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Hühnerstall winterfest machen: Vier Ideen zur Isolierung

Hühnerstall

Hühner sind äußerst robuste Tiere, die auch mit eisigen Temperaturen gut zurechtkommen. Dennoch empfiehlt es sich, den Hühnerstall winterfest zu machen. Und auch eine Isolierung kann nicht schaden. Allerdings sollte dabei klar sein, dass sie nicht nur Vorteile bringt, sondern auch Nachteile hat. Hier sind vier konkrete Ideen dafür.

Stall vorbereiten

Spätestens wenn im Herbst der erste Frost droht, sollte man sich daran machen, den Hühnerstall auf den Winter vorzubereiten. Konkret heißt das, dass er gründlich gereinigt werden muss, weil die Tiere in den darauf folgenden Monaten darin deutlich mehr Zeit verbringen werden. Die Reinigung sollte dabei alle Elemente des Stalls betreffen und sich nicht nur auf die Bodenfläche beschränken. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Boden
  • Futternäpfe
  • Wassernäpfe
  • Sitzstangen
  • Legenester
  • Sandkiste
  • Abgrenzungen

Federfüßiges Zwerghuhn Zwerghuhnrassen

Zunächst wird die Einstreu entfernt. Dann sollte der Kot beseitigt bzw. gründlich abgekratzt werden. Anschließend reinigt man alle Teile mit warmem Wasser, dem ein biologisches Reinigungsmittel zugesetzt wurde. Alternativ kann auch eine Seifenlauge zum Einsatz kommen. Es geht dabei schlicht darum, den Stall möglichst sauber zu machen. Bakterien und Parasiten sollen keine Chance haben, sich im Stall einnisten bzw. vermehren zu können. Dies ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil eine Isolierung häufig dazu führt, dass die Luftzirkulation im Hühnerstall sinkt und dann das Raumklima leidet. Ist der Hühnerstall aus Stein gebaut, sollte man unbedingt auch darüber nachdenken, die Wände jeweils neu zu kalken. Der Kalkanstrich ist nämlich eine gute Vorbeugung gegen Ungeziefer, das für die Tiere zum Problem werden kann.

Tipp: Um einen Hühnerstall perfekt winterfest machen zu können, empfiehlt es sich Wasserschalen oder -tröge während der kalten Monate gut in eine alte Decke einzuwickeln. Das verhindert in den meisten das Einfrieren des Wassers.

Isolierung: Vorteile und Nachteile

Den Hühnerstall zu isolieren ist nicht zwingend erforderlich. Die Hühner kommen jedenfalls auch ganz gut ohne Dämmung zurecht. Das Problem an der Sache ist, dass eine außen angebrachte Isolierschicht bei vielen Fällen dazu führt, dass die Luftzufuhr behindert. Der Stall wird regelrecht abgedichtet. Wer sich für eine Dämmung entscheidet, sollte deshalb unbedingt darauf achten, dass dennoch Luft eindringen kann. Alternativ kann auch anderweitig für eine Verbesserung der Luftzirkulation gesorgt werden – beispielsweise durch regelmäßiges Lüften des Stalles. Wie gesagt: Die Tiere brauchen es nicht unbedingt kuschelig warm in ihrem Stall. Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius sind für sie kein Problem. Allerdings werden sie sich bei einer gewissen Wärme natürlich deutlich wohler fühlen. Außerdem steigen die Chancen, dass sie auch während der kalten Jahreszeit Eier bzw. mehr Eier legen, als dies ohne Isolierschicht der Fall wäre.

Idee 1: Dämmung

Das Anbringen von Dämmelementen an den Außenwänden und auf dem Dach ist sicherlich die effektivste Methode, einen Hühnerstall winterfest zu machen. In der Regel funktioniert diese aber nur, wenn die Wände aus Stein gemauert wurden. Dann lassen sich wie bei einer Hauswand auch, ganz einfach reguläre Dämmelemente aus Styropor Glaswolle ankleben. Die Elemente selbst und den dazugehörigen Kleber bekommt man in jedem Baumarkt. Das Verkleben selbst ist relativ einfach und erfordert keine großen Fachkenntnisse. Empfehlenswert ist auf jeden Fall, auch das Dach zu dämmen da darüber ansonsten die nach oben aufgestiegene Luft sehr schnell wieder entweichen kann. Winterfest wird ein Hühnerstall durch eine derartige Dämmung definitiv. Allerdings ist dann auch tägliches Lüften angesagt.

Idee 2: Bodendämmung

Das größte Problem im Stall ist während der Wintermonate die Kälte, die von unten kommt. Ein gefrorener Boden sorgt zwangsläufig dafür, dass verdammt kalt in der Behausung werden kann. Wem eine Komplettdämmung zu viel ist, sollte deshalb darüber nachdenken, lediglich den Bodenbereich zu dämmen. Dazu werden einfach flächendeckend rund zehn Zentimeter starke Styroporplatten ausgelegt. Auf diese Platten bringt man dann eine Abdeckung aus Holzplatten oder Brettern an. Dies ist wichtig, damit die Tiere das Styropor nicht anpicken können. Die Arbeiten dafür lassen sich relativ schnell erledigen. Eine Verklebung oder eine anderweitige Befestigung ist nicht erforderlich. Vorteil: Die Bodendämmung kann im Frühjahr problemlos wieder entfernt und für den nächsten Winter aufgehoben werden.

Styropor

Tipp: Bei der Bodendämmung einen ungedämmten Platz mit einplanen, damit der Stall auch betreten werden kann, ohne dass die Dämmung schaden nimmt. Ideal dafür ist hier eine kleine Fläche im Zugangsbereich.

Idee 3: Decken

Bei Hühnerställen, die aus Holzwänden bestehen, ist eine Komplettdämmung meist nicht oder nur mit einem sehr hohen Aufwand möglich. Dabei wäre hier eine gewisse Isolierung sehr hilfreich – vor allem dann, wenn eiskalter Wind durch die Ritzen zwischen den Wandbrettern pfeift. Eine sehr wirkungsvolle Abhilfe sind hier alte Decken, die man ganz einfach an jede Wand nagelt. Sie sollten relativ locker anliegen, damit die Luftzufuhr nicht leidet. Die Decken dürfen im Winter auch nass werden oder gefrieren. Ihre Funktion als Windschutz verlieren sie dadurch jedenfalls nicht.

Idee 4: Strohballen

Eine sehr einfache, aber ungemein wirkungsvolle Art und Weise, um einen Hühnerstall mittel Isolierung winterfest zu machen, sind Strohballen, die an den Außenwänden aufgetürmt werden. Sie sorgen einerseits dafür, dass eine wirklich effektive Dämmung erfolgt, gewährleisten anderseits aber auch die so wichtige Luftzirkulation. Strohballen bekommt man für relativ wenig Geld bei vielen Landwirten. Je nach Größe des Stalls können die Ballen auch an den Innenwänden platziert werden. Dadurch verringert sich dann aber das Platzangebot für die Hühner erheblich.

Strohballen

Alternative: Wärmelampe

Eine ausgezeichnete Alternative zu jeder Art von Isolierung ist übrigens eine Wärmelampe, die einfach in den Stall gehängt und bei Bedarf angeschaltet wird. Passende Wärmelampen für Geflügel gibt es im Fachhandel schon ab etwa 30 Euro. Idealerweise sollte die Lampe entweder direkt über den Sitzstangen oder den Legenestern hängen. Nachteil: Es braucht dafür natürlich eine passende Stromversorgung.