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Kohlsorten mit Bild | 9 Kohlarten als Liste von A-Z | Kohlgemüse

Kohlsorten

Die Einen lieben ihn, die Anderen verdammen ihn, denn Kohl führt sehr oft zu hitzigen Diskussionen. Dabei ist Kohl nicht gleich Kohl, denn hierzulande gibt es eine ganze Reihe von Kohlsorten, die sich in Geschmack und Zubereitung deutlich voneinander unterscheiden.

Kohlsorten

Kohl ist eine eigene Pflanzengattung in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Zur Gattung mit dem botanischen Namen Brassica gehören, je nach angewendeter Systematik 39 bis 44 Arten. Eine davon ist Brassica oleracea (Gemüsekohl), zu welcher neben der Wildform des Kohls auch viele Zuchtformen zählen.

Wildkohl/Klippenkohl

Der Wildkohl ist die wilde, also in der Natur wachsende Form der Kohlarten. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist der Mittelmeerraum. In Deutschland findet man Wildkohl nur auf Helgoland. Dort wächst er vor allem auf den steilen Klippen, weshalb er auch Klippenkohl genannt wird. Er wird oft als die Urform der verschiedenen Kohlarten bezeichnet.

Weißkohl

Weißkohl

Weißkohl ist neben dem Rotkohl wohl die bekannteste Sorte innerhalb der Kohlarten. Die Zuchtform ist eine Form des sogenannten Kopfkohls. Weißkohl ist von allen Kohlsorten die vitaminreichste. Neben den Vitaminen B und C enthält das Gemüse Folsäure, Kalzium, Kalium sowie Magnesium. Die enthaltenen Senföle haben eine entgiftende Wirkung. Vom Weißkohl gibt es heute verschiedene Kohlsorten, wie zum Beispiel als Spitzkohl. Das Filderkraut ist eine Variante des Spitzkohls mit kräftigeren Blättern. Einen etwas flacheren Kopf hat beispielsweise der Jaroma-Kohl.

  • Aussehen: mehrjährige, krautige Pflanze
  • Trivialnamen: Weißkohl, Weißkohl, Kraut, Kappes
  • Standort: sonnig bis halbschattig; lehmiger, feuchter, humoser Boden
  • Aussaat: ab Mitte März, je nach Sorte
  • Anbau: Pflanzabstand 50 x 50 Zentimeter
  • Pflege: braucht viel Wasser und Nährstoffe (Starkzehrer)
  • Krankheiten und Schädlinge: Umfallkrankheit (Pilz), Kohlhernie (Schleimpilz), Falscher Mehltau, Maden der Kohlfliege, Kohlgallenrüssler (Käfer), verschiedene Bakterien (schwarze Verfärbungen)
  • Erntezeit: 50 Tage nach Aussaat (frühe Sorten), 120 Tage nach Aussaat (späte Sorten)
  • Verwendung: Salat, Suppen, Eintöpfe, Krautroulade, Sauerkraut, Kohlgemüse etc.

Rotkohl

Rotkohl

Wie der Weißkohl stammt auch der Rotkohl vom Wildkohl ab. Beim Rotkohl ist der Name Programm, denn seine Blätter sind durchgehend rötlich, bläulich oder violett gefärbt und mit einer dünnen Wachsschicht, die essbar ist, überzogen. Wie beim Weißkohl wird zwischen frühen, mittleren und späten Kohlsorten unterschieden. Die Rotkohlköpfe selbst werden jedoch nicht so groß wie bei der hellen Form. Rotkohl ist reich an den Vitaminen B und C. Außerdem enthält das Gemüse Folsäure, Kalzium, Kalium und Magnesium. Die enthaltenen Senföle haben eine entgiftende Wirkung.

  • Aussehen: mehrjährige, krautige Pflanze
  • Trivialnamen: Blaukraut, Rotkraut
  • Standort: sonnig bis halbschattig; schwerer, gleichmäßig feuchter, humoser Boden
  • Aussaat: ab Mitte März, je nach Sorte
  • Anbau: Pflanzabstand 50 x 50 Zentimeter
  • Pflege: braucht viel Wasser und Nährstoffe (Starkzehrer)
  • Krankheiten und Schädlinge: Umfallkrankheit (Pilz), Kohlhernie (Schleimpilz), Maden der Kohlfliege, Kohlgallenrüssler (Käfer)
  • Erntezeit: 14 bis 21 Wochen nach der Aussaat
  • Verwendung: Salat, Suppen, Eintöpfe, Krautroulade, Gemüsebeilage, Kohlgemüse etc.

