahme empfiehlt sich, weil sie umweltschonend ist, effektiv wirkt, unbedenklich für den Tomaten-Verzehr ist und so gut wie nichts kostet. Die Herstellung und Anwendung erfolgt wie beschrieben:

  • Auf einen Liter Wasser rund 100 Milliliter Schmierseife geben (Schmierseife sollte frei von Zusatz- oder Duftstoffen sein)
  • Gut miteinander vermengen und in ein Sprühbehältnis füllen
  • Tomatenpflanze anschließend vollständig tropfnass mit der Lauge einsprühen
  • Bei starkem Befall mit einem in die Lauge getauchten Lappen die Pilzbeläge abwischen
  • Für rund drei Tage täglich wiederholen
  • Am Ende Pflanze gut mit klarem Wasser abspritzen, damit Laugenreste abfließen

TIPP: Alternativ kann anstelle von Schmierseife auch ein Stück herkömmlicher Seife ohne Zusatz- und Duftstoffe in ein Wasserbad eingetaucht werden. Wenn das Wasser stark durch die Seife getrübt ist, kann sie angewendet werden.

Spinnmilben (Tetranychidae)

Ab Frühjahr sorgt ein Spinnmilben-Befall immer wieder für weiße Flecken auf Tomatenblättern. Zeigen sich klitzekleine weiße Punkte darauf, sind dies vermutlich die Spinnmilben. Sie ernähren sich von dem Pflanzensaft und entziehen dadurch jedem Tomatenblatt auch die Grünfärbung. Um die Saugpunkte herum bilden sich anfangs gelbliche und später bis ins Weiße übergehende Flecken. Weitere Erkennungsmerkmale sind:

  • Verkümmerte Blattbildung
  • Ältere Blätter deformieren sich
  • Weiße, klebrige Gespinste
  • Tomatenblätter vertrocknen schließlich
  • Auf den Blattunterseiten krabbeln die hellen Spinnmilben

Bekämpfen

Spinnmilben mögen und vertragen keine Feuchtigkeit, weshalb sie überwiegend nur bei trockener und warmer Witterung aktiv sind. Um sie effektiv zu bekämpfen, ist ihre Abneigung gegen Feuchtigkeit folgendermaßen zu nutzen:

  • Tomatenblätter kräftig abduschen (vor allem die Blattunterseiten nicht vergessen)
  • Lichtdurchlässige Folie/Plastiktüte über die ganze Pflanze stülpen/spannen
  • Auf dem Pflanzboden Folie/Tüte mit Steinen oder Ähnlichem befestigen
  • Sollte einigermaßen luftdicht sein, damit die Feuchtigkeit innen hoch bleibt
  • Für drei Tage so belassen
  • Folie/Tüte abnehmen
  • Sollten noch Spinnmilben zu sehen sein, Vorgang nochmals wiederholen

Spinnmilben

Thripsen/Fransenflügler (Thysanoptera)

Bei Thripsen handelt es sich um kleine Fluginsekten, deren Schadbild stark dem durch Spinnmilben verursachten, gleicht. Zu unterscheiden sind die Parasiten am deutlichsten durch ihren länglichen Körperbau, der bei Spinnmilben rundlich ist. Auch sie ernähren sich durch den Pflanzensaft in den Blättern. Sie hinterlassen helle, weißliche bis silberne Saugspuren. Diese können bei älteren Blättern bis ins Braune gehen und sie schließlich abtrocknen lassen.

Wie bekämpfen?

Thripsen sollten so schnell wie möglich bekämpft werden, weil sie sich rasant vermehren und natürlich auch auf andere Pflanzen in der Nachbarschaft übergehen. Sind die Tomaten in einem Kübel kultiviert, sollten sie von anderen Pflanzen isoliert werden. Eine wirkungsvolle Bekämpfung kann wie folgend beschrieben und mit Hilfe eines Hausmittels erfolgen:

  • Seifenlauge wie unter „Echter Mehltau“ herstellen
  • Zwei Esslöffel Olivenöl hinzufügen (verklebt die Atmungswege)
  • Tomatenblätter und Stiele kräftig mit dem Laugen-Gemisch besprühen
  • Täglich wiederholen
  • Je nach Umfang des Befalls sollten nach spätestens einer Woche keine Thripsen mehr vorhanden sein
  • Alternative: Aufstellen von Blautafeln aus dem Fachhandel

Tomatenminiermotten und -fliegen (Tuta absoluta)

Diese Art von Schädlingen sind häufig schuld, wenn Tomatenblätter weiße Flecken aufweisen. Motten legen ihre Eier in den Blättern ab. Die Larven fressen sich anschließend quasi durch die Blätter hindurch. Zu erkennen ist die Anwesenheit von Tomatenminiermotten an folgenden Details:

  • Körpergröße: zwischen drei und sechs Millimeter
  • Farbe: grau
  • Dunkle Flecken an den vorderen Flügeln
  • Nachtaktiv
  • Eier meist an den Blattunterseiten
  • Verminderte Fruchtbildung
  • Schnelles Voranschreiten des Befalls, rasante Vermehrung
  • Helle, weiße Flecken als Fressspuren auf den Blättern

Das kann getan werden

Neben einer Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln, kann die sogenannte Pheromonfalle eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine Klebefalle, die durch integrierte Lockstoffe die Tomatenminiermotten anziehen und diese schließlich auf einer Klebefläche festhaften, wo sie dann verenden.

Eine andere Möglichkeit bietet die Verwendung von natürlichen Fressfeinden. Dazu zählen beispielsweise Schlupfwespen, welche Tomatenmaniermotten in Massen verspeisen.