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Exotische Pflanzen | 10 winterharte Exoten für den Nutzgarten

exotische Früchte

Mit exotischen Pflanzen assoziieren die meisten Menschen schwüles Klima und die warme Sonne des Südens. Dabei ist es sogar möglich, manch einen Baum oder Strauch aus fernen Ländern auch im eigenen Nutzgarten zu kultivieren. Dieser Ratgeber geht sogar noch einen Schritt weiter. Im Folgenden findet der Gärtner Exoten, die obendrein winterhart sind. Noch dazu bringen manche der vorgestellten Gewächse nicht nur Urlaubsfeeling in den Garten, sondern auch süßes Obst sowie reifes Gemüse hervor.

1. Blauschotenstrauch (Decaisnea fargesii)

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: Schoten
  • maximale Wuchshöhe: bis zu 3 m

Dieser imposante Strauch ist sozusagen ein blaues Wunder aus der Ferne. Allein optisch machen die blauen Bohnenfrüchte ordentlich was her. In den Schoten findet der Gärtner ein geleeartiges Fruchtfleisch, dessen Geschmack an Süße kaum zu übertreffen ist. Das Tolle an Decaisnea fargesii ist, dass er kaum Ansprüche an den Boden stellt.

Hinweis: Obwohl der Blauschotenstrauch ein winterharter Exot ist, sollte der Gärtner junge Sträucher in den ersten Standjahren vor Frost schützen.

2. Bocksdorn (Lycium barbarum)

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: Beeren
  • maximale Wuchshöhe: bis zu 2 m

Der Bocksdorn stammt ursprünglich aus Asien, hat sich aber hervorragend an das europäische Klima angepasst. Besonders beliebt ist der Strauch als Heckenpflanze. Die leuchtend roten Beeren, die von Sommer bis Herbst an seinen Zweigen hängen, sind mit der amerikanischen Gojibeere verwandt und besitzen ebenso heilsame Eigenschaften. Getrocknet lassen sie sich wunderbar zu einem Tee aufbrühen.

3. Erdbeer-Baum (Arbutus unedo)

Exoten Erdbeerbaum

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: rote Beeren, die an Erdbeeren erinnern
  • maximale Wuchshöhe: 2,5 m

Ja, die Erdbeere wächst auch als Baum. Arbutus unedo bringt ebenso schmackhafte, süße Früchte hervor, die sich sogar mitsamt der Schale essen lassen. Hat der Gärtner die roten Beeren von den Zweigen gepflückt, sorgt der Exot trotzdem weiterhin für Farbe im Nutzgarten. Seine Blätter sind immergrün.

Tipp: Bei wenig Platz im Nutzgarten empfiehlt es sich, Arbutus unedo im Kübel zu halten. Bei dieser Kultivierungsform wächst er automatisch kleiner.

4. Granatapfel Russian (Punica granatum)

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: Apfelfrüchte
  • maximale Wuchshöhe: bis zu 2 m

Den zarten Zweigen des Granatapfel Russian traut der Gärtner auf den ersten Blick gar nicht zu, jede Menge leckerer Früchte zu tragen. Doch in dem Baum stecken mehr Kräfte als gedacht. Er bringt nicht nur schmackhaftes Obst hervor, sondern ist auch bis zu -18°C winterhart.

Tipp: In den ersten Jahren empfiehlt es sich, Punica granatum im Kübel zu halten. Erst später sollte der Gärtner den Baum ins Freiland setzen, um sicher zu gehen, dass er vollständig winterhart ist.

5. Japanischer Oliven-Baum (Hovenia dulcis)

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: Fruchtstiele
  • maximale Wuchshöhe: bis zu 10 m

Dieser außergewöhnliche Baum stammt zwar aus Asien und nicht aus dem Paradies, seine Früchte verführen jedoch jeden Gärtner mit ihrem Geschmack. Das Besondere ist, dass sich nicht die eigentlichen Früchte zum Verzehr eignen, sondern ihre Stiele. Diesen schmecken wunderbar süß, vergleichbar mit einer Mischung aus Walnüssen, Rosinen und kandiertem Obst.

Tipp: Die Walnuss-Rosinen sind lange haltbar und entwickeln getrocknet sogar noch mehr Süße.

6. Lotuspflaume (Diospyros Lotus)

Lotuspflaume Frucht

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: Pflaumen
  • maximale Wuchshöhe: bis zu 5 m

Während sich andere Exoten des Nutzgartens im Herbst in die Winterruhe zurückziehen, trumpft die winterharte Lotuspflaume zu dieser Jahreszeit erst richtig auf. Erst spät im Jahr entwickelt sie ihre orangenen, mit der Kaki beziehungsweise Sharon verwandten Früchte. Diese wechseln von einem rötlichen Farbton in ein tiefes blau-schwarz und besitzen dann eine sehr weiche Schale sowie ein herrlich süßes Fruchtfleisch. Hier greift der Gärtner gerne öfter zu. Da die Pflaumen nur rund 2 cm groß werden, ist das auch erforderlich.

