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Cochin Huhn | Farbschläge, Legeleistung & Haltung

Cochin

Cochin-Hühner zählen zu den beliebtesten und interessantesten Hühnerrassen für Selbstversorger. Die Tiere werden schnell zahm und haben ein ruhiges Temperament. Zudem liefern sie einen großen Schlachtkörper, da sie zu den größten und schwersten Hühnern gehören und leicht zu mästen sind. Auch die Legeleistung ist solide, wenn auch nicht herausragend.

Steckbrief Cochin-Huhn

Gewicht Hahn3,5 bis 5,5 Kilogramm
Gewicht Henne3 bis 4,5 Kilogramm
Legeleistung120 Eier im Jahr
Eigewicht53 Gramm
Eifarbebraungelb
Winterlegernein
Bruttriebvorhanden
Kammformeinfach
Federfüßeja
Farbschlägederzeit sind 7 Farben offiziell anerkannt
RinggrößeHenne 24 / Hahn 27

Herkunft

Ursprünglich stammen die Cochin-Hühner aus Cochinchina, einer Bezeichnung der damaligen französischen Kolonialmacht für eine Region, die den Süden des heutigen Vietnams sowie Teile Kambodschas einschloss. Hier wurden die Tiere schon seit Jahrhunderten gehalten und gezüchtet, bis sie um die Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Namen „Shanghai-Huhn“ nach Europa gelangten. Eine der ersten Besitzerinnen von Cochins soll die englische Königin Victoria gewesen sein, die der Rasse damit Ansehen und Auftrieb in europäischen Züchterkreisen verschaffte.

Durch ihren sehr schweren Körperbau sowie die starke Befiederung – so mancher Hühnerhalter bezeichnet Tiere dieser Rasse liebevoll als „flauschigen Federball“ – unterscheiden sich Cochinhühner deutlich von den in der Regel leichteren und weniger stark befiederten europäischen Rassen. Da das schwere Aussehen nicht nur auf die üppige Federpracht, sondern auch auf den bei Hähnen bis zu 5,5 Kilogramm schweren Schlachtkörper zurückzuführen ist, wurden Cochins von Anfang an vielfach für die Erzüchtung neuer bzw. die Verbesserung anderer Hühnerrassen eingekreuzt.

Cochinhahn

In ihrer asiatischen Heimat – Cochins sind vor allem in Vietnam und Kambodscha heute noch verbreitet – erfreut sich die Rasse jedoch nicht nur ihres Fleisches und ihrer Eier wegen großer Beliebtheit. Die kurzen, weichen Federn der Tiere eignen sich hervorragend zum Befüllen von Daunendecken und -kissen, die die Menschen in den kalten Wintern warmhalten.

Rassebeschreibung

Cochin-Hühner wirken wie große, flauschige Federbälle, wobei sie durch die starke Befiederung umfangreicher aussehen als sie tatsächlich sind. Die Tiere haben eine massige, breite Gestalt mit einem tief getragenen Körper und sind durch üppige, kurze und weiche Federn und Daunen am ganzen Leib gekennzeichnet. Auch die kräftigen Läufe der Tiere beiderlei Geschlechts sind stark befiedert.

Gemäß Standard sollten Cochins diese Merkmale erfüllen:

Beim Hahn:

  • Rumpf: breit, tief, sehr massig
  • Hals: kurz, aber mit langem und reichem Behang
  • Rücken: breit und kurz, aber mit bauschig befiedertem und vollem Sattel
  • Schultern: gut gerundet, breit
  • Flügel: breit, kurz, hochgetragen
  • Brust: tief, rund und breit
  • Bauch: breit und durch starke und daunenreiche Befiederung sehr voll
  • Kopf: zierlich und klein
  • Läufe: kräftig, weich befiedert
  • Schenkel: breit gestellt, sehr stark, sehr bauschig befiedert

Hennen sollten kleiner, gedrungener und noch üppiger als der Hahn befiedert sein. Zum Vergleich: Die beliebte Fleischhuhnrasse Jersey Giants punktet mit ähnlichen Gewichtsangaben wie Cochin, ist also ungefähr genauso schwer, wirkt aber aufgrund der deutlich geringer ausgeprägten Befiederung kleiner. Wenn Sie ein solches Cochin-Huhn auf den Arm nehmen, merken Sie die üppige Befiederung: Sie können nämlich regelrecht hineingreifen, bevor Sie auf den eigentlichen Körper treffen.

Tipp: Bezüglich der vom Standard geforderten Gewichtsangaben muss leider gesagt werden, dass viele Züchter diese nicht einhalten – die Tiere sind deutlich kleiner und leichter als in der Literatur angegeben. Achten Sie daher beim Kauf auf eine Zuchtlinie, bei der der Züchter die tatsächliche Schwere der Rasse im Blick behält und nicht nur auf Schönheit züchtet.

