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Kürbisarten mit Bild: 12 beliebte Kürbissorten | Übersicht

Kürbisarten

Angesichts der Größe mancher Kürbisarten fällt es schwer zu glauben, dass die Früchte botanisch gesehen zu den Beeren gehören – ebenso wie Gurken und Melonen, mit denen die schmackhaften Riesenfrüchte eng verwandt sind. Der Arten- und Sortenreichtum der Pflanzenfamilie ist riesig, genau so wie die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Kürbis schmeckt roh ebenso wie gekocht, gebacken, gebraten oder frittiert.

Vielfältig verwendbare Kürbisse

Ursprünglich stammt der Kürbis wie die Tomate und die Kartoffel aus der „Neuen Welt“, konnte sich aber dank seiner zahlreichen positiven Eigenschaften rasch bei uns durchsetzen. Die Früchte, die je nach Art mehrere hundert Kilogramm schwer werden können, sind schmackhaft, gesund und lassen sich mehrere Monate lagern. Kein Wunder also, dass Kürbisse für Selbstversorger unverzichtbar sind – nicht nur der Herbst punktet mit Kürbissuppe und Kürbisbrot, auch im Winter schmeckt die Frucht in herzhaften Eintöpfen, als Auflauf oder eingekocht als Kompott oder süß-saures Chutney.

Große Arten- und Sortenvielfalt

Es gibt rund 800 bis 850 verschiedene Kürbissorten, die sich in Größe, Farbe, Aussehen und Geschmack teils stark unterscheiden. Wer verschiedene Arten und Sorten anbaut, vergrößert damit nicht nur seinen Wintervorrat, sondern sorgt zugleich für eine größere kulinarische Abwechslung während der Wintermonate. Doch Vorsicht: Aufgrund ihrer engen Verwandtschaft sollten Sie die verschiedenen Kürbisarten, Kürbissorten sowie Gurken und Melonen nicht zusammen kultivieren. Stattdessen sind die Pflanzen so zu pflanzen, dass die Wahrscheinlichkeit einer gegenseitigen Befruchtung minimiert wird.

Vorsicht, giftig!

Dabei entstehen häufig giftige Kürbisse, die bitter schmecken und nicht gegessen werden sollten. Grund dafür ist der hohe Gehalt des Bitterstoffs Cucurbitacin, der ausschließlich in Kürbisgewächsen vorkommt und dessen Verzehr im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Der Giftstoff ist in Wild- und Zierkürbissorten immer vorhanden, wurde jedoch im Laufe der Jahrtausende – schließlich handelt es sich beim Kürbis um eines der ältesten Nutzpflanzen – aus den Kultursorten herausgezüchtet. Allerdings führt eine Kreuzung oder Mutation immer wieder dazu, dass selbst längst erprobte Kulturkürbisse dennoch Cucurbitacin enthalten können. Um diese Gefahr möglichst einzugrenzen, sollten Sie beim Anbau der verschiedenen Arten auf diese Punkte achten:

  • Pflanzen Sie die Kürbisse sortenrein.
  • Kultivieren Sie verschiedene Arten und Sorten niemals in einer Mischkultur.
  • Vermeiden Sie auch eine Mischkultur mit Zucchini, Gurken und Melonen.
  • Bauen Sie vor allem niemals Zier- und Speisekürbisse gemeinsam an.
  • Zierkürbisse sind immer giftig und daher nicht für den Verzehr geeignet.

Zierkürbisse

Tipp: Oft wird geraten, Kürbisse nur aus gekauften Samen zu ziehen. Dies soll die Gefahr einer Mutation verringern. Natürlich können Sie trotzdem Ihr eigenes Saatgut verwenden, sollten die daraus wachsenden Früchte jedoch vor dem Verzehr prüfen: Probieren Sie vor der Zubereitung ein kleines Stück. Schmeckt dieses bitter, ist es giftig und sollte entsorgt werden.

Die wichtigsten Kürbisarten

Die vielen hundert Kürbissorten werden auf fünf verschiedene Kürbisarten aufgeteilt, von denen für den heimischen Garten jedoch nur drei interessant sind.

1. Gartenkürbis (Cucurbita pepo)

Hierbei handelt es sich um eine große Gruppe sehr formenreicher Kürbissorten. Dabei sind nicht alle Gartenkürbisse essbar, da auch viele der dekorativen, aber giftigen Zierkürbissorten dazu gehören. Auch wenn Kürbisse typischerweise im Herbst reifen, handelt es sich bei Gartenkürbissen oft um so genannte Sommerkürbisse. Diese werden unreif geerntet, haben oft eine weiche Schale und sind daher nur begrenzt lagerfähig.

Tipp: Ob ein Kürbis reif ist oder nicht, können Sie durch den Klopftest feststellen: Klopfen Sie leicht mit den Fingerknöcheln gegen die Schale. Klingt der Kürbis hohl, kann er geerntet werden.

