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Spinat säen: wann und wie? | Anzucht und Vorziehen

Spinat geerntet

Kaum ein Gemüse spaltet die Verbraucher wie Spinat. Vor allem die Kinder wehren sich mit Ausdauer gegen den Verzehr von Spinacia Oleracea, während die Eltern den feinen Geschmack und seine Vielseitigkeit schätzen. Selbst ohne die heute widerlegte Mär vom extrem hohen Eisengehalt überzeugt das Gemüse auf vielfache Art und Weise. Wir erklären, wann und wie die Anzucht gelingt.

Der ideale Standort für Spinat

Wer Spinat säen möchte, sollte sich zunächst mit einem geeigneten Standort für das Blattgemüse auseinandersetzen. Folgende Eigenschaften des Standortes begünstigen ein optimales Wachstum von Spinacia Oleracea:

  • Humoser Boden für gute Nährstoffversorgung
  • Durchlässiger Boden zur Vermeidung von Staunässe und für gute Durchwurzelbarkeit bis in ca. 30 Zentimeter Tiefe
  • Gutes Feuchtespeichervermögen des Bodens wegen hoher Austrocknungsgefahr der weichen Spinatblätter
  • Bei Frühjahrsaussaat vollsonniger Ort, bei Sommeraussaat halbschattiger Platz

ACHTUNG: Bei halbschattigen Standorten sollte das Nährstoffangebot nicht übermäßig ausfallen, da Spinacia Oleracea ansonsten zur Einlagerung von schädlichem Nitrat in die Blätter neigt.
Aussaat und Vorziehen

Ist der richtige Standort gefunden, gilt es, für das eigentliche Säen und die Anzucht alle Schritte richtig umzusetzen.

Die Zeit der Aussaat

Zeitlich bietet sich für die Aussaat von Spinacia Oleracea nicht nur ein Zeitpunkt, sondern gleich zwei Zeitfenster im Kalenderjahr an. Hintergrund ist die Tatsache, dass Spinat auf die grelle Sonne und die sehr hohen Temperaturen des Hochsommers mit raschem Schießen, einer frühzeitigen Blütenbildung und einer allgemein reduzierten Genießbarkeit der Ernte reagiert. Daher bietet sich der Anbau im Frühjahr und dann wieder im Herbst an. Man spricht hier auch von Sommerspinat, da die Aussaat im Frühjahr, die Ernte zu Sommerbeginn erfolgt, und von Herbstspinat, der im Spätsommer gesät und im Herbst geerntet wird. Genauer gesagt, eignen sich folgende Zeiten:

  • Sommerspinat: Aussaat im März und April
  • Herbstspinat: Aussaat von August bis September

Spinat Reihe

TIPP: Um den Zeitpunkt der Ernte vorzuverlegen, kann Spinat auch bereits im Herbst für das kommende Frühjahr gesät werden. Dann sollte der Zeitpunkt aber so spät gewählt werden, dass das Flächenwachstum der Blätter noch nicht einsetzt. Andernfalls besteht die große Gefahr des Erfrierens über den Winter. Allgemein sollten die jungen Pflänzchen bei Frost abgedeckt und vor zu niedrigen Temperaturen geschützt werden.

Das Säen

Spinat kann man in den angegebenen Zeitfenstern problemlos direkt ins Freiland säen. Das Vorziehen ist in diesen Fällen nicht nötig. Bei der Saat sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Mit Hacke oder Holzstäbchen Furchen mit ungefähr 20 Zentimeter Abstand in das durchgeharkte und gelockerte Beet ziehen
  • Im Abstand von ca. fünf Zentimetern Samen einlegen
  • Furchen locker mit Erde abdecken, Überdeckung von zwei bis drei Zentimeter einhalten
  • Gut angießen und bis zur Keimung beständig feucht halten

Vorziehen

Wer bereits im zeitigen Frühjahr Spinat ernten möchte, kann diesen auch deutlich früher säen. Da die Wachstumsbedingungen im Freiland dann aber kaum zu einem gärtnerischen Erfolg führen werden, ist ein Vorziehen dann unumgänglich. Hierzu bietet sich beispielsweise ein Gewächshaus an, in dem unter Glas die erwünschten Voraussetzungen konstant vorliegen. Ein Umpflanzen ins Freiland kann ab April erfolgen, ist dagegen aber meist gar nicht erforderlich, da das Gemüse erntereif ist, bevor die sommerliche Hitze ein weiteres Gedeihen im Gewächshaus erschwert.

Sonderfall Balkon

Spinat Balkon

Wer dagegen weder über Garten noch Gewächshaus verfügt, oder aber auch im Winter die schmackhaften Blätter genießen möchte, dem bieten sich noch weitere Optionen. So lässt sich Spinat ganzjährig gut auf dem Balkon, oder sogar im Topf auf der sprichwörtlichen Küchenfensterbank ziehen. Allerdings gilt es, einige Dinge zu beachten:

  • Belichtung prüfen, häufig intensive Besonnung durch Südausrichtung
  • Starke Durchwässerung vermeiden, daher stark beregnete Standorte meiden
  • Obwohl bei Spinat eigentlich keine Düngergaben erforderlich, Nährstoffvorrat auf Grund geringen Topf- und somit Erdvolumens prüfen
  • Austrocknung bei Anzucht unter Dach vermeiden und regelmäßig, aber jeweils nur mäßig gießen

HINWEIS: Obwohl die Zeit für die Aussaat beim Anbau im Pflanztopf oder Balkonkasten eigentlich kaum eine Rolle spielt, können die Umgebungsbedingungen die Aufzucht deutlich erschweren. Die Aussaat im Freien auf dem Balkon macht im Winter nahezu dieselben Schutzvorkehrungen erforderlich, wie im Freiland. Andererseits kann die Aufzucht im Topf auf der Fensterbank im Sommer erhebliche Probleme bei der Sonnenintensität und der Wasserversorgung nach sich ziehen.