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5 Erdbeerschädlinge: Würmer und Läuse an und in Erdbeeren

Erdbeeren Feld

Erdbeerschädlinge sind lästig, denn sie beeinträchtigen nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern auch die Ernte. Diese fünf Schädlinge verursachen Schadbilder, die sich teilweise stark ähneln. Sie können die Pflanzen in unterschiedlichem Maße beeinträchtigen, weshalb ein rechtzeitiges Handeln oft der einzige Ausweg ist.

Hinweise zur Schädlingsbekämpfung

Bevor Sie den Schädlingen mit entsprechenden Mitteln zu Leibe rücken, sollten Sie die betroffenen Pflanzen gründlich untersuchen. Viele Schädlinge, die in der Luft oder im Boden leben, verursachen ähnliche Symptome. Durch eine genauere Untersuchung können Sie feststellen, ob es sich um Läuse und Würmer handelt, oder ob Käfer verantwortlich sind, denn diese gehören mit zu den häufigsten Erdbeerschädlingen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie die richtigen Bekämpfungsmaßnahmen anwenden und keine nützlichen Lebewesen schädigen.

Tipp: Wenn Ihre Erdbeeren braune und matschige Stellen aufweisen, Sie aber keine Schädlinge im Boden oder an der Pflanzte entdecken können, dann kann ein Sonnenbrand die Ursache sein. Schützen Sie die Pflanzen deshalb vor übermäßiger Sonneneinstrahlung.

Nematoden

Im Boden leben zahlreiche Mikroorganismen, darunter verschiedene mikroskopisch kleine Würmer. Diese Lebewesen sind maßgeblich an der Zersetzung von tierischen und pflanzlichen Resten beteiligt, doch in einigen Fällen können die Fadenwürmer gefährlich für die Rosengewächse werden. Erdbeeren werden häufiger von Wurzelparasiten befallen, die zur Gattung Pratylenchus gehören. Diese Würmer fressen Löcher in die Außenhaut und dringen in das Pflanzengewebe ein. In der Folge leiden die Erdbeerpflanzen an einem verkümmerten Wuchs.

Kann ich etwas gegen Nematoden tun?

Wenn die Pflanzen bereits stark geschädigt sind, müssen diese entfernt werden. Direkte Bekämpfungsmaßnahmen gegen diese Erdbeerschädlinge gibt es nicht. Halten Sie eine Anbaupause von vier Jahren ein. Um einen Befall vorzubeugen, sollten Sie regelmäßig die Populationen der Fadenwürmer in der Erde überprüfen. Das ist mit Hilfe von Nematodenproben möglich. Wenn Sie erhöhte Werte feststellen, sollten Sie Tagetes anpflanzen. Dadurch werden die Nematoden etwas eingedämmt.

Verzichten Sie auf den Anbau von:

  • Ölrettich und Phacelia
  • Senf, Kartoffeln und Mais
  • Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Porree

Drahtwürmer

Drahtwürmer

In Deutschland sind drei Arten von Drahtwürmern verbreitet, die zur Familie der Schnellkäfer gehören: Agriotes lineatus, Agriotes obscurus und Agriotes sputato. Die Würmer sind in der Lage, aus der Rückenlage plötzlich aufzuschnellen, was zu ihrem deutschen Trivialnamen geführt hat. Sie ernähren sich ausschließlich von Pflanzennektar und führen nicht zu Schäden an Erdbeeren. Verantwortlich für verschiedene Schadbilder sind allerdings ihre Larven.

Wie leben die Schädlinge?

Die Larven leben zwischen drei und fünf Jahre im Boden, bevor sie sich verpuppen. In dieser Phase können sie teilweise große Schäden anrichten, da sie sich von den Wurzeln der Erdbeerpflanzen ernähren. Teilweise bohren sie sich in den Stängelansatz und fressen diesen von innen auf.

Woran erkenne ich einen Befall?

Die Pflanzen zeigen einen verkümmerten Wuchs und welken mit der Zeit. Bei einem starken Befall können komplette Bestände vernichtet werden. Die Pflanzen lassen sich leicht aus der Erde ziehen, sodass die Fraßspuren deutlich sichtbar werden. In der Umgebung um die Wurzeln können häufig die Erdbeerschädlinge, die bis zu drei Zentimeter lang sein können, ausfindig gemacht werden.

Was hilft gegen Drahtwürmer?

Es gibt keine direkten Mittel, die zur Bekämpfung eingesetzt werden können. Wenn Sie die Erde frisch umgegraben haben, sollten Sie den Bereich nicht direkt mit Erdbeerpflanzen bestücken. Das Substrat ist durchsetzt mit Drahtwürmern. Sie können die Erdbeerschädlinge gezielt ködern und einsammeln, um einer weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken.

So locken Sie Drahtwürmer an:

  • Kartoffeln und Möhren in Scheiben schneiden
  • Stücke danach etwa fünf bis zehn Zentimeter tief in die Erde eingraben
  • Köder nach einigen Tagen ausgraben und mitsamt den Schädlingen entsorgen
  • Prozedur mehrmals wiederholen

Blattläuse

Während im Freiland Läuse an Erdbeeren normalerweise kein großes Problem darstellen, werden Pflanzen in Kübeln und Balkonkästen häufiger von Blattläusen befallen. Zu den häufigsten Blattlausarten zählen die Erdbeerknotenhaarlaus und die Zwiebel- oder Schalottenlaus. Die grünen bis gräulichen Insekten setzen sich an Stängeln und Blättern fest. Sie saugen den Pflanzensaft aus den Blattadern und hinterlassen dabei ein klebriges Sekret, das auch Honigtau genannt wird. Auf der harzigen Substanz siedeln sich bevorzugt Pilze an. Ein starker Befall durch Läuse kann zu Triebstauchungen und Deformationen der Blätter führen.

