Selbstversorger.de

Rhabarbersorten: diese 20 Sorten sind besonders empfehlenswert

Rhabarbersorten

Rhabarber (Rheum rhabarbarum) ist das erste Gemüse im Frühling. Er lässt sich sehr gut in leckeren Kuchen, Marmeladen oder zu Desserts verarbeiten. Es gibt ihn in zahlreichen Sorten, die sich nach Aussaat- und Erntezeitpunkt, sowie farblich und geschmacklich voneinander unterscheiden. Verwendet werden in der Regel die rot- oder grünfleischigen Stängel.

Rotfleischige Rhabarbersorten

Sorten mit rotem Fruchtfleisch sind etwas milder im Geschmack als grünfleischige. Der Grund hierfür ist der niedrigere Gehalt an Oxalsäure. Sie müssen kaum geschält werden, in der Regel reicht es aus, nur die gröbsten Fasern abzuziehen, und zwar immer vom Stielende her. Ernteschluss für die meisten Rhabarbersorten (Rheum rhabarbarum) ist am 24. Juni. Später sollten sie aufgrund des steigenden Oxalsäuregehaltes nicht mehr verzehrt werden.

1. Canada Red

Die Stängel dieser aus Kanada stammenden Sorte sind innen und außen satt rot. Ihre ausgeprägte Färbung bleibt auch nach der Verarbeitung erhalten. Dieser mild aromatische Rhabarber ist nicht nur sehr wüchsig, mit Wuchshöhen zwischen 50 und 70 cm, sondern auch unkompliziert in der Pflege. Erntezeit ist von Mai bis Juni.

2. Campbell

Die etwa 70 cm hohe, rotfleischige Sorte ‚Campbell‘ zeichnet sich durch eine sehr gute Winterhärte aus. Außerdem ist ihr Aroma noch etwas milder als bei ‚Canada Red‘. Von der leicht fasrigen Struktur beider Sorten ist nach der Verarbeitung nichts mehr zu spüren. Auch geschmacklich schneidet diese Sorte sehr gut ab.

3. Elmsjuwel

Dies ist eine historische, norddeutsche Sorte, auch bekannt als Himbeerrhabarber. Die Pflanze hat dunkelrote Blattstiele, rotes Fruchtfleisch sowie einen kräftig würzigen, aromatischen und besonders fruchtigen Geschmack. Emsjuwel erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 80 cm. Sein Fruchtfleisch besitzt eine sehr gute Speisequalität.

4. Elmsblitz

Auch ‚Elmsblitz‘ ist eine alt bewährte Sorte mit dunkelrotem Fruchtfleisch. Unter den rotfleischigen Sorten weist diese übrigens den niedrigsten Gehalt an Oxalsäure auf. Dementsprechend hat ‚Elmsblitz‘ einen sehr milden Geschmack. Er erreicht Wuchshöhen von bis zu 80 cm.

5. Elmsfeuer

Sie gilt als bester rotfleischiger und ertragreicher Rhabarber. Ihre langen, kräftigen Blattstiele sind sowohl außen als auch innen rot gefärbt. Dank ihres mild-säuerlichen Aromas benötigt sie beim Kochen außerdem nur wenig Zucker.

Tipp: Je älter die Stängel von Rhabarber werden bzw. je später sie geerntet werden, desto fasriger und saurer werden sie in der Regel. Das betrifft bis auf wenige Ausnahmen nahezu alle Sorten.

Rhabarber rot

6. Vierländer Blut

Dieser frühe, ertragreiche Rhabarber wird bis zu 80 cm hoch und bildet äußerlich und innerlich tiefrote Stängel. Das Fruchtfleisch ist mild, aromatisch, angenehm süß, mit leichter Säure. Bereits im April sind die ersten Stiele genussreif und punkten dadurch mit einer längeren Erntezeit, die traditionell am 24. Juni endet.

Grünfleischige Rhabarbersorten

Unter den grünfleischigen Rhabarbersorten gibt es einige mit grüner Schale und grünem Fruchtfleisch, die viel Säure enthalten und demzufolge relativ sauer sind. Darüber hinaus gibt es Sorten mit grünem Fruchtfleisch und roter Schale. Wegen des geringeren Oxalsäuregehaltes und trotz des grünen Fruchtfleisches, sind sie etwas milder im Geschmack.