Hinweis: Für den vollen Genuss sollte der Gärtner die Früchte gut ausreifen lassen. Im unreifen Zustand schmecken sie noch herb.

7. Chinesisches Spaltkörbchen (Schisandra chinensis)

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: kugelförmige Beeren
  • maximale Wuchshöhe: bis zu 3 m

Die Schisandra ist in europäischen Gärten eine wahre Rarität. Ihre Beeren gleichen hinsichtlich ihrer Farbe sowie ihrer Größe den heimischen Johannisbeeren. Sie hängen in Trauben angeordnet an den Zweigen. In Russland ist das Gewächs als Limmonik bekannt. Die Bezeichnung ist auf den zitrusartigen Geschmack zurück zu führen.

Ganz anders urteilen die Asiaten über das Aroma. Hier nennen die Menschen die Frucht der Schisandra auch Wu Wie Zi, was so viel wie Fünf-Geschmacks-Frucht bedeutet. Demnach sollen die Beeren süß, sauer, bitter, scharf und sogar salzig schmecken. Ob das wirklich zutrifft kann der Gärtner wohl erst beantworten, wenn er den Obststrauch im eigenen Nutzgarten anbaut.

In einem Punkt haben die Asiaten jedoch auf jeden Fall recht: ganz nach der Traditionellen Chinesischen Medizin, in der eine Mahlzeit erst dann vollkommen ist, wenn sie alle fünf Geschmacksrichtungen enthält, besitzt auch die Beere der Schisandra heilende Kräfte.

Schisandra Beeren

8. Weibliche Papiermaulbeere (Broussonetia papyrifera)

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: exotische Beeren
  • maximale Wuchshöhe: bis zu 5 m

In dem Papiermaulbeerbaum vereinen sich zahlreiche Pflanzen und Verwendungsmöglichkeiten. Allein der ungewöhnliche Name lässt darauf schließen, dass es sich hierbei um einen wahren Exoten handelt, der obendrein auch noch winterhart ist. Die Rinde dient beispielsweise der Papierherstellung. Die Früchte besitzen wohl die außergewöhnlichste Optik überhaupt. Der Gärtner kann sich die orangenen Kügelchen etwa wie eine umgestülpte Feige vorstellen.

Der Geschmack ist aber noch viel süßer als jener der Paradiesfrüchte. Hinzu gesellen sich leichte Aromakomponenten der Maulbeere. Um von den Früchten zu naschen, lutscht der Gärtner die Kügelchen am besten aus. Dabei erwartet ihn eine Überraschung, die er auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht erahnt: die Früchte besitzen kleine Kerne, die für einen Extra Knuspereffekt sorgen.

Hinweis: Das Innere der Frucht weist im überreifen Zustand die beste Konsistenz auf.

9. Westliche Sandkirsche (Prunus pumila besseyi)

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: Kirschen
  • maximale Wuchshöhe: bis zu 1 m

Die Westliche Sandkirsche hat den Weg aus Amerika in deutsche Nutzgärten gefunden und begeistert vor allem, weil sie absolut winterhart ist. Die Verwandtschaft zur heimischen Kirsche ist ihr deutlich anzusehen. Typisch ist die strahlend weiße Blüte. Ihre Blätter sind allerdings etwas länglicher.

Jedoch trumpft sie mit einer besonderen Eigenschaft auf: Prunus pumila besseyi trägt noch im August Früchte. Diese schmecken wie gewöhnliche Kirschen und weisen auch optisch keinen Unterschied auf. Nur wer sich lange genug gedulden kann und die Früchte überreif werden lässt, wird mit einem Aroma belohnt, das leicht an Bitterschokolade erinnert.

Tipp: Die Früchte der Westlichen Sandkirsche schmecken ausgezeichnet zu Limonade oder Marmelade verarbeitet.

10. Zwerg-Granatapfel (Punica granatum ‚Nana‘)

Granatapfel Baum

  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • mehrjährig
  • Früchte: Apfelfrüchte
  • maximale Wuchshöhe: bis zu 1 m

Wer in einem kleinen Nutzgarten nicht auf Obst oder Gemüse verzichten möchte, trifft mit dem Zwerg-Granatapfel die richtige Wahl für einen winterharten Exoten. Die im Herbst erscheinenden Früchte stehen ihren großen Verwandten hinsichtlich der Süße und Saftigkeit um nichts nach. Darüber hinaus kann der Gärtner sich im Sommer an der leuchtend roten Blüte erfreuen. Besonders schön wirkt Punica granatum ‚Nana‘ als Kübelpflanze.

Auch nicht winterharte Exoten können Sie zu Hause kultivieren. Hier finden Sie ein paar Anregungen.