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Was ist Gründüngung? | Vor- und Nachteile für den Gemüsegarten

Gründüngung

Bei der Gründüngung nehmen Gärtner die Hilfe der Natur in Anspruch, um die Bodenqualität erheblich zu verbessern. Durch den Anbau von Nutzpflanzen verringert sich enorm der Nährstoffgehalt im Gemüsegarten. Dadurch fallen die anschließenden Ernten immer geringer aus und das Gemüse wächst nur kümmerlich. Mit dem Gründünger lassen sich neue Nährstoffe bilden und der Boden tiefgründig auflockern.

Was ist Gründüngung?

Nutzpflanzen im Gemüsegarten entziehen dem Boden im Verlauf des Jahres viele Nährstoffe, welche sie für das Wachsen und die Fruchtbildung brauchen. Deshalb sind die Gemüsebeete oft ausgelaugt, sodass neue Nährstoffe und vor allem Stickstoff erforderlich sind. Mit der sogenannten Gründüngung lassen sich diese Depots auf eine ganz natürliche Art und Weise wieder auffüllen. Auf diese Weise kann sich der abgeerntete Boden erholen, damit dort von Neuem Nutzpflanzen mit einer reichen Ernte wachsen können.

Dafür werden nach der Ernte bestimmte Pflanzen auf die freien Flächen im Gemüsegarten ausgebracht. So erhält der Gartenboden neue Kraft für den nächsten Frühling, wenn erneut eine Kultur ansteht und stärkt die nächste Generation der Gemüsepflanzen. Durch die Einhaltung der Fruchtfolge lässt sich der Boden schonen und fruchtbar halten. Darüber hinaus übt die Gründüngung eine positive Wirkung auf die Bodenstruktur aus. Bei dem weiteren Ablauf gibt es verschiedene Ansätze, welche sich zeitlich und vorgehenstechnisch unterscheiden.

  • Natürliche Methode für das Düngen von Gemüsebeeten
  • Erfolgt durch Anbau von anspruchslosen Pflanzen
  • Lässt sich flächendeckend durchführen
  • Alternativ als Einsaat zwischen Kulturpflanzen möglich
  • Ideal sind Spätsommer oder Herbst für die Nachsaat
  • Begrünen und durchwurzeln gründlich den Boden
  • Pflanzen lockern mit tief reichenden Wurzeln Bodenstruktur auf
  • Optimal sind schnell wachsende Sorten
  • Dank dichtem Wuchs wird der Boden komplett bedeckt
  • Aus Grünmasse entsteht wertvoller Humus
  • Am besten jedes Jahr Gründüngung im Gemüsegarten aussäen
  • Regelmäßiges Düngen verbessert langfristig die Standortbedingungen

Hinweis: Häufig wird der Gründünger vor der Samenreife abgemäht und als schützender Mulch auf der Fläche im Gemüsebeet liegen gelassen.

Vorteile der Gründüngung

Im Grunde ist die Gründüngung ein Mulchen mit lebenden Pflanzen, welches als natürlicher Langzeitdünger den Boden anreichert. Die Vorteile dieser Methode sind extrem vielseitig und betreffen sowohl den Boden als auch die Nutzpflanzen im Gemüsegarten. Dadurch schließt sich der Kreislauf der Natur, sodass alles prächtig wächst und gedeiht. Bei der Auswahl der Pflanzen sind Sorten mit anspruchslosen Eigenschaften und einer weit verzweigten Wurzelbildung besonders empfehlenswerte Kandidaten. So erhalten Nutzpflanzen im Anschluss wieder ideale Wachstumsbedingungen und belohnen den Gärtner mit einer reichen Ernte.

Gründüngung
Lupine als Gründüngung
  • Gute Gründünger sind Gelbe Lupine, Gelbsenf und Weidelgras
  • Ebenfalls geeignet sind Perserklee und Schwedenklee
  • Winterharte Pflanzen: Dinkel, Feldsalat, Spinat und Winterroggen
  • Nicht winterhart sind Ackerbohne, Buchweizen und Flachs

Welche Pflanzen sind nicht als Gründünger geeignet?

In den meisten Fällen werden im Gemüsegarten mit Kohlgewächsen, Radieschen und Rettich bereits viele Kreuzblütler anbaut. Deshalb ist es besser, auf andere Kreuzblütler-Pflanzen wie Ölrettich, Raps und Senf als Gründünger komplett zu verzichten.

