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Idealer Standort für Tomaten – Sonne oder Schatten für Tomatenpflanzen?

Standort für Tomaten

Die Tomate gehört zu den Nachtschattengewächsen. Doch trügt der Name zumindest hinsichtlich des bevorzugten Standorts der Tomatenpflanzen. Denn Tomaten sind keineswegs lichtscheu, sondern – wie bei allen anderen Pflanzen auch – ist ein bestimmtes Maß an Sonne sogar essentiell für eine gute Entwicklung und ein gesundes Wachstum. Wie der perfekte Standort für Tomaten aussieht, erfahren Sie im Folgenden.

Warum der Standort über die Entwicklung der Tomatenpflanzen mit entscheidet

Tomatenpflanzen leben nicht nur von der Sonne allein. Neben Sonne und Schatten entscheiden verschiedene andere Aspekte über die Entwicklung der Tomaten, die sich meist recht einfach durch die Wahl eines geeigneten Standorts beeinflussen lassen:

  1. Belichtung: Das Licht der Sonne ist die absolute Grundvoraussetzung, dass eine Pflanze im Rahmen der Photosynthese aus Kohlendioxid und Wasser den für sie lebenswichtigen Energielieferant Traubenzucker, sowie das Nebenprodukt Sauerstoff, erzeugen kann. Zu viel Sonne und das vollständige Fehlen von Schatten kann dagegen durch die im Licht enthaltene UV-Strahlung Blattzellen schädigen und so die Tomatenpflanzen in ihrer Entwicklung beeinträchtigen. Auch der Feuchtigkeitshaushalt von Pflanze und Boden kann durch ein Übermaß oder einen Mangel an Licht nachteilig beeinflusst werden.
  2. Belüftung/Wind: Eine ausreichende Luftzufuhr ist für die Vermeidung von dauerhafter Staunässe und Kondensatbildung erforderlich. Übermäßiger Wind kann dagegen schwache oder im allgemeinen Wuchs filigran ausgebildete Pflanzen stark beanspruchen und Blätter und Stängel schädigen.
  3. Feuchtigkeit: Wasser ist für das Überleben der Tomaten als wichtiger Bestandteil der Photosynthesereaktion unerlässlich. Staunässe, also ein nicht abfließendes Überangebot an Feuchtigkeit, begünstigt dagegen die Entwicklung von Schimmel oder Fäulnis, was letztlich zur Schädigung bis hin zum Absterben der Pflanze führen kann.
  4. Bodenbeschaffenheit: Jede Pflanze hat eigene Anforderungen an den Boden, in dem sie wächst. Die Eigenschaften können die Wasserdurchlässigkeit, das Nährstoffangebot, aber auch die Möglichkeiten zur Wurzelausbreitung betreffen und werden durch Bestandteile wie Humus, Sand, Lehm, Steine und andere Inhaltsstoffe beeinflusst.

Der ideale Standort für jede Wachstumsphase

Nicht nur die Tomatenpflanzen im Allgemeinen haben eigene Anforderungen an ihren Standort. Sogar die einzelnen Entwicklungsstadien der Tomaten bedürfen ganz eigener, individueller Aspekte, um sich gemäß ihres jeweiligen Wachstumsstands gut und kräftig entwickeln zu können. Die folgende Auflistung zeigt, worauf eine Pflanze in welchem Stadium besonders angewiesen ist, so dass die Wahl eines geeigneten Standorts, oder auch die Anpassung eines nicht veränderbaren Standorts, einfach zu gelingt.

Anzucht

Tomaten Anzucht

Ideale Voraussetzungen:

  • Sonniger und warmer Standort für hohe Keimfreudigkeit
  • Hohe Bodenfeuchte
  • Gute Belüftung zur Vermeidung von stehender Nässe und Kondensat als Voraussetzung für Schimmel und Fäulnis
  • Geeignete Anzuchterde mit geringem Salzgehalt

Zu vermeiden:

  • stark windige Standorte, um übermäßige Austrocknung des Bodens zu vermeiden
  • frostanfällige Standorte, da gekeimte Saat stark frostanfällig ist
  • direkte Beregnung, um Fortspülen der Saat zu vermeiden
  • Staunässe wegen zu wenig durchlässigen Böden und übermäßiger Bewässerung

Möglichkeiten zur Standortverbesserung:

  • Wind-, Frost- und Regenschutz, beispielsweise durch mobile Gewächshäuser, transparente Folientunnel oder Ähnliches
  • Erhöhung der Luftfeuchtigkeit durch Verwendung von transparenten, aber nicht komplett luftdicht abgeschlossenen Abdeckungen

Pikieren und Entwicklung

Ideale Voraussetzungen:

  • Sonniger und warmer Standort, ideal sind ca. 25° C
  • Hohe Bodenfeuchte für ausreichende Wasserversorgung der Pflanze
  • Gute Belüftung zur Vermeidung von stehender Nässe und Kondensat
  • Pikiererde mit hohem Nährstoffgehalt und guter Wasserspeicher- und Drainfähigkeit