Blattläuse

Wie kann ich Läuse bekämpfen?

Ein Sud aus Brennnesseljauche ist die erste Hilfsmaßnahme gegen Blattläuse. Zerkleinern Sie etwa 100 Gramm Brennnesselblätter und übergießen Sie diese mit einem Liter heißem Wasser. An einem warmen Platz zieht der Sud für die nächsten 24 Stunden. Füllen Sie den Sud anschließend in eine Sprühflasche ab und besprühen Sie die gesamte Pflanze großzügig. Alternativ können Sie auch eine wässrige Lösung mit flüssiger Schmierseife oder Kernseife dafür nutzen.

Läuse mit Oreganotee bekämpfen:

  • zehn Gramm getrockneten oder 100 Gramm frischen Oregano zerkleinern
  • mit heißem Wasser aufbrühen
  • zehn Minuten ziehen lassen und anschließend absieben
  • mit Wasser im Verhältnis 1:3 verdünnen
  • Pflanze großzügig besprühen

Engerlinge

Der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) ist ein Blatthornkäfer, der offene Lebensräume bevorzugt. Ihre Larven kommen häufiger in Kulturland und Gärten vor, denn sie bevorzugen lockere und feuchte Böden, in die sie Gänge bohren können. Sumpfige oder sehr trockene Substrate vermeiden die Schädlinge. Auf der Suche nach den Wurzeln der Erdbeeren bohren die Engerlinge bis zu 70 Zentimeter lange Gänge in das Substrat. Ihre Fraßschäden führen zu Welkeerscheinungen. In der Folge kümmern die Pflanzen, bis sie schließlich vollständig absterben.

Was hilft gegen die Erdbeerschädlinge?

Zur biologischen Bekämpfung dieser Erdbeerschädlinge kommt Melocont Pilzgerste zum Einsatz. Das Granulat enthält Gerstenkörner, auf denen der Pilz Beauveria brongniartii wächst. Sobald die Engerlinge mit den Gerstenkörnern in Berührung, bleiben die Pilzsporen auf der Körperoberfläche haften. Sie keimen und durchdringen die Körperoberfläche des Schädlings. Es dauert dann 3 bis 14 Tage, bis die Larven verenden. Die Pilzgerste wird etwa fünf bis zehn Zentimeter tief in den Boden eingearbeitet.

Weitere Bekämpfungsmaßnahmen:

  • parasitische Würmer: Nematoden der Gattungen Heterorhabditis und Steinernema
  • Pflanzscheiben im Boden vergraben und bepflanzen
  • mit naturnahen Ecken Igel und Vögel als natürliche Feinde anlocken

Engerlinge Erdbeeren

Hinweis: Bevor Sie Bekämpfungsmaßnahmen einleiten, sollten Sie die Larven eindeutig identifizieren! Die Engerlinge können leicht mit den unter Naturschutz stehenden Nashornkäferlarven verwechselt werden.

Erdbeerblütenstecher

Hinter diesem Schädling verbirgt sich eine Art der Rüsselkäfer, die den wissenschaftlichen Namen Anthonomus rubi trägt. Der Erdbeerblütenstecher tritt gelegentlich auf und besiedelt neben Erdbeeren ebenso andere Rosengewächse wie Himbeeren, Brombeeren, Nelkenwurz und Rosen.
Lebenszyklus und Schadbild

Die Weibchen legen pro Blütenknospe ein Ei ab, sobald die Temperaturen über 15 Grad Celsius steigen. Ein weibliches Insekt kann bis zu 30 Blüten im Knospenstadium anvisieren. Es frisst anschließend ein Loch in den Blütenboden und das Gewebe am Stängel, sodass dieser abknickt und der Blütenansatz langsam vertrocknet. Die Larven schlüpfen nach einer Woche und ernähren sich bis zur Verpuppung von der Knospe. Die Verpuppung erfolgt nach 18 bis 28 Tagen. Sobald die Käfer geschlüpft sind, kriechen sie durch die Öffnung im Blütenboden nach draußen. Sie fressen zunächst die Blütenblätter und ernähren sich vom Laub, bevor sie in eine Sommerruhe übergehen.

Wann der Erdbeerblütenstecher auftritt:

  • normalerweise zwischen April und Juni
  • bei Erdbeerpflanzen unter Folie erfolgt oft ein früherer Schädlingsbefall
  • bei schlechter Witterung verschiebt sich die Vermehrung nach hinten

Wie kann ich Erdbeerblütenstecher bekämpfen?

Die Insekten überwintern im Erdreich und unter dem Laub der Erdbeerpflanzen, sodass eine weitere Schädlingsausbreitung auch im folgenden Jahr stattfindet. Legen Sie im zeitigen Frühjahr ein weißes Tuch unter die Pflanzen und schütteln Sie diese leicht. Bei Gefahr lassen sich die Käfer zu Boden fallen, sodass sie als kleine schwarze Pünktchen auf dem Tuch erkennbar sind. Sollten Sie einen Befall bemerken, müssen die abgefallenen Blütenknospen sorgfältig entfernt werden. Eine Spritzung mit Rainfarnsud hat sich als wirksames Mittel zur Bekämpfung der Schädlinge erwiesen.