Selbstversorger.de

Kartoffelernte: wann ist die Erntezeit für Belana, Agria & Co | Kartoffeln

Kartoffelernte

Die Kartoffel ist nicht nur eins der beliebtesten Gemüse der Deutschen, sondern auch eins mit langer Tradition. Diese Powerknolle ist ein Grundnahrungsmittel mit einer immensen Sortenvielfalt und aus der Küche nicht mehr wegzudenken. Dabei ist ihr Anbau äußerst unproblematisch. Aber das Schönste beim dabei ist natürlich die Kartoffelernte.

Erntezeit abhängig von der Sorte

Bei Reife und Erntezeit von Kartoffeln spielen die verschiedenen Reifegruppen eine wesentliche Rolle. Man unterscheidet zwischen sehr frühen bis frühen, mittelfrühen und mittelspäten bis späten Sorten, sowie zwischen festkochenden, vorwiegend festkochenden und mehlig kochenden. Grundsätzlich erstreckt sich die jährliche Kartoffelernte über mehrere Monate, sie beginnt mit den Frühkartoffeln im Mai/Juni und erstreckt sich mit den späten Sorten bis in den Oktober hinein. Stur nach Kalender sollte man sich bei der Kartoffelernte nicht richten, denn die Erntetermine können sich etwas verschieben. Neben der Reifegruppe haben auch Boden, Nährstoffversorgung und Witterungsverhältnisse Einfluss auf die Reife und somit auch die Erntezeit.

Sehr frühe und frühe Sorten

Frühe Kartoffelsorten wie ‚Sieglinde‘, ‚Belana‘, ‚Gala‘, ‚Natascha‘, ‚Annabella‘ oder ‚Cilena‘ sind nur bedingt lagerfähig und sollten deshalb immer nach Bedarf geerntet werden. Die Reife früher Sorten ist etwa nach 110-120 Tagen erreicht. Sie unterscheiden sich von späteren Sorten durch ihren geringeren Stärkegehalt, eine eingeschränktere Haltbarkeit und eine dünnere Schale, die in Maßen mitgegessen werden kann. Dafür enthalten sie mehr Wasser und etwas mehr Nitrat. Um die Ernte von Frühkartoffeln zu optimieren, lässt man diese Sorten meist vorkeimen. Erntezeit ist bereits im Juni/Juli. Sie sind mit wenigen Ausnahmen überwiegend festkochend.

Mittelfrühe Sorten

Mittelfrühe Kartoffeln wie ‚Allians‘, ‚Agria‘, ‚Nikola‘, ‚Hansa‘ oder ‚Blauer Schwede‘ machen die größte Sortengruppe aus. Ihre Schale ist schon deutlich fester, sodass sie perfekt für eine längere Lagerung geeignet sind. Diese sogenannten Einkellerungskartoffeln sind mindestens bis zum Jahresende haltbar, sofern sie entsprechend gelagert werden. Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen in der Regel zwischen 120 und 140 Tage. Erntezeit für diese Sorten ist etwa im Juli/August.

Mittelspäte und späte Sorten

Bei mittelspäten und späten Sorten wie ‚Fasan‘, ‚Jelly‘, ‚Cascada‘, ‚Adretta‘ ‚Panda‘ oder die besonders beliebte ‚Laura‘, dauert es von der Pflanzung bis zur Reife bzw. Ernte mit 140-160 Tagen am längsten. Dafür sind sie besonders ertragreich und eignen sich sehr gut für eine lange Lagerung bis zum nächsten Frühjahr. Erntezeit für diese späten Sorten ist etwa im September/Oktober, auf jeden Fall noch vor dem ersten Frost.

Tipp: Wer keine großen Mengen einlagern möchte und Abwechslung mag, kann mehrere Sorten mit unterschiedlicher Reife anbauen und so