Farbschläge

Cochin

Derzeit sind durch den Bund deutscher Rassegeflügelzüchter e. V. (BDRG) insgesamt sieben Farbschläge offiziell anerkannt:

  • gelb: tiefes, sattes Gelb, ebensolches Untergefieder, auch Schnabel und Läufe sind gelb
  • schwarz: grünlich glänzendes, tiefes Schwarz, Läufe gelb, Schnabel dunkel bis gelb
  • weiß: reines Silberweiß, gelber Schnabel und gelbe Läufe
  • blau: gleichmäßiges Blau ohne Saum, gelber bis dunkler Schnabel, gelbe Läufe
  • gesperbert: Einzelfedern sind leicht bogig und abwechselnd schwarz bis blaugrau gesperbert, Hennen wirken dunkler als Hähne, gelber bis dunkler Schnabel, ebensolche Läufe
  • rebhuhnfarbig-gebändert: (beim Hahn) rotbrauner Kopf, goldbrauner Hals- und Sattelbehang mit schwarzen Schäften, dunkelbraune Schultern und ebensolcher Rücken, Bauch, Brust, Schenkel sowie Laufbefiederung schwarz, schwarzer Schwanz, (bei der Henne) Grundfarbe goldbraun mit dunker Bänderung, goldfarbiger Halsbehang mit schwarzen, breiten Schaftstrichen, schwarzbrauner Schwanz, braune, dunkel gezeichnete Laufbefiederung, Schnabel und Läufe bei beiden Geschlechtern gelb
  • schwarz-weißgescheckt: grün-schwarz glänzende Hauptfarbe, weißer Fleck an den Federenden, Hähne sind dunkler gefärbt als Hennen, Schnabel gelb bis dunkel, Läufe gelb

Nutzung / Wirtschaftlichkeit

Eigentlich handelt es sich bei den Cochin um eine ausgesprochene Fleischrasse, sofern die Tiere aus einer entsprechenden Zuchtlinie stammen. Viele Züchter legen mehr Wert auf die Schönheit der Tiere und verlieren dabei die rassetypische Schwere aus den Augen. Achten Sie daher bei der eigenen Zucht darauf, nur große und schwere Tiere miteinander zu verpaaren und zu leichte Exemplare gar nicht erst zur Vermehrung zuzulassen.

Nichtsdestotrotz ergibt der Schlachtkörper einen schönen Sonntagsbraten selbst für eine etwas größere Familie. Trotz ihrer Masse lassen sich Cochins aber auch den Zwiehühnern zuordnen, da sie mit rund 120 Eiern im Jahr eine für ihre Größe recht beachtliche Legeleistung zeigen. Die Hennen sind zuverlässige Glucken, was die Rasse für eine Naturbrut geeignet macht.

Tipp: Durch die üppige Befiederung haben Cochin-Hähne große Schwierigkeiten, die Hennen zu befruchten. Somit ist die Befruchtungsrate der Eier sowohl bei der Natur- als auch bei der Kunstbrut sehr gering, weshalb diese Rasse als schwer zu züchten gilt. Sie verbessern die Befruchtung der Eier, indem Sie die Kloaken sowohl der Hähne als auch der Hennen federfrei halten. Dazu schneiden Sie die Befiederung rund um den Kloakenbereich regelmäßig aus bzw. ab.

Charakter

Cochin Hühner gelten als sehr ruhig und friedlich, die eben nicht wie aufgescheucht durch den Stall flattern und gackern. Durch ihr dichtes Federkleid sind sie zudem gut vor Kälte geschützt und sehr robust. Zugleich aber neigen die Tiere schnell zum Verfetten und dadurch zu Herzproblemen, vor allem, wenn sie zu stark gefüttert werden. Beobachten Sie die Tiere daher und stimmen Sie die Fütterung sorgfältig auf den tatsächlichen Bedarf der Tiere ab. Cochins lassen sich aufgrund ihres ruhigen Temperaments übrigens sehr gut mit anderen Rassen vergesellschaften, sofern es sich dabei nicht um allzu lebhafte Exemplare handelt.

Haltung

Cochin

Entgegen vieler anders lautender Beschreibungen im Internet sind Cochin Hühner in der Haltung recht kompliziert. Zunächst einmal ist der Hühnerstall sowie der Auslauf stets peinlich sauber zu halten, damit die befiederten Läufe nicht verschmutzen. Der Auslauf sollte zudem einen fest bewachsenen, nicht verschlammenden Untergrund haben und einen regenfesten Unterstand vorweisen, da sonst das üppige Gefieder sich rasch mit Nässe vollsaugt.

Aus demselben Grund sollten die Tiere nicht über eine feuchte Wiese oder durch Pfützen laufen müssen. Überhaupt ist zu viel Auslauf bei Cochins – im Gegensatz zu anderen Hühnern – von Nachteil, da die Hennen dann weniger Eier legen.

Im Stall führt eine Hühnerleiter bzw. Stiege zu den eher niedrig angebrachten Sitzstangen hoch. Cochin Hühner fliegen aufgrund ihres hohen Gewichts nicht und können auch nicht von Höhen herunterspringen. Ohne Leiter gelangen die Tiere nicht auf ihren nächtlichen Schlafplatz.

Weitere Informationen

Wenn Sie sich für Cochin Hühner und ihre Haltung interessieren, finden Sie beim Sonderverein der Züchter des Cochin-, Brahma- und Zwerg-Brahma-Huhnes e. V. vielfältige Informationen und können die Kontaktdaten von Züchtern in Erfahrung bringen.