Typische Garten-Kürbisarten sind beispielsweise:

  • Zucchini
  • Rondini
  • Spaghettikürbis
  • Patisson
  • Stripettikürbis

2. Moschuskürbis (Cucurbita moschata)

Der Moschus- oder auch Muskatkürbis weist ein delikates Aroma auf, besitzt oft zartes Fruchtfleisch und eher wenig Kerne. Auch hier ist die Formen- und Farbenvielfalt sehr groß, wobei typische Moschuskürbisse oft eine grüne Schale besitzen, manchmal mit cremefarbenen Flecken.

Typische Moschus-Kürbisarten sind beispielsweise:

  • Butternut oder Butternuss
  • Muskatkürbis

3. Riesenkürbis (Cucurbita maxima)

In diese Gruppe gehören die Riesen unter den Kürbissen, die teils mehrere hundert Kilogramm Gewicht erreichen. Für Selbstversorger sind Riesenkürbisse aufgrund der Ausbeute besonders interessant, gewinnen Sie doch mit einer einzigen Frucht viel mehr Fruchtfleisch als mit jeder anderen Kürbisart. Nachteil ist jedoch, dass sich diese Kürbisse, einmal angeschnitten, schnell verarbeitet werden müssen. Aus diesem Grund eignen sie sich hervorragend zum Einkochen oder auch Einfrieren. Neben den großfrüchtigen Sorten gehören hier aber auch klein- und mittelfrüchtige Kürbisse hinein.

Typische Riesen-Kürbisarten sind beispielsweise:

  • Hokkaido oder Uchiki Kuri
  • Atlantic Giant
  • Bischofsmütze oder Turbankürbis
  • Buttercup

Tipp: Wenn Sie zum Lagern geeignete Kürbissorten anbauen wollen, sind vor allem Hokkaido, Spaghetti- und Butternutkürbis sowie der Patisson zu empfehlen. Diese halten sich bei einer Ernte im Oktober bis in den Februar hinein.

Die 12 besten Kürbissorten für Selbstversorger und ihre Eigenschaften

Eine Auswahl unter den zahlreichen großen und kleinen Kürbisarten und -sorten zu treffen, ist übrigens gar nicht so einfach. Die folgenden 17 Kürbisarten (und ihre -sorten) punkten durch für Selbstversorger besonders wichtige Eigenschaften. So sind sie etwa sehr ergiebig und setzen viele Früchte an, sind äußerst schmackhaft oder stechen schließlich durch ihre lange Lagerfähigkeit hervor. Zudem wurde auf die Vorstellung von reinen Zierkürbissen verzichtet, da diese in der Küche keine Verwendung finden. Die folgenden Kürbisse sind also alle essbar.

Kürbissorten von A bis D

Atlantic Giant

Kategorie: Riesenkürbis (Cucurbita maxima)
Form: rundlich
Schale: orangerot
Fruchtfleisch: gelborange, fest und bis zu 15 Zentimeter dick
Gewicht: 30 bis 100 Kilogramm, einzelne Exemplare werden bis zu 1000 Kilogramm schwer
Geschmack: aromatisch, leicht süß
Verwendung: am besten für Suppen, Pürees, Kompott, zum Einkochen und zum Backen von Brot, Kuchen und für Aufläufe
Besonderheiten: Kürbissorte mit den schwersten und größten Früchten gering lagerfähig

Blauer Ungar

Blauer Ungar

Diese äußerlich sehr markante Sorte wird schon seit dem 18. Jahrhundert in Österreich und Ungarn angebaut. Sie gehört zu den so genannten Bratkürbissen, deren Geschmack sich vor allem beim Braten und Schmoren entfaltet.

Kategorie: Riesenkürbis (Cucurbita maxima)
Form: rund, flach
Schale: graublau
Fruchtfleisch: gelb bis gelborange, fest
Gewicht: 4 bis 10 Kilogramm
Geschmack: süß, leicht mehlig, kartoffelähnlich
Verwendung: vor allem gebraten (z. B. wie Bratkartoffeln, in Scheiben geschnitten und paniert…), aber auch zum Backen, Schmoren, Füllen, für Suppen und Pürees
Besonderheiten: vor der Zubereitung mindestens vier Wochen lagern

Butternut

Butternut

Kategorie: Moschuskürbis (Cucurbita moschata)
Form: birnenähnlich, flaschenförmig
Schale: hellgelb
Fruchtfleisch: gelb bis gelborange
Gewicht: 0,7 bis 2,5 Kilogramm
Geschmack: nussig, süß, sehr aromatisch
Verwendung: für Suppen und Pürees, zum Backen und Braten, Dünsten, für süße Speisen (Marmelade, Kompott, Kuchen)
Besonderheiten: wenig Kerne, sehr gut lagerfähig

Delicata

Delicata Kürbis

Delicata ist eine Untersorte des Spaghettikürbisses und gehört zu den schmackhaftesten Kürbissorten.

Kategorie: Gartenkürbis (Cucurbita pepo)
Form: oval bis länglich
Schale: gelb mit grünen Streifen
Fruchtfleisch: cremig, gelb
Gewicht: 0,4 bis 1,5 Kilogramm
Geschmack: nussig-fruchtig, leicht süß
Verwendung: Backen, Braten, Grillen, zum Füllen und zum Rohessen
Besonderheiten: hat im Inneren einen Hohlraum, der sich prima füllen lässt

Kürbissorten von F bis M

Flat White Boer

Dieser beliebte Kürbis stammt ursprünglich aus Südafrika und wird indes auch als „Weißer Burenkürbis“ oder „Boer Pampoen“ (Bauernkürbis) bezeichnet.

Kategorie: Riesenkürbis (Cucurbita maxima)
Form: sehr flach, rundlich
Schale: cremeweiß
Fruchtfleisch: orange, dick und fest
Gewicht: 4 bis 15 Kilogramm
Geschmack: süß
Verwendung: vor allem für Suppen, Aufläufe und für Süßspeisen, zum Braten
Besonderheiten: die Schale ist essbar

Gelber Zentner

Gelber Zentner

Kategorie: Riesenkürbis (Cucurbita maxima)
Form: flach, rundlich
Schale: orange, glatt
Fruchtfleisch: gelborange, fest und dick
Gewicht: 15 bis 50 Kilogramm
Geschmack: fruchtig, mild
Verwendung: für Suppen und Pürees, für Aufläufe und Eintöpfe, zum Einkochen und Einlegen
Besonderheiten: eignet sich auch sehr gut für süße Gerichte, etwa Kuchen oder Marmeladen

Hokkaido

Hokkaido

Dieser Kürbis gehört zu den japanischen Kürbisarten, konnte sich aber auch bei uns durchsetzen. Er ist äußerst schmackhaft und vielseitig verwendbar.

Kategorie: Riesenkürbis (Cucurbita maxima)
Form: rundlich
Schale: orange
Fruchtfleisch: gelborange
Gewicht: 1 bis 3 Kilogramm
Geschmack: aromatisch, süß
Verwendung: süße wie herzhafte Speisen, für Suppen, Pürees, Aufläufe, Kürbisgulasch, Kuchen und Kompott
Besonderheiten: die harte Schale wird beim Kochen weich und kann mit verwendet werden

Muskatkürbis

Muskatkürbis

Kategorie: Moschuskürbis (Cucurbita moschata)
Form: rundlich, oft mit starken Rippen
Schale: dunkelgrün
Fruchtfleisch: orange, faserig-fest
Gewicht: 7 bis 40 Kilogramm
Geschmack: fruchtig-süß
Verwendung: sowohl für herzhafte als auch für süße Speisen, roh und gegart
Besonderheiten: besonders vielseitig verwendbar, gut zum Einkochen / Einwecken

Kürbissorten von P bis S

Patisson

Patisson

Dieser kleine Kürbis wird auch als Bischofsmütze bezeichnet und kann im Ganzen sowohl mit Schale und Kernen verzehrt werden. Die Früchte schmecken umso aromatischer, je kleiner sie sind.

Kategorie: Gartenkürbis (Cucurbita pepo)
Form: ähnlich einem UFO
Schale: verschiedene Farben, auch zweifarbig
Fruchtfleisch: ähnlich einer Zucchini
Gewicht: 400 bis 600 Gramm
Geschmack: süß, ähnlich wie Zucchini
Verwendung: roh im Salat, gekocht, gebraten, gebacken, gefüllt, zum Einlegen
Besonderheiten: muss nur kurz gegart werden: 5 bis 15 Minuten genügen

Roter Zentner

Kategorie: Riesenkürbis (Cucurbita maxima)
Form: flach, rund
Schale: orangerot, glatt
Fruchtfleisch: hell
Gewicht: 8 bis 20 Kilogramm
Geschmack: mild
Verwendung: für Suppen und Pürees, Aufläufe, Eintöpfe, zum Einkochen und Einlegen
Besonderheiten: Schale kann als Suppenschüssel verwendet werden

Spaghettikürbis

Spaghettikürbis

Kategorie: Gartenkürbis (Cucurbita pepo)
Form: oval bis länglich
Schale: kräftig gelb
Fruchtfleisch: hellgelb, faserig
Gewicht: 1,5 bis 3 Kilogramm
Geschmack: nussähnlich
Verwendung: vor allem gekocht, zum Backen und Dämpfen (ganze Früchte)
Besonderheiten: Fruchtfleisch erinnert nach dem Kochen an Spaghetti

Stripettikürbis

Stripettikürbis

Dieser Kürbis wird übrigens manchmal auch als Spaghettikürbis bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Kreuzung der Sorten Spaghettikürbis und Delicata.

Kategorie: Gartenkürbis (Cucurbita pepo)
Form: oval bis länglich
Schale: gelb und grün gestreift
Fruchtfleisch: hellgelb, faserig
Gewicht: 1,5 bis 3 Kilogramm
Geschmack: nussähnlich
Verwendung: für Suppe oder als Püree, zum braten
Besonderheiten: Fruchtfleisch zerfällt beim Kochen in lange, spaghettiähnliche Fasern