Wirsing

Wirsing

Eine weitere Kopfkohlart ist der Wirsing mit seinen stark gekräuselten Blättern. Obwohl er ein eher typisches Wintergemüse ist, gibt es auch Sorten, die bereits früh bzw. im Sommer geerntet werden (Früh- bzw. Sommerwirsing). Wirsing enthält die Vitamine B, C und E sowie Folsäure, Kalzium, Zink und Eisen. Die enthaltenen Senföle haben eine entgiftende Wirkung und sorgen für den typischen Kohlgeschmack.

  • Aussehen: mehrjährige, krautige Pflanze
  • Trivialnamen: Wirsingkohl, Welschkohl
  • Standort: sonnig bis halbschattig; schwerer, gleichmäßig feuchter, humoser Boden
  • Aussaat: Direktsaat ab April
  • Anbau: Pflanzabstand 50 x 50 Zentimeter
  • Pflege: braucht viel Wasser und Nährstoffe (Starkzehrer)
  • Krankheiten und Schädlinge: Umfallkrankheit (Pilz), Kohlhernie (Schleimpilz), Maden der Kohlfliege
  • Erntezeit: 60 bis 140 Tage nach der Aussaat
  • Verwendung: Suppen, Eintöpfe, Krautroulade, Gemüsebeilage, Kohlgemüse mit Rahm etc.

Blumenkohl

Blumenkohl

Während beim Weißkohl in der Küche die Blätter verwendet werden, ist es beim Blumenkohl der Blütenstand aus dem die verschiedenen Speisen zubereitet werden. Denn der Blumenkohlkopf sind verdickte Blütenknospen. In der Regel hat der Blumenkohl eine weiß-gebliche Farbe, aber es gibt auch Zuchtformen mit grüngelben oder violetten Köpfen. Blumenkohl enthält Vitamin C, Mineralstoffe und Spurenelemente. Eine Variante des Blumenkohls ist der Romanesco, der indes mehr Vitamin C als herkömmlicher Blumenkohl enthält.

  • Aussehen: kurzer Strunk mit essbarem Blütenstand
  • Trivialnamen: Karfiol, Käsekohl, Blütekohl, Traubenkohl
  • Standort: sonnig bis halbschattig; lehmig, tiefgründig, nährstoffreicher Boden mit hohem Kalkgehalt
  • Aussaat: Direktsaat von April bis Juni
  • Anbau: Pflanzabstand 50 x 50 Zentimeter
  • Pflege: braucht viel Wasser und Nährstoffe (Starkzehrer)
  • Krankheiten und Schädlinge: Umfallkrankheit (Pilz), Kohlhernie (Schleimpilz), Maden der Kohlfliege
  • Erntezeit: Juni bis Oktober, ca. 120 Tage nach der Auspflanzung
  • Verwendung: gedünstet oder gekocht als Salat, Gemüse(-beilage), Kohlgemüse oder für Suppen

Brokkoli

Kohlgemüse Brokkoli

Brokkoli wächst ähnlich wie Blumenkohl. Denn auch hier bestehen die sogenannten „Röschen“ aus verdickten Blütenknospen. Brokkoli hat in der Regel eine tiefgrüne bis blaugrüne Farbe. Es gibt aber auch Sorten in den Farben Weiß, Violett und Gelb. Brokkoli enthält zahlreiche Vitamine, wie zum Beispiel C, B und E. Außerdem enthält er reichlich die Mineralstoffe Kalzium, Eisen, Zink oder Kalium.

  • Aussehen: Strunk mit essbarem Blütenstand
  • Trivialnamen: Bröckelkohl, Winterblumenkohl, Spargelkohl
  • Standort: sonnig bis halbschattig; lehmig, tiefgründig, nährstoffreicher Boden mit hohem Kalkgehalt
  • Aussaat: Direktsaat von April bis Juni
  • Anbau: Pflanzabstand 50 x 50 Zentimeter
  • Pflege: braucht viel Wasser und Nährstoffe (Starkzehrer)
  • Krankheiten und Schädlinge: Umfallkrankheit (Pilz), Kohlhernie (Schleimpilz), Maden der Kohlfliege
  • Erntezeit: Juni bis Oktober, ca. 120 Tage nach der Auspflanzung
  • Verwendung: gedünstet oder gekocht als Salat, Gemüse(-beilage), Kohlgemüse oder für Suppen

Grünkohl

Kohlarten Grünkohl

Grünkohl ist eine der ältesten Kohlsorten. Hierzulande gilt als typisch norddeutsch, aber mittlerweile hat der Kohl viele Teile der Republik erobert. Grünkohl gilt als besonders gesund. So enthält er die Vitamine B, C und E sowie das Provitamin A. Weiter hat er einen sehr hohen Eisen- und Proteingehalt. Außerdem enthält er Eisen, Kalium und Kalzium.

