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Rhododendronzikaden: was tun? | Richtig bekämpfen und vorbeugen

Rhododendron Blüte

Wenn eine Pflanze es versteht, mit ihrer imposanten Blüte auf sich aufmerksam zu machen, dann ist es der Rhododendron. Graphocephala fennahi, ein schädliches Tierchen erkennt das Gewächs jedoch auch ohne den üppigen Blütenflor und schädigt diesem sogar, indem es einen Pilz überträgt. Zum Glück existieren zahlreiche effektive Mittel, um Rhododendronzikaden zu bekämpfen.

Ein Unglück kommt selten allein

Entfaltet der frühblühende Rhododendron seine Knospen nicht wie erwartet im Februar, gehen viele Gärtner zunächst von einem Frostschaden aus. Dem ist aber häufig nicht so. Viel eher handelt es sich um einen Schädlingsbefall. Da die Rhododendronzikade leider oft unerkannt bleibt, ist es meistens schon zu spät, den Strauch zu retten, wenn der Gärtner den Befall erkennt.

Die Rhododendronzikade gilt als Übeltäter, der den Strauch meistens vollständig absterben lässt. Allerdings handelt es sich nur um den Vorboten des wahren Schädlings. Um genauer zu sein, ist die Zikade der optimale Helfer des Pilzes Pycnostysanus azaleae. Sie fördert seinen Ausbruch mit der Eiablage.

Bereits die Larven von Graphocephala fennahi, die im Frühsommer aktiv sind, saugen den Pflanzensaft aus dem Rhododendron. Robuste Pflanzen nehmen davon aber keinen massiven Schaden. Brenzlig wird es erst, wenn die adulten Tiere im Spätsommer ihre Eier auf dem Gewächs ablegen. Zwar findet durch die Zikaden keine direkte Übertragung statt, die kleinen Schlitze, die die Tiere in die Blätter bohren, erleichtern dem Pilz das Eindringen aber sehr.

Hinweis: Der schädliche Pilz Graphocephala fennahi benötigt die Wunden der Rhododendronzikade eigentlich nicht, um den Strauch zu befallen. Durch die Verletzungen wird eine Übertragung aber sehr viel wahrscheinlicher.

Rhododendronzikaden erkennen

Larven:

  • etwa 1 cm groß, flacher Körper, gelbgrün gefärbt
  • sitzen auf der Blattunterseite
  • erscheinen im Mai
  • gelbe bis braune Flecken und Fraßspuren am Laub

Adulte Tiere:

  • erscheinen ab Juli
  • grün-rot gefärbt
  • springen bei Berührung auf, erinnern an Grashüpfer
  • weiße Hauthüllen auf Blattunterseite (Rückstände der Häutung)

Folgende Merkmale weisen auf den übertragenen Pilz hin:

  • braune Knospen
  • stachelartige Wucherungen an der Knospe
  • weniger Blüte als gewöhnlich

Rhododendron Pilz

Hinweis: Die Symptome treten nicht sofort in Erscheinung. Oft bemerkt der Gärtner die Anzeichen erst im Februar des Folgejahres, wenn der Rhododendron nicht wie erwartet zahlreiche, pralle Knospen bildet.

Rhododendronzikaden bekämpfen

Egal um welche Art es sich handelt, Schädlinge sind immer lästig. Besonders bei so ansehnlichen Gewächsen wie dem Rhododendron ist dem Gärtner oft jedes Mittel recht, um die Übeltäter zu vertreiben. Chemie ist und bleibt aber ein Tabu bei der nachhaltigen und umweltschonenden Gartenpflege. Nicht nur die Schädlinge nehmen Schaden von dem Einsatz von Pestiziden. Auch das betroffene Gewächs sowie umliegende Pflanzen erholen sich nur schwer von der Anwendung.

