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Tomatenkrankheiten: erkennen und beseitigen | Anleitung mit Bildern

Tomatenkrankheiten

Tomaten sind in Kleingärten und in der Selbstversorgung sehr beliebt, versprechen sie doch eine reiche Ernte auf recht geringer Fläche. Dafür verlangen sie jedoch eine gute Pflege am bestmöglichen Platz. Trotzdem verhindern Tomatenkrankheiten, tierische Schädlinge oder physiologische Störungen immer wieder die erwartete Erntefülle. Ein rechtzeitiges Einschreiten ist jedoch häufig erfolgreich.

Wie erkenne ich einen Schädlingsbefall?

Tierische Schädlinge hinterlassen immer Spuren auf Ihren Tomaten, auch wenn manche von den Tierchen aufgrund ihrer Größe mit dem bloßen Auge nicht selber zu erkennen sind. Weiße Flecken, dünne Spinnfäden, ein klebriger Belag oder schwarze Kotkügelchen können die ersten Anzeichen sein. Bei allen tierischen Schädlingen ist es wichtig, einen Befall frühzeitig zu erkennen. Nur dann ist eine Bekämpfung erfolgversprechend und die Ernte noch zu retten.

Mögliche Symptome eines Schädlingsbefalls:

  • Mottenschildlaus/Weiße Fliege: klebriger Belag auf Blättern und Früchten, weiße Insekten auf der Blattunterseite (ca. 2 mm groß)
  • Spinnmilbe: dünne Spinnfäden auf den Blättern und Trieben, leichte Gelbfärbung der Blätter, bei starkem Befall vertrocknete Blätter
  • Thripse/Fransenflügler: schwarze Kotkügelchen, weiße Flecken auf Blättern und Früchten
  • Tomatenminierfliege: verschlungene Miniergänge (helle Linien) auf den Blättern
  • Tomatenrostmilbe: vertrocknende Triebe, Blätter und Blüten, verkorkende Schale der jungen Früchte

Spinnmilben

Wie kann ich tierische Schädlinge erfolgreich bekämpfen?

Natürlich können Sie prinzipiell chemische Mittel für die Schädlingsbekämpfung verwenden, empfehlenswert ist dies jedoch vor allem bei Nutzpflanzen nicht. Sie müssen immer damit rechnen, dass Rückstände auf den Pflanzen bleiben und sich möglicherweise auch in den Früchten ansammeln. Dabei ist ja oft die Schadstofffreiheit ein wesentlicher Grund, sich selbst mit Gemüse zu versorgen. Viele Schädlinge lassen sich mit sogenannten Nützlingen oder Raubinsekten bekämpfen.

Gegen Thripse können Sie sehr gut Raubinsekten einsetzen. Florfliegenlarven oder Raubmilben nehmen Ihnen die Arbeit ab, ohne dass die Pflanzen Schaden nehmen oder Ihre Tomaten ungenießbar wären. Spinnmilben werden von Raubmiben ebenfalls vernichtet. Hier kann aber auch das Abspritzen der Tomatenpflanzen mit einem kräftigen Wasserstrahl helfen. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Blätter zügig trocknen können! Feuchtigkeit fördert die Ansteckung mit diversen Pilzerkrankungen.

Auch die Weiße Fliege und die Tomatenminierfliege können Sie mit Hilfe von Raubinsekten bekämpfen, hier ist jedoch die Schlupfwespe zu empfehlen. Ein Befall mit Tomatenrostmilben wird in der Regel erst so spät erkannt, dass eine Bekämpfung kaum noch möglich ist. Entfernen Sie die befallenen Pflanzen umgehend, damit die Milben nicht auf die Nachbarpflanzen übergehen können.

Wie erkenne ich Pilzkrankheiten meiner Tomaten?

Leider sind Pilzkrankheiten im Tomatenanbau keine Seltenheit. Es gibt zahlreiche verschiedene Erreger, die zu unterschiedlichen Zeiten gehäuft auftreten. Dabei zeigt jede Pilzinfektion andere Symptome. Allen gemeinsam ist jedoch, dass nur schnelles Erkennen der Tomatenkrankheiten und rasches Eingreifen Ihre Pflanzen und die Ernte retten können.

