Kann man Maden in Kirschen mitessen? | Ärgernis Kirschfruchtfliege

Maden in Kirschen

Aromatische, süße Kirschen schmecken am besten frisch vom Baum. Was aber tun, wenn die saftigen Früchte voller winziger, weißer Maden sind? Falls es Ihnen nichts ausmacht, können Sie die Larven der Kirschfruchtfliege bedenkenlos mitessen. Für das nächste Jahr sollten Sie jedoch geeignete Maßnahmen ergreifen und einem erneuten Befall vorbeugen.

Maden in Kirschen bedenkenlos mitessen

Grundsätzlich können Sie die weißen Larven bedenkenlos mitessen, was Sie höchstwahrscheinlich ohnehin schon oft ohne Ihr Wissen getan haben – die Tierchen sind nämlich, sofern sie nur vereinzelt in den Kirschen stecken, praktisch ohne jeden Geschmack. Somit schmecken Kirschen, ob nun mit oder ohne Fleischeinlage, trotzdem lecker, saftig und süß. Auch schwangere Frauen können sie problemlos mitessen, das hat absolut keine Folgen für das ungeborene Kind.

So entfernen Sie die Maden

Nun sind Maden in Kirschen nicht jedermanns Sache und so mancher schüttelt sich bei dem Gedanken, lebende Tiere zu essen. Auch lassen sich derartig kontaminierte Früchte nicht auf dem Markt verkaufen. Mit einem Trick entfernen Sie sie jedoch aus dem Obst und können dieses anschließend zum Einkochen von Marmelade oder für Säfte, zum Einfrieren oder zum Backen verwenden:

Maden in Kirschen

  • Kirschen in eine tiefe Schüssel füllen
  • mit kaltem Wasser auffüllen
  • Schüssel etwa eine halbe Stunde stehen lassen
  • Maden kriechen nun aus den aufquellenden Früchten
  • Tiere absammeln, Wasser abgießen
  • Anwendung zwei bis drei Mal wiederholen

Anschließend dürften nur noch vereinzelt Larven im Obst vorhanden sein. Alternativ können Sie die Früchte auch aufschneiden und die Fliegenlarven händisch mit der Messerspitze entfernen. Allerdings macht diese Methode nur unnötig viel Arbeit.

Kirschfruchtfliege bekämpfen und vorbeugen

Die lästigen Fliegenlarven werden Sie am besten los, indem Sie sie jedes Jahr aufs Neue bekämpfen und durch entsprechende Maßnahmen vorbeugen. Giftige Pflanzenschutzmittel sind im Selbstversorgergarten wenig sinnvoll, zudem dürfen Sie diese gemäß der geltenden gesetzlichen Bestimmungen seit einigen Jahren auch nicht mehr einsetzen. Mit der genauen Kenntnis der Biologie und des Lebenszyklus der Kirschfruchtfliege lässt sich der Befall jedoch gezielt eindämmen.

1. Frühreifende Kirschsorten selten befallen

Sofern Sie noch keinen Kirschbaum angepflanzt haben bzw. eine Neuanpflanzung planen, lohnt sich der Anbau von früh reifenden Sorten. Kirschfruchtfliegen legen ihre Eier nämlich nur in Früchte ab, die im Zeitraum zwischen Ende Mai und Anfang Juni sich allmählich gelb bis hellrot färben. Ist das Obst dagegen in seinem Reifungsgrad bereits weiter fortgeschritten und besitzt eine dunklere Färbung, bleibt es von den Schädlingen verschont. Frühe Süßkirschen reifen sogar schon ab der ersten Juniwoche, so dass Sie sich über garantiert madenfreie Früchte freuen können. Sehr gut für den Anbau im Obstgarten geeignet sind Sorten wie:

Kirschbaum

  • ‚Burlat‘: alte Herzkirschensorte mit dunkelroten Früchten, Reifung in der zweiten Kirschwoche
  • ‚Earlise‘: sehr frühe Reifung in der ersten und zweiten Kirschwoche
  • ‚Früheste der Mark‘: sehr alte Herzkirschensorte, eine der frühesten Sorten, reift in der ersten Kirschwoche
  • ‚Geisepitter‘: alte Herzkirschensorte, Reifung in der ersten und zweiten Kirschwoche
  • ‚Kassins Frühe‘: alte, dunkelrote Herzkirschensorte, Reifung in der ersten und zweiten Kirschwoche
  • ‚Teickners Schwarze Herzkirsche‘: alte, sehr dunkle Herzkirschensorte, reift in der zweiten Kirschwoche

Tipp: Aufgrund der Fixiertheit von Kirschfruchtfliegen auf die Farbe Gelb sollten Sie von gelb- oder hellfruchtigen Sorten Abstand nehmen.

