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Puten halten: Wesen, Haltung, Besonderheiten

Truthahn schwarz weiß

Das Halten von Puten ist für Selbstversorger ein ganz heißer Tipp. Sie liefern nämlich jede Menge gesundes Fleisch, das sich in der Küche vielseitig verwenden lässt. Hinzu kommt, dass die Tiere ausgesprochen genügsam sind und nur sehr geringe Ansprüche an ihr Futter und ihren Stall stellen.

Allgemeines zur Pute

Meleagris gallopavo Linnaeus f. domestica, so der zoologische Name der Pute, ist nichts anderes als die domestizierte Variante des Truthahns. Die Tiere werden dabei in drei Gewichtsklassen eingeteilt:

  • schwer: bis maximal 15 kg
  • mittelschwer: bis maximal 12 kg
  • leicht: bis maximal 8 kg

Die obigen Grenzwerte beziehen sich immer auf einen ausgewachsenen Hahn. Das Gewicht der Hennen liegt zum Teil deutlich darunter. Puten werden praktisch ausschließlich zur Fleischgewinnung gehalten, weil es besonders fett- und kalorienarm ist. Außerdem erhält es folgende, als gesund geltende Inhaltsstoffe:

  • Proteinanteil: 17 bis 25 Prozent
  • hoher Anteil an B-Vitaminen
  • Kupfer
  • Kalium
  • Zink

Stammen die kleinen Truthühner aus der Massentierhaltung, kann das Fleisch sehr hohe Rückstände an Antibiotika aufweisen, was die gesundheitlichen Vorteile natürlich zunichtemacht. Eine Medikamentierung ist bei der Haltung von nur wenigen Tieren und bei ausreichend Platz allerdings meist nicht notwendig.

Tipp: Wer sich Putenküken anschafft, um die Tiere selbst zu halten, sollte sich den Züchter genau anschauen und sich insbesondere nach der Medikamentengabe erkundigen.

Puten Weg

Arten

In Deutschland im Zusammenhang mit Puten von Arten zu sprechen, ist eigentlich irreführend. Es gibt an sich nämlich nur eine einzige Art – nämlich die Deutsche Pute. Diese tritt allerdings in unterschiedlichen Farbschlägen auf. Die am weitesten verbreiteten sind:

  • blau
  • bourbon
  • bronzefarben
  • gelb
  • Kupfer
  • weiß

Für welche davon man sich entscheidet, ist weitgehend Geschmackssache. Die Finger sollte man allerdings von sogenannten Hybridputen lassen, die für die Massentierhaltung und auf ein sehr schnelles Wachstum hin gezüchtet werden.

Wesen

Puten sind ausgesprochen friedliebende Tiere. Sie kommen miteinander bestens zurecht. Ist genügend Platz vorhanden gibt es so gut wie keine Aggressionen. Die Tiere können sogar gegenüber dem Menschen zutraulich werden. Auch die Haltung mit Hühnern stellt in der Regel kein Problem dar. Die Mini-Truthühner sind obendrein auch noch sehr genügsam. Im Sommer suchen sie sich ihr Futter meistens selbst. Lediglich im Herbst und im Winter muss zugefüttert werden.

Hinweis: Von einer zu engen Bindung an die Tiere ist dringend abzuraten. Nur zur Erinnerung: Sie werden ihres Fleisches wegen gehalten und müssen über kurz oder lang geschlachtet werden.

Truthahn Henne

Stall

Truthühner, egal ob große oder kleine, sollten auf gar keinen Fall dauerhaft in einem Stall gehalten werden. Auslauf und die freie Suche nach Futter spielen für das Wohlbefinden der Tiere eine enorm große Rolle. Ganz ohne Stall geht es allerdings auch nicht. Er dient vor allem als Nachtquartier und soll die Tiere vor Fressfeinden wie Füchsen und Mardern schützen. Diese sind meist schon in der Dämmerung unterwegs. Spätestens dann müssen die Puten weggeschlossen sein.

Die Größe des Stalls richtet sich nach der Anzahl der Puten, die Sie halten wollen. Pro Tier sollte man einen halben Quadratmeter Grundfläche einkalkulieren. Eine Höhe von einem Meter ist zudem vollkommen ausreichend. Der Stall sollte eine feste Konstruktion haben und nach drei Seiten hin geschlossen sein. Als Einstreu empfiehlt sich eine Mischung aus Sägemehl und Sand.

Ein Futternapf ist im Sommer nicht zwingend erforderlich, da die Tiere dann tagsüber im Freien fressen. Es braucht allerdings einen Wassernapf, den Sie täglich neu gefüllt müssen. Um Krankheiten keine Chance zu geben, müssen Sie den kleinen Bau mehrfach in der Woche gründlich reinigen.

Auslauf

Solange es draußen nicht friert und schneit, sollten die Tiere tagsüber im Freien gehalten werden. Für den Auslauf ist pro Tier eine Grundfläche von etwa einem Quadratmeter erforderlich. Über eine größere Fläche freuen sich die Puten natürlich auch. Der Auslauf muss zwingend gesichert werden. Dazu verwendet man am besten einen flexiblem Maschendrahtzaun, der sich relativ leicht auf- und wieder abbauen lässt.

Seine Aufgabe ist es im Wesentlichen, die Tiere beisammen zu halten und zu verhindern, dass sie flüchten. Da sich die Tiere ihr Futter auf dem Freigelände selbst suchen, ist es von Vorteil, wenn der Zaun von Zeit zu Zeit versetzt wird. Gräser und Kräuter haben so die Möglichkeit nachzuwachsen. Unabdingbar für jeden Auslauf ist im Übrigen ein Wassernapf, in dem stets frisches Wasser vorhanden sein sollte.

Puten Auslauf

Puten-Futter

Im Sommer ist es meist nicht vonnöten zu füttern – jedenfalls dann nicht, wenn die Puten ins Freie können. Sie suchen sich dort Gräser, Kräuter, Sämereien, feine Wurzeln und gerne auch mal einen Wurm, um sich zu ernähren. Während der Wintermonate geht es hingegen nicht ohne Fütterung. Dazu besorgt man sich am besten Putenfutter aus dem landwirtschaftlichen Fachhandel. Das ist für relativ wenig Geld zu bekommen und enthält alles, was die Tiere für ein gesundes Wachstum benötigen.