Häufige Pilzkrankheiten bei Tomaten:

  • Dürrfleckenkrankheit
  • Frucht- und Stängelfäule
  • Grauschimmel
  • Korkwurzeln
  • Kraut- und Braunfäule
  • Mehltau (Echter und Falscher Mehltau)
  • Samtfleckenkrankheit

Dürrfleckenkrankheit

Dürrfleckenkrankheit

Diese Infektion ist die am häufigsten bei Tomaten vorkommende Pilzkrankheit und nicht leicht zu bekämpfen. Meist beginnt der Befall zwischen Juni und August im unteren Bereich der Pflanze und steigt langsam nach oben. Zwischen den Blattadern zeigen sich schwarze Flecken bevor sich die Blätter einrollen und abfallen. Befallene Früchte werden weich, sie faulen und schimmeln. Ist der Standort zu warm und zu feucht, dann hilft eine Umpflanzen. Behandelt werden die befallenen Pflanzen außerdem mit einem Fungizid um die Ausbreitung der Erreger zu verhindern.

Frucht- und Stängelfäule

Fruchtfäule

Die Sporen der Didymella lycopersici, verantwortlich für die Frucht- und Stängelfäule werden durch Wind und Regen verbreitet. Wunden und Stielansätze sind die Eintrittspforten. Zu Beginn der Erkrankung zeigt sich eine Schwarzfärbung des Rindengewebes im unteren Bereich der Tomatenpflanze, später eine Gelbfärbung der Blätter. Die Früchte färben sich dunkel und beginnen schließlich zu schimmeln. Behandelt wird die Frucht- und Stängelfäule wie die Dürrfleckenkrankheit.

Grauschimmel

Grauschimmel

Von Mai bis September kann Grauschimmel auftreten, auch Geisterfleckenkrankheit genannt. Er befällt die ganze Pflanze und bevorzugt hohe Luftfeuchtigkeit. Daher ist er häufig in Gewächshäusern zu finden. Reagieren Sie schon bei den ersten grauen Flecken auf den Blättern bevor Ihre Tomaten zu schimmeln beginnen. Schneiden Sie alle befallenen Teile der Pflanze bis in das gesunde Gewebe zurück und entsorgen Sie verschimmelt Früchte. Stark befallen Pflanzen sollten Sie komplett entsorgen, aber nicht auf dem Kompost. Dort können die Pilzsporen überleben und sich weiter verbreiten.

Korkwurzeln

Die Korkwurzeln gehören nicht zu den speziellen Tomatenkrankheiten, sie können durchaus auch bei anderen Pflanzen wie Gurken, Paprika oder Auberginen auftreten. Leider hält sich die Krankheit oft über mehrere Jahre, wenn die Erreger im Boden überdauern. Daher sollten Tomaten idealerweise nicht jedes Jahr am gleichen Standort angebaut werden. Das korkartige Aussehen der Wurzeln tritt vor allem bei heißem Wetter und Trockenheit auf. Später zerfällt das Gewebe. Eine Bodenverbesserung und ausreichendes Gießen sind sinnvoll.

Kraut- und Braunfäule

Krautfäule

Die Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) tritt fast ausschließlich bei Freilandtomaten auf und wird durch den Wind übertragen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und mäßig warmes Wetter (ca. 18 °C bis 20 °C) tragen zu einer raschen Verbreitung der Infektion bei. Befallene Tomaten sollten nicht mehr verzehrt werden. Sie bekommen braune harte Flecken, die sich später schwarz verfärben. Bei anhaltender Feuchtigkeit bildet sich ein grauweißer Belag auf den Blättern, bevor diese absterben. Eine Bekämpfung mit Fungiziden ist nur im Anfangsstadium erfolgversprechend.

Echter Mehltau

Tomatenkrankheiten - echter Mehltau

Auch der Echte Mehltau ist bei Tomaten weit verbreitet. Unbehandelt kann er zum Absterben der Pflanze führen. Meistens tritt Echter Mehltau zwischen Mai und August auf. Betroffen sind in der Regel die Blätter und Blattstiele. Klebrige weiße Flecken auf den Blattoberseiten fließen immer mehr ineinander und das Wachstum ist gestört. Später vergilben und vertrocknen die Blätter. Bevor Sie zu einem Fungizid greifen probieren Sie eine ökologische Behandlung mit konzentrierter Seifenlauge. Besprühen Sie betroffene Pflanzen mehrmals im Abstand von wenigen Tagen mit dieser Lauge.

