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Gründüngung | 10 Arten zur Bodenverbesserung

Gründüngung

Wer im Garten Nutzpflanzen für den Verzehr heranzieht, der muss bedenken, dass sie dem Erdboden im Jahresverlauf viele Nährstoffe entziehen. Allerdings benötigt der Boden diese Nährstoffe als Grundlage für das Wachstum und zur Fruchtbildung. Als Methode zur Abhilfe haben sich verschiedene Arten der Gründüngung mit anspruchsloseren Pflanzen für die Bodenverbesserung bewährt.

Winterharte Gründüngung

In der Regel werden für die Gründüngung genügsame Pflanzen ausgesät, welche dem Erdboden nicht so viele Nährstoffe entziehen. Diese Pflanzen dienen nicht der späteren Ernte und dem Verzehr, sondern nur der Bodenverbesserung. Bei dieser Düngemethode sind Pflanzen aus anderen Pflanzenfamilien auszuwählen, als die der vorherigen Kulturfolge oder der Nachfrucht. Nach der Wachstumsphase erfolgt das Einarbeiten der Pflanzen ganz oder teilweise in den Boden. Im Laufe der Zeit kommt es zu einer Umwandlung dieser Pflanzenmaterie in Humus durch die Bodenlebewesen. Einen nachhaltigen Schutz gewährleisten winterharte Pflanzensorten für die Gründüngung.

Hinweis: Wenn im Gemüsebeet beständig die gleichen Nutzpflanzen kultivieren werden, wachsen sie in den folgenden Jahren nur schwach und die Ernte wird immer kümmerlicher.

Dinkel

Dinkel

Dinkel trägt die botanische Bezeichnung Triticum aestivum subsp. Spelta und ist in den hiesigen Breitengraden weit verbreitet. Deshalb eignet sich das Getreide gut für die Bodenverbesserung.

  • Winterharte und althergebrachte Getreidesorte
  • Kommt auch mit schweren Böden zurecht
  • Aussaat erfolgt von Oktober bis Dezember
  • 16 g Saatgut auf einen Quadratmeter
  • Samen etwa 4 cm tief einarbeiten

Feldsalat

Feldsalat

In der Botanik heißt der Feldsalat Valerianella locusta und gehört zu den Baldriangewächsen. Da er mit keiner anderen Gemüseart verwandt ist, eignet er sich gut für die Bodenverbesserung. Das Gemüse gibt es mittlerweile in diversen Arten, sowohl für den Frühjahrsanbau als auch für Herbstkultur im Zuge der Gründüngung. Feldsalat ist recht genügsam und unkompliziert bei der Pflege und dem Standort.

  • Winterharte Pflanze, welche viel Wurzelmasse entwickelt
  • Von August bis Oktober aussähen
  • Etwa 2,5 g Saatgut auf einen Quadratmeter
  • Saatmenge kann sortenabhängig variieren
  • In Tiefe von 3 cm einarbeiten

Spinat

Spinat

Spinat trägt den botanischen Namen Spinacia oleracea und gehört zu den Gänsefußgewächsen.

  • Aussaat bis September möglich
  • Bedingt winterhartes Gemüse
  • Etwa 10 g Saatgut auf einen Quadratmeter
  • Benötigt bei tiefen Frösten ohne Schnee Winterschutz

Winterroggen

Winterroggen

In Mitteleuropa erfolgt fast ausschließlich der Anbau von Winterroggen (botanisch: Secale cereale), da er die Bodengesundheit fördert. Außerdem agiert diese Getreidesorte neutral bei der Fruchtfolge im Gemüsegarten. Darüber hinaus ist das Getreide ein ausgezeichneter Lieferant von Humus, da es sehr viele feine Wurzeln ausbildet, welche im Anschluss im Boden verrotten. Die in den Wintermonaten ausgewaschenen Nährstoffe nimmt der Winterroggen auf und gibt sie bei der Verrottung wieder ab.

  • Extrem winterharte Getreidesorte
  • Verträgt Temperaturen bis zu -25 °C
  • Idealer Bodenlüfter, bildet gigantisches Wurzelwerk aus
  • Kommt mit langen Trockenphasen zurecht
  • Aussaat September bis Oktober, breitwürfig durchführen
  • 25 g Saatgut auf einen Quadratmeter

Nicht winterharte Pflanzen

Wenn die nicht winterharten Pflanzen für die Gründüngung im Winter abfrieren, können sie als schützende Mulchdecke liegen bleiben. Durch die Bedeckung wird der Erdboden zusätzlich vor Erosion und anderen schädlichen Einflüssen geschützt. Im Frühling erfolgt dann das Einarbeiten der oberirdischen Masse zusammen mit den Wurzeln in den Boden. Dadurch ergibt sich eine Art der Kompostierung der ganzen Anbaufläche und Förderung des Bodenlebens.