Zu vermeiden:

  • stark windige Standorte, um übermäßige Austrocknung von Boden und Jungpflanze zu vermeiden
  • frostanfällige Standorte, da Jungpflanzen durch Frost schnell geschädigt werden oder komplett absterben
  • übermäßige Sonneneinstrahlung, da UV-Bestandteile des Lichts nicht vollständig entwickelte Pflanzen stark beanspruchen und schädigen
  • direkte Beregnung, da feuchte Blätter besonders anfällig für Pilze und andere Erkrankungen sind
  • Staunässe, um Schäden des Wurzelwerks durch Fäulnis und Schimmel zu verhindern

Möglichkeiten zur Standortverbesserung:

  • Wind-, Frost- und Regenschutz, beispielsweise durch mobile Gewächshäuser, transparente Folientunnel oder Ähnliches
  • Angebot an ausreichend Schatten durch Abdeckungen, oder verschattende Begleitpflanzen
  • Bodenverbesserung, z.B. durch Düngerzugabe

Wachstum und Reife

Tomaten im Freiland

Ideale Voraussetzungen:

  • Sonniger und warmer Standort um 25° C
  • Hohe Bodenfeuchte durch ausreichende Bewässerung und speicherfähige Bodenbestandteile
  • Gute Belüftung zur Vermeidung von stehender Nässe im Wurzel- und Stielbereich
  • Nährstoffreiche und drainfähige Böden im leicht sauren Ph-Bereich zwischen 6,5 und 7 mit guter Wasserspeicherkapazität

Zu vermeiden:

  • stark windige Standorte, um übermäßige Austrocknung von Boden und Pflanze zu vermeiden und Schäden an Blättern und Stilen zu unterbinden
  • direkte Beregnung, da feuchte Blätter besonders anfällig für Pilze und andere Erkrankungen sind
  • Staunässe, um Schäden des Wurzelwerks durch Fäulnis und Schimmel zu verhindern

Möglichkeiten zur Standortverbesserung:

  • Wind- und Regenschutz, beispielsweise durch mobile Gewächshäuser, transparente Folientunnel oder Ähnliches
  • Regelmäßige Nährstoffzufuhr durch Kompost, Dünger oder ähnliche Maßnahmen

Balkon versus Freiland – diese Unterschiede bringt der Standort mit sich

Nicht immer kann die Tomatenzucht unter optimalen Bedingungen im Gewächshaus oder Freiland erfolgen. Wer beispielsweise ohne Garten dennoch nicht auf selbst gezogene Tomaten verzichten möchte, kann zur Anzucht auf die heimische Fensterbank und für die folgende Aufzucht auf Balkon oder Terrasse ausweichen. Selbstverständlich sind einzelne Standortbedingungen in diesen improvisierten Revieren schwerer umsetzbar, dafür fallen andere Aspekte recht leicht. Gleiches gilt umgekehrt selbstverständlich auch für die Freilandaufzucht. Während im Freiland die Themen Wind-, Frost und Regenschutz schwierig sein können und Bodenverbesserungen meist recht aufwändig sind, können diese Aspekte auf dem heimischen Balkon durch einen Standort nahe der Wand, im Schatten des nächst höheren Balkons, oder auf der Windabgewandten Geländerseite gut realisiert werden. Auch optimale Böden lassen sich im begrenzten Volumen der Pflanzkübel gut umsetzen.

Tomaten auf dem Balkon

Schwieriger zu kontrollieren ist auf dem Balkon statt dessen eine optimale Wasserversorgung, da unmittelbar nach dem Gießen meist ein Überangebot vorhanden ist, das im begrenzten Topfvolumen schwer abfließen kann. Auch ohne Wind und übermäßige Sonneneinstrahlung trocknen Topfpflanzen schneller aus, als ihre Geschwister im Freiland. Sowohl Freilandhaltung, als auch die Balkonaufzucht sind mit etwas Geschick und Aufmerksamkeit gut machbar, allerdings sollte der Fokus auf den jeweiligen Schwächen der gewählten Variante ruhen.

Der richtige Standort für Tomaten – mit dem richtigen Wissen einfach realisiert

Tomatenpflanzen sind wesentlich anspruchsvoller als viele andere Pflanzen unseres täglichen Lebens. Sie stellen lediglich klare Anforderungen an ihre Umgebung um ein optimales Wachstum zu erzielen. Wie immer, gilt es, extreme Zustände, wie beispielsweise ausschließlich Licht oder eine dauerhafte Lage im Schatten, zu vermeiden und ein gesundes Mittelmaß an Wärme und Feuchtigkeit anzubieten. Je nach Wachstumsphase benötigen die Tomaten unterschiedliche Dinge in unterschiedlicher Menge. Mit dem Wissen um diese Bedürfnisse lassen sich selbst ungünstige Standorte recht einfach so ertüchtigen, dass der Aufzucht eigener Tomaten nichts mehr im Wege steht.