Samtfleckenkrankheit

Die Samtfleckenkrankheit ist eher bei Gewächshaus- oder Folientomaten zu beobachten, im Freiland tritt sie folglich seltener auf. Unscharfe fahlgelbe Flecken auf der Blattoberseite und ein brauner samtartiger Belag an den gleichen Stellen auf der Blattunterseite sind die charakteristischen Symptome. Später sterben die betroffenen Blätter ab.

Welche physiologische Störungen gibt es bei Tomaten?

Auch bei Tomaten können physiologische Störungen auftreten. Diese werden jedoch nicht zu den Tomatenkrankheiten gezählt, denn sie werden weder durch Schädlinge noch durch Pilzerkrankungen verursacht. Hitze, Kälte, die Gene oder auch die Versorgung führen hier zu unterschiedlichen Schäden an den Früchten und/oder Pflanzen.

Mögliche physiologische Störungen bei Tomaten:

  • aufgeplatzte Früchte
  • eingerollte Blätter
  • Gelb- oder Grünkragen
  • Kälteschaden
  • Kalziummangel
  • Magnesiummangel
  • Nasenbildung
  • Sonnenbrand

Wie erkenne und bekämpfe ich Mangelerscheinungen?

Bei Tomaten kommen vor allen Dingen Kalzium- oder Magnesiummangel vor. Beide Mangelerscheinungen sind recht leicht zu erkennen. Ein Kalziummangel führt zur sogenannten Blütenendfäule. Dabei bilden sich an den Blütenansätzen der Früchte wässrige Flecken, die sich später braunschwarz färben.

Blütenendfäule
Blütenendfäule

Magnesiummangel zeigt sich an den Blättern Ihrer Tomatenpflanze. Die Blätter verfärben sich gelb während die Blattadern grün bleiben. Dies geschieht vor allem im unteren und mittleren Bereich der Pflanze. Später vertrocknen die Blätter.

Überhitzung und eine zu starke Sonneneinstrahlung können zum Gelb- oder Grünkragen bei den Früchten führen. Die betroffenen Stellen am Stielansatz sind deutlich von der reifen Frucht abgegrenzt und das Fruchtfleisch bleibt hart. Kaliummangel, zu hohe Stickstoffgaben und auch zu starkes Ausgeizen (Entfernen der überzähligen Seitentriebe) sind indes weitere Ursachen für diese physiologische Störung.

Mit einer ausgeglichenen Wasser- und Nährstoffversorgung sollten Sie Mangelerscheinungen schnell wieder in den Griff bekommen. Regelmäßiges Gießen und spezieller Tomatendünger sind hier hilfreich. Nach einer Bodenanalyse können Sie gegebenenfalls auch den pH-Wert erhöhen, falls Ihr Boden für Tomaten zu sauer ist.

Wie kann ich in Zukunft Tomatenkrankheiten verhindern?

Die beste Vorsorge gegen alle Arten von Tomatenkrankheiten ist eine sorgfältige Wahl des Standorts und eine angemessene Pflege. Auch wenn Tomaten recht viel Wasser benötigen, kann zu viel davon an der falschen Stelle Schaden anrichten. Die Blätter und Früchte sollten möglichst immer trocken bleiben, da sie sehr anfällig für Pilzsporen sind. Regen und das Gießen von oben sind daher zu vermeiden. Auch eine gute Nährstoffversorgung schützt vor vielen Tomatenkrankheiten. Regelmäßiges Dünger ist daher zu empfehlen.

Pflanzen Sie Ihre Tomaten an einen sonnigen Platz oder in ein Gewächshaus damit sie die nötige Wärme zum Wachsen und Reifen bekommen. Beim Tomatenanbau im Gewächshaus ist eine gute Belüftung sehr wichtig. Die Luftfeuchtigkeit sollte möglichst unter 70 Prozent bleiben. Da einige Erreger für Pilzerkrankungen auch von Kartoffeln angezogen und durch den Wind verbreitet wird, sollten Kartoffeln nicht in die Nähe von Tomaten gepflanzt werden.

Kräftige und gut versorgte Pflanzen sind wesentlich resistenter gegen Schädlingsbefall und Tomatenkrankheiten. Binden Sie den Haupttrieb Ihrer Tomatenpflanzen an einen Stab und entfernen Sie unerwünschte Seitentriebe regelmäßig. Um eine Übertragung von Keimen zu verhindern, desinfizieren Sie alle Pflanzstäbe einmal pro Jahr. Dies können Sie entweder vor oder nach der jeweiligen Saison erledigen.