Verbesserung der Bodenqualität

Als Vorteil verbessern die speziellen Pflanzen für die Gründüngung mit ihrem tief reichenden Wurzelsystem nachhaltig den Boden. Davon profitieren besonders die kargen Gartenböden bei neuen Einfamilien- und Reihenhäusern sowie strukturgeschädigte Böden, welche danach fruchtbarer werden. Dadurch kommt es zu einem ausgeglichenen Bodenklima und einer guten Durchlüftung. So kann der Boden deutlich mehr Wasser speichern. Außerdem schützt die Mulchschicht den Boden nach dem Abmähen vor tiefen Minusgraden. Ansonsten werden im Winter auf den kargen Böden viele Nährstoffe durch anhaltenden Regen und die Schneeschmelze ins Grundwasser gespült. Manche Pflanzen können sogar das Vorkommen von Schädlingen im Boden eindämmen.

  • Bindet wichtige Nährstoffe in der organischen Masse
  • Pflanzen bilden weit verzweigtes Wurzelsystem aus
  • Lockern damit Bodenstruktur bis in tiefe Schichten auf
  • Sind selbst bei schweren und verdichteten Böden wirksam
  • Reichern den Boden mit lebenswichtigem Stickstoff an
  • Pflanzendecke befestigt den Boden in den Wintermonaten
  • Dient als Schutz vor starken Regenfällen und Verschlämmung
  • Begrünen von kahlen Flächen unterdrückt das Wachstum von Unkraut
  • Machen das herbstliche Umgraben für den Gärtner überflüssig
  • Studentenblumen vertreiben unerwünschte Fadenwürmer (Nematoden)

Unterstützung der Bodenlebewesen

Im Erdboden leben unzählige Kleinlebewesen und Mikroorganismen, die eine wichtige Rolle bei dem Anbau spielen. In einem gesunden Gartenboden existieren unter anderem Strahlenpilze, Einzeller und Regenwürmer. Diese kleinen Helfer verwerten und zersetzen die eingearbeitete Gründüngung, sodass es zum Vorteil der Umwandlung in nährstoffreichen Humus kommt.

  • Fördert die Artenvielfalt im Boden
  • Pflanzenreste verbleiben dauerhaft im Boden
  • Entweder nach dem Abmähen oder Abfrieren
  • Dabei werden wichtige Nährstoffe frei
  • Gründünger liefert reichlich Futter für Bodenlebewesen
  • Regenwürmer und andere Lebewesen produzieren daraus Humus
  • Wirken im nächsten Jahr als Dünger für die Kulturpflanzen

Gründüngung als Bienenweide

Phacelia
Phacelia minor

Wer als Imker Bienen hält oder die nützlichen Insekten in den eigenen Garten anlocken möchte, der sollte sich für blühende Pflanzen als Gründünger entscheiden. Auf diese Weise sorgt die üppige Blüte ebenfalls für eine ansprechende Optik in der Gartenlandschaft. Darüber hinaus bieten Blühpflanzen auch anderen Tieren einen Vorteil als Nahrungsquelle und Nutzen als Unterschlupf.

  • Blühpflanzen locken Nektar sammelnde Insekten an
  • Sorgen für die Bestäubung im Garten
  • Vor allem Obstbäume profitieren davon
  • Dadurch wird eine reiche Ernte sichergestellt
  • Ideal sind Blaue Lupine, Luzerne und Phacelia

Nachteile der Gründüngung

Bei der Gründüngung überwiegen die Vorteile deutlich gegenüber der Anzahl der Nachteile. So fallen für diese Methode zusätzliche Kosten an, welche sich aber schon bei der nächsten Ernte rentiert haben. Außerdem ist der Gründünger mit einem zusätzlichen Arbeitsaufwand verbunden, der sich ebenfalls schnell als lohnenswert herausstellt.

  • Saatgut muss zusätzlich gekauft werden
  • Aussähen von weiteren Pflanzen erforderlich
  • Arbeitsaufwändiges Untergraben ist notwendig
  • Fachwissen und Planung nötig
  • Richtige Fruchtfolgen müssen eingehalten werden

Tipp: Als Gründünger stets Pflanzen aus anderen Pflanzenfamilien als die der Vorfrucht und der Nachfrucht auswählen, um korrekte Fruchtfolge zu gewährleisten.