7. Holsteiner Blut

Das Holsteiner Blut gehört zu den bekanntesten Rhabarbersorten und gilt als Klassiker in Deutschland. Aufgrund seiner äußerlich kräftig roten Stängel wird es auch als Blutrhabarber bezeichnet. Die bis zu 50 cm hohe Pflanze hat im Inneren ein grünes, stellenweise aber auch leicht rosafarbenes Fruchtfleisch, welches mild-säuerlich schmeckt.

Hinweis: Eine Unterart dieser Sorte ist das ‚Holsteiner Edelblut‘ mit roten Stängeln und rotem Fruchtfleisch. Sie ist mild im Geschmack und zählt zu den qualitativ besten Sorten, wobei sie nicht ganz so ertragreich ist.

8. Fultons Strawberry Surprise

Die Sorte ‚Fultons Strawberry Surprise‘ soll derzeit der wohlschmeckendste Rhabarber sein. Er wird bis zu 60 cm hoch, hat intensiv rote Stängel und gelbgrünes Fruchtfleisch mit leicht roter Maserung. Dank eines ausgewogenen Säureverhältnisses beeindruckt er außerdem mit einem stark aromatischen Geschmack.

9. Frambozen Rood

‚Frambozen Rood‘, wird aufgrund seines angenehmen Duftes auch als Erdbeer-, Himbeer- oder Rosenrhabarber bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine eher späte Sorte mit äußerlich roten Stängeln und zartem, grünem Fruchtfleisch. Die bis zu 40 cm hohen Stiele haben ein fruchtiges Aroma und einen ausgezeichneten Geschmack. Sie sind sowohl geschält als auch ungeschält verwendbar.

10. Timperley Early

Hierbei handelt es sich um eine der zeitigsten Rhabarbersorten überhaupt. Sie ist sehr tolerant gegenüber Spätfrösten und Sie können je nach Witterung bereits ab Mitte April mit der Ernte beginnen. Die Stängel sind äußerlich rot, das Fruchtfleisch im Innern dagegen ist grünfleischig und zart. Die Blattstiele vergleichsweise dünn und etwa 30 cm lang.

11. Goliath

Wie der Sortenname bereits vermuten lässt, ist ‚Goliath‘ mit einer Stiellänge von bis zu 100 cm die größte bekannte Rhabarbersorte. Die dicken, rötlichen Stiele besitzen ein grünes Fruchtfleisch. Es schmeckt außerdem leicht herb bis mild und weist einen mittleren Säuregehalt auf.

12. Esta

Bei dieser bis zu 150 cm hohen Sorte sind sowohl die Blattstiele als auch das Fruchtfleisch grün. Bekannt ist sie auch als Krauser- oder Gemüserhabarber. Das Fruchtfleisch schmeckt sehr herb und sauer. Werden die Blütenstände entfernt, bevor sie aufblühen, wächst die Pflanze üppiger.

Rhabarber grün

13. The Sutton

Diese frühe bis mittelfrühe, bis zu 150 cm hohe Sorte ist sowohl Blattschmuckstaude als auch fruchtiges Gemüse. Äußerlich sind die Stängel halb rot und halb grün, während das Fruchtfleisch grün ist. Der Geschmack ist mild-säuerlich. Sie sollten vor dem Kochen unbedingt geschält werden. Erntezeit ist von April bis Juni.

Tipp: In den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung sollten Sie nicht zu stark ernten, denn sonst wird der Rhabarber zu sehr geschwächt. Generell ist es ratsam, pro Staude nie mehr als ein Drittel der Stängel auf einmal zu ernten.

14. Early Green

Der Rhabarber ‚Early Green‘ ist eine sehr frühe Sorte, die große und dicke Stängel ausbildet. Diese sind nahezu durchgehend grün, sowohl außen als auch im Innern. Geerntet werden kann zum ersten Mal im zweiten Standjahr bis Mitte Mai. Ab dem dritten Jahr ist eine Ernte bis Mitte Juni möglich, jedoch sollten pro Woche nur 2-4 der kräftigsten Blattstiele abgeerntet werden.