Ackerbohne

Ackerbohne

In der Botanik heißt die Ackerbohne Vicia faba und gehört zu den Schmetterlingsblütlern. Als Hülsenfrucht gehört sie zu den wichtigen Lieferanten von Stickstoff für den Erdboden. Durch den Einsatz dieser Pflanze lässt sich der Boden bis in die Tiefe hinein auflockern.

  • Tief gehende Wurzeln
  • Verträgt auch längere Trockenheit gut
  • Eignet sich für Aussaat von Februar bis Juli
  • 20 g Saatgut auf einen Quadratmeter
  • Etwa 6 cm tief einarbeiten

Buchweizen

Buchweizen

Buchweizen trägt die botanische Bezeichnung Fagopyrum esculentum und gehört zu den Knöterichgewächsen.

  • Aussaat von Mai bis August möglich
  • 10 g Saatgut auf einen Quadratmeter
  • Etwa 3 cm tief einarbeiten

Flachs

Flachs

Flachs trägt den botanischen Namen Linum usitatissimum und gehört zur Familie der Leingewächse. Diese besondere Pflanzenfamilie wird normalerweise nicht im Gemüsegarten angebaut, deshalb ist Flachs ideal für den Fruchtwechsel.

  • Aussaat von März bis August möglich
  • Etwa 4 g Saatgut auf einen Quadratmeter
  • Ca. 2 cm tief einarbeiten

Bienenfreundliche Gründüngung

Wer selber als Imker Bienen hält oder diese nützlichen Insekten bei der Nahrungssuche unterstützen möchte, der kann reich blühende Arten als Gründünger anpflanzen. Auf diese Weise erhalten nicht nur Bienen sondern auch Hummeln eine willkommene Nektarquelle im eigenen Garten. Als Dank bestäuben die fleißigen Insekten ebenfalls die angebauten Nutzpflanzen in den benachbarten Gemüsebeeten.

Tipp: Zusätzlich zu den schönen Blüten für Insekten eignet sich die bienenfreundliche Gründüngung sehr gut für die Bodenverbesserung.

Bienenweide

Bienenweide

In der Botanik heißt die Bienenweide Phacelia tanacetifolia und gehört zu den Raublattgewächsen, welche im Gemüsegarten kaum vorkommen. Deshalb eignet sich die Bienenweide sehr gut zum Aufbrechen der Frucht- und Kulturfolgen im Gemüsebeet.

  • Bedingt winterhartes Gewächs
  • Stirbt bei Temperaturen ab -8 °C ab
  • Winterschutz in Form von Vlies auslegen
  • Aussaat von März bis September
  • Etwa 1,5 g Saatgut auf einen Quadratmeter
  • Ca. 2 cm tief einarbeiten

Blaue Lupine

Lupine

Die Blaue Lupine trägt den botanischen Namen Lupinus angustifolius und gehört zu den Schmetterlingsblütlern. Als Hülsenfrucht ist das Gewächs ein guter Stickstoffsammler im Rahmen der Gründüngung.

  • Nicht winterharte Pflanze
  • Schließt als Tiefwurzler den Boden auf
  • Aussaat von April bis September möglich
  • 20 g Saatgut auf einen Quadratmeter
  • Etwa 3 cm tief einarbeiten

Luzerne

Luzerne

Luzerne heißt in der Botanik Medicago sativa und gehört zu den Schmetterlingsblütlern. Sie ist ebenfalls eine Hülsenfrucht und ein guter Stickstoffsammler. Die blau-violetten Blüten erstrahlen von Juni bis September. Mit dem Anbau der Luzerne lassen sich sogar schwere und verdichtete Böden in wenigen Jahren verbessern.

  • Winterhartes und anspruchsloses Gewächs
  • Bildet dicht-grüne Teppiche mit tiefen Wurzeln aus
  • Aussaat von März bis September möglich
  • 2 g Saatgut auf einen Quadratmeter
  • Etwa 3 cm tief einarbeiten