2. Eiablage verhindern

Da die Fliege ihre Eier direkt in die Früchte ablegt, können Sie sie mit Hilfe eines feinmaschigen Schutznetzes daran hindern. Verwenden Sie unbedingt ein Fliegenschutznetz, denn Vogelschutz- und andere Netze sind für die winzigen Fliegen zu grobmaschig. Die Schädlinge fliegen einfach hindurch. Diese Maßnahme ist allerdings bei den meist sehr groß werdenden Süßkirschen kaum durchzuführen, weshalb Sie bei Neuanpflanzungen auf schwachwüchsige Unterlagen veredelte Sorten zurückgreifen sollten. Hier bleiben die Bäume deutlich kleiner und können dann Jahr für Jahr abgedeckt werden.

3. Einsatz von Gelbtafeln

Wie bereits erwähnt, wird die Kirschfruchtfliege durch gelbe Farbe angelockt, da diese reifende Früchte signalisiert. Daher können Sie einen Madenbefall eindämmen, indem Sie zur Zeit der Eiablage Gelbtafeln – dabei handelt es sich um gelbe, mit Leim bestrichene Tafeln – in die Baumkrone sowie in die äußeren Zweige hängen. Allerdings bleiben nicht alle Fliegen an den Leimtafeln hängen, so manches Insekt wird trotzdem zielgerichtet die Kirschen anfliegen und ihre Eier darin ablegen. Vor allem in größeren Bäumen dienen Gelbtafeln eher der Befallsmessung als der Vorbeugung bzw. Bekämpfung.

Tipp: Viele Insekten reagieren auf die Farbe Gelb, weshalb nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge sich auf den klebenden Tafeln verfangen. Hängen Sie diese daher mit dem Erntebeginn wieder ab, schließlich legen die Fliegen ihre Eier in den reifen Früchten nicht mehr ab.

4. Verpuppung der Larven verhindern

Die Larven der Kirschfruchtfliege überwintern nicht im Baum, sondern im Boden. Aus diesem Grund fallen die reifenden, faulenden Kirschen schon nach kurzer Zeit auf den Boden, wo die Maden schließlich heraus- und in die Erde hineinkriechen. Hier überwintern sie auch im verpuppten Stadium. Sie schlüpfen im folgenden Frühjahr als adulte Tiere aus ihrem Kokon – und fliegen erneut auf den Kirschbaum, um ihre Eier in die reifenden Früchte abzulegen.

Ergo lässt sich ein Befall verhindern, indem Sie die Larven an ihrer Verpuppung hindern. Keine Puppen bedeutet schließlich auch, dass es keine erwachsenen Fliegen und somit auch keine neuen Eier gibt. Der Kreislauf lässt sich am besten durchbrechen, indem Sie ab Anfang Juni den Boden unter dem betroffenen Kirschbaum mit Folie oder Vlies abdecken. Zudem sollten Sie die heruntergefallene Kirschen und Maden einfach regelmäßig absammeln. Entsorgen Sie beides auf keinen Fall über den Kompost, da sich die Larven hier trotzdem verpuppen. So beginnt das Spiel im nächsten Jahr von vorn.

Hühner helfen bei der Bekämpfung der Kirschfruchtfliege

Huhn

Wenn Sie Hühner haben, lassen Sie sie unbedingt nach Herzenslust unterm Kirschbaum laufen. Das Federvieh pickt heruntergefallene Fliegenlarven ebenso wie verseuchte Kirschen mit Begeisterung auf und scharrt zudem die im Boden befindlichen Puppen heraus. Wer Hühner im Obstgarten hat, macht nur selten Bekanntschaft mit Kirschmaden.