Tipp: Durch eine frühzeitige Abdeckung des Rhabarberstocks, beispielsweise mit Vlies, ist die Ernte etwa zwei Wochen früher möglich.

Dauerhaft tragende Sorten

Die meisten Rhabarbersorten sollten bis zum 24. Juni abgeerntet sein. Eine Ausnahme bilden jedoch sogenannte dauerhaft oder immer tragende. Sie bilden immer wieder neue Blätter aus und können so im Sommer und teilweise sogar bis in den Herbst hinein noch abgeerntet werden. Solche Sorten werden manchmal auch als Herbstrhabarber bezeichnet.

15. Livingstone

Einer dieser sogenannten Herbstrhabarber ist die ertragreiche Sorte ‚Livingstone‘. Man kann sie durchgehend von Mai bis Oktober ernten, wobei Haupterntezeiten im Frühjahr und Herbst sind. Die kräftigen, bis zu 80 cm langen Stiele sind außen leuchtend rosarot und besitzen ein grünes, leicht rosa angehauchtes Fruchtfleisch, welches einen angenehmen, mild-säuerlichen Geschmack besitzt.

16. Emodi-Rhabarber

Die größte Besonderheit dieser Sorte ist der Geschmack nach Apfel. Außerdem zeichnet ihn eine feine Textur des Fruchtfleisches und ein geringer Gehalt an Oxalsäure aus, der auch über das Jahr nicht spürbar zunimmt. Die Pflanze mit äußerlich rötlichen Stielen erreicht Wuchshöhen von bis zu 60 cm.

17. Glaskins Perpetual

Rheum rhabarbarum ‚Glaskin Perpetual‘ wächst bis zu 150 cm in die Höhe und bildet bis zu 60 cm lange Stängel. Die sind jeweils zur Hälfte leuchtend rot und grün, mit grünem Fruchtfleisch, das zudem besonders saftig ist. Aufgrund des geringen Oxalsäuregehaltes kann dieser Rhabarber, ab dem zweiten Standjahr, die ganze Saison über problemlos verzehrt werden.

Rhabarber groß

Außergewöhnliche Sorten

18. Chereshkovy Kompotny

Das Außergewöhnliche an dieser Sorte ist die Färbung der Blattstiele, denn die präsentieren sich in unterschiedlichen Orangetönen, von hellorange bis hin zu Orangerot. Sie sind dick und fest fleischig. Diese früh reifende Sorte wird auch geschätzt wegen ihres angenehmen Geschmacks. Sie eignet sich besonders gut als Kompott oder Rhabarbermus.

19. Lilibarber®

Diese Sorte bleibt im Gegensatz zu herkömmlichem Rhabarber deutlich kleiner, meist nicht höher als 30 cm. Der Mini-Rhabarber ist eine neue Züchtung, deren Stiele nur 3-4 mm dick und überhängend sind. Sie wachsen unermüdlich nach und können ebenso wie die Blätter von Frühling bis in den Herbst hinein roh verzehrt werden. Außen sind die Stängel rot, das Fruchtfleisch dagegen hat eine grüne Färbung und besitzt ein säuerlich-frisches Aroma. Lilibarber® eignet sich aufgrund dieser Eigenschaften sehr gut für die Topf- oder Kübelhaltung.

Tipp: Bei einer Kultivierung im Topf sollten die Pflanzen etwa alle 2-3 Jahre geteilt oder in größere Töpfe umgepflanzt werden. Das Rhizom muss sich gut ausbreiten bzw. entfalten können.

20. Kiselnye Berega

Übersetzt bedeutet der Name dieser Rhabarbersorte ‚Milch und Honig‘. Er bezieht sich auf die gelbliche Farbe der Blattstiele und das weiße Fruchtfleisch. An ihrer Basis sind die Stiele rötlich gefärbt. Dieser Edelrhabarber besitzt eine leichte Säure und einen angenehmen Geschmack. Die Pflanzen können ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen.

Tipp: Bei der Verarbeitung von Rhabarber sollte man grundsätzlich darauf achten, ihn ausschließlich in Edelstahl- oder Emaillegeschirr zu kochen. Aluminium ist komplett ungeeignet, da es sich einerseits verfärbt und dem Gemüse einen unangenehmen Beigeschmack verleiht.