  • Aussehen: hochwüchsiger Stängel mit gekrausten Blättern
  • Trivialnamen: Bröckelkohl, Winterblumenkohl, Spargelkohl
  • Standort: sonnig bis halbschattig; lehmig, tiefgründig, nährstoffreicher Boden mit hohem Kalkgehalt
  • Aussaat: Direktsaat ab Mitte Mai
  • Anbau: Pflanzabstand 50 x 50 Zentimeter
  • Pflege: braucht viel Wasser und Nährstoffe (Starkzehrer)
  • Krankheiten und Schädlinge: Umfallkrankheit (Pilz), Kohlhernie (Schleimpilz), Maden der Kohlfliege
  • Erntezeit: Haupterntezeit von November bis Januar
  • Verwendung: gedünstet oder gekocht als Gemüse(-beilage) oder für Suppen

Rosenkohl

Kohlsorten Rosenkohl

Unter den Kohlsorten gilt der Rosenkohl übrigens als jüngste Sorte. Sie wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal auf einem Markt in Brüssel angeboten. Deshalb wird er auch Brüsseler Kohl genannt. Der ideale Zeitpunkt für die Ernte ist, wenn die Röschen zwei bis vier Zentimeter dick sind. Rosenkohl enthält Vitamin C, Kalium, Kalzium und Magnesium.

  • Aussehen: hochwüchsiger Stängel, 50 bis 70 Zentimeter, mit Knospen („Röschen“)
  • Trivialnamen: Brüsseler Kohl, Kohlsprossen, Sprossenkohl
  • Standort: sonnig bis halbschattig; lehmig, tiefgründig, nährstoffreicher Boden mit hohem Kalkgehalt
  • Aussaat: Setzlinge ab Mitte April auspflanzen
  • Anbau: Pflanzabstand 50 x 50 Zentimeter
  • Pflege: braucht viel Wasser und Nährstoffe (Starkzehrer)
  • Krankheiten und Schädlinge: Umfallkrankheit (Pilz), Kohlhernie (Schleimpilz), Maden der Kohlfliege
  • Erntezeit: September bis Dezember, je nach Sorte
  • Verwendung: gedünstet oder gekocht als Gemüse(-beilage)

Kohlrabi

Kohlrabi

Kohlrabi wächst schnell. Da er an die Pflege keine großen Ansprüche stellt, gilt er als unkompliziertes Frühlingsgemüse. In der Küche werden nicht die Blätter, die auch essbar sind, sondern die oberirdische Knolle verwendet. Der Kohlrabi ist entweder weiß oder blauviolett. Der ideale Erntezeitpunkt ist gekommen, wenn die Knollen einen Durchmesser von acht bis zehn Zentimetern haben. Kohlrabi enthält Vitamin C und die Mineralstoffe Kalium, Calzium, Magnesium.

  • Aussehen: zweijährige Pflanze mit oberirdischer Knolle
  • Trivialnamen: Oberkohlrabi, Oberrübe, Kohlrübe
  • Standort: sonnig bis halbschattig; lehmig, tiefgründig, nährstoffreicher Boden
  • Aussaat: Jungpflanzen ab Mitte April auspflanzen
  • Anbau: Pflanzabstand 25 x 30 Zentimeter; Riesenkohlrabi 40 x 50 Zentimeter
  • Pflege: braucht viel Wasser und Nährstoffe (Mittelzehrer)
  • Krankheiten und Schädlinge: Umfallkrankheit (Pilz), Kohlhernie (Schleimpilz), Maden der Kohlfliege
  • Erntezeit: acht bis zwölf Wochen nach dem Auspflanzen
  • Verwendung: roh als Salat oder mit Dips, gedünstet oder gekocht als Gemüse(-beilage) oder für Suppen