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Rebhühner halten | Steckbrief & Grundlagen der Haltung

Rebhühner zwei

Durch die extensive Landwirtschaft, die wir hierzulande größtenteils betreiben, wurde der Lebensraum der Rebhühner in weiten Teilen zerstört, sodass sie in der freien Natur selten geworden sind. Deshalb macht es durchaus Sinn, selbst Rebhühner zu halten. Dabei müssen aber unbedingt die Voraussetzungen stimmen. Das gilt erst recht, wenn man Nachwuchs möchte.

Steckbrief

zoologischer NamePerdix perdix
FamilieFasanenartige, Feldhühner
VorkommenEuropa, Asien
LebensraumKulturlandschaften, Heidegebiete, Steppen
durchschnittliche Größe31 cm
durchschnittliches Gewicht450 g
NahrungSamen aller Art, junge Triebe, Beeren, Insekten, Würmer und kleine Schnecken
durchschnittliche Lebenserwartung10 Jahre
Geschlechtsreifenach 1 Jahr
PaarungszeitApril und Mai
BrutzeitMai und Juni
Brutdauercirca 24 Tage
Gelegegröße8 bis 20

Stall / Voliere

Typischerweise werden Rebhühner nicht in einem Stall, sondern in einer Voliere gehalten. Der Grund dafür: Eine Voliere bietet den bewegungsfreudigen Tieren einfach mehr Platz. Von entscheidender Bedeutung ist daher auch die Größe der Voliere. Diese wiederum ist abhängig von der Anzahl der Tiere, die gehalten werden sollen. Folgende Werte können als Faustregeln dienen:

  • 4 Tiere: 15 Quadratmeter Grundfläche
  • 6 Tiere: 20 Quadratmeter Grundfläche
  • 8 Tiere: 24 Quadratmeter Grundfläche
  • ab 10 Tieren: mindestens 30 Quadratmeter Grundfläche

Rebhuhn läuft

Dabei sollte man durchaus großzügig sein und den Rebhühnern immer etwas mehr Platz einräumen – erst recht, wenn man darüber nachdenkt, Nachwuchs heranzuziehen. Die Höhe der Voliere sollte mindestens zwei Meter betragen. Es empfiehlt sich mindestens drei Seiten des Baus transparent zu gestalten, also mit feinem Maschendraht zu versehen, damit die Tiere genügend Tageslicht bekommen. Wichtig ist darüber hinaus ein absolut wasserdichtes Dach. Als Boden eignet sich der Naturboden im Garten. Allerdings sollten die Ränder mit einem etwa 30 cm breiten Streifen aus Sand versehen sein.

Hinweis: Grundsätzlich muss beim Bau der Voliere auf eine stabile Konstruktion geachtet werden. Vor allem gilt es zu bedenken, dass Füchse oder Marder nicht in das Innere gelangen dürfen.

Innenausstattung

Im Inneren der Voliere muss auf jeden Fall ein fester Futter- und Trinkplatz eingerichtet werden. Er sollte möglichst in der Nähe des Zugangs liegen, damit sich die Näpfe leichter befüllen lassen. Für eine optimale Haltung von Rebhühnern ist es außerdem notwendig, im Innenraum diverse Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen. Dafür eignen sich zum Beispiel:

  • größere Büsche
  • Erdkuhlen
  • Abgrenzungen durch Bretter (Trennwände)
  • eine auf den Kopf gestellte Schachtel mit Zugang
  • ein frei zugänglicher Ministall aus Holz
  • ein Heu- oder Strohhaufen

Ratsam ist auf jeden Fall, in die Voliere noch einmal einen Ministall zu bauen, in den sich die Rebhühner vor allem nachts zurückziehen können. Er gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit, sollten Fressfeinde um die Voliere schleichen. Eine spezielle Einstreu ist dafür nicht zwingend erforderlich. Allerdings muss der Boden regelmäßig (etwa zwei- bis dreimal in der Woche) vom Kot der Tiere befreit werden.

Futter

Bei einem Naturboden werden die Rebhühner zunächst diesen nach Futter durchsuchen, was nach einer gewissen Zeit keinen Erfolg mehr bringt. Deshalb muss zwingend zugefüttert werden. Dazu besorgt man sich am besten fertig abgemischtes Fasanen- oder Rebhuhnfutter, welches es meist im landwirtschaftlichen Fachhandel relativ günstig zu kaufen gibt. Die Wasser- und Futternäpfe sollten möglichst stabil sein und einen festen Stand haben. Einmal täglich wird gefüttert. Außerdem sollte jeden Tag das Wasser gewechselt werden.

Auslauf

Rebhuhn neugierig

Ist die Voliere groß genug, ist nicht unbedingt ein separater Auslauf erforderlich. Unabhängig davon freuen sich die kleinen Hühner jedoch darüber, wenn sie zusätzlich ein gewisses Areal zur Verfügung haben. Dieses muss jedoch speziell gesichert werden. Am besten verwendet man dafür einen stabilen Maschendrahtzaun mit einer Mindesthöhe von 1,5 m.

Der Auslauf darf für die Rebhühner nur tagsüber zugänglich sein. In den Dämmerungsstunden am Morgen und am Abend sowie in der Nacht haben sie dort nichts zu suchen. Denn: Alle Fressfeinde von Perdix perdix sind nacht- bzw. dämmerungsaktiv. Auch im Auslauf sollte es übrigens sichere Rückzugsmöglichkeiten geben. Außerdem ist es von großer Bedeutung, auch dort einen Wassernapf zur Verfügung zu stellen.

Haltung allgemein

Das Halten von Rebhühnern ist relativ zeitaufwändig. Man muss die Voliere mehrfach am Tag kontrollieren und dort nach dem Rechten sehen. Wichtig ist auch, dass der Innenraum stets sauber ist. Sind die Rebhühner im Freigehege sollte man sich zudem in der Nähe aufhalten, um streunende Katzen oder Hunde jederzeit abwehren zu können. Die Hühner wären ihnen ansonsten schutzlos ausgeliefert und eine leichte Beute.

Hinweis: Wer daran denkt, Rebhühner zu züchten, sollte erst einmal einige Erfahrung mit den Tieren sammeln. Vorab sollte man auf jeden Fall wissen, dass dafür unbedingt ein Brutkasten erforderlich ist.

Wem das Halten von Rebhühnern zu aufwendig ist, der kann sich auch die unkomplizierteren Wachteln in den eigenen Garten holen.