Mittlerweile sind gegen fast alle Schädlinge Hausmittel bekannt. Oft sind diese dank eigener Herstellung auch sehr viel preiswerter. Zeigt sich durch die Verwendung von Hausmitteln keine Besserung, hat der Gärtner immer noch die Möglichkeit, auf biologische Mittel aus dem Handel zurück zu greifen. Gegen die Rhododendronzikade haben sich vor allem Spritzmittel mit dem natürlichen Inhaltsstoff Pyrethrin bewährt.

Hinweis: Pycnostysanus azaleae ist gegen die meisten Schutzmittel immun. Zum Vorbeugen eines Befalls muss der Gärtner daher die Rhododendronzikaden bekämpfen.

Haben die Rhododendronzikaden erstmal kleine Schlitze in die Blätter der Pflanze gebohrt, ist der Befall kaum noch zu verhindern. Daher muss der Gärtner Graphocephala fennahi bei der Eiablage zuvorkommen. Schutzmaßnahmen zum Vorbeugen empfehlen sich daher bereits im August.

Hausmittel

Neemschrot- oder Neemöl-Lösungen haben sich im Kampfe gegen die Rhododendronzikade als nützlich erwiesen. Meistens muss der Gärtner die Anwendung im ein oder zwei Wochen Rhythmus wiederholen.

Neemöl-Lösung selber herstellen

  • 1 TL Neemöl (aus dem Reformhaus) mit 1 l Wasser mischen
  • in eine Sprühflasche geben
  • auf den Rhododendron sprühen

Am besten wendet der Gärtner die Neemöl-Lösung in den frühen Morgenstunden an. Durch die Kälte der Nacht sind die Schädlinge noch steif und unbeweglich. Dabei muss er darauf achten, auch die Blattunterseiten ausgiebig zu besprühen.

Hinweis: Der Handel bietet auch vermeintliche Fressfeinde zur Bekämpfung von Rhododendronzikaden an. Vom Kauf ist aber dringend abzuraten, da sich diese als unwirksam herausgestellt haben.

Vorbeugen

Rhododendronzikade

Damit es gar nicht erst zu einer Behandlungsmaßnahme kommen muss, ist Vorbeugung das beste Mittel. Dazu eignen sich folgende Tätigkeiten:

Kontrolle: Da eine Früherkennung des Schädlings sehr wichtig ist, sollte der Gärtner seinen Strauch im Frühsommer gründlich auf die Larven der Rhododendronzikade absuchen. Dabei sollte er vor allem auf den Blattunterseiten nachschauen. Überdies hilft es, sich genau über den Lebenszyklus von Graphocephala fennahi zu informieren, um den Zeitpunkt des Befalls genau abzupassen.

Gelbtafeln: Gelbtafeln sind im Fachhandel erhältlich. Es handelt sich um gelbe Wimpel, die der Gärtner in den Rhododendron hängt. Sie besitzen einen klebrigen Film, an denen die Schädlinge haften bleiben. Die Anwendung erfolgt von Juni bis September. Jedoch sei darauf hingewiesen, dass es sich lediglich um eine Vorbeugungsmaßnahme handelt. der Gärtner hat somit die Möglichkeit einen Befall zu erkennen. Zur Bekämpfung sind Gelbtafeln nicht effektiv genug.

Befallene Knospen ausbrechen: Zeigen sich erste Symptome eines Pilzbefalls, verhindert das Ausbrechen der kranken Knospen die weitere Ausbreitung. Diese sollte der Gärtner anschließend im Restmüll und nicht auf dem Kompost entsorgen.

Geeignete Standortbedingungen schaffen: Gesunde Pflanzen sind weniger anfällig für Schädlinge aller Art. An einem geeigneten Standort bauen sie ein eigenes Immunsystem auf. Der Rhododendron fühlt sich im Halbschatten am wohlsten. Der pH-Wert sollte 4,5-5,5 betragen.

Ein Vlies über die Pflanze spannen: Junge Exemplare schützt der Gärtner vor der Rhododendronzikade, indem er den Tierchen mit einem Vlies den Zugang zu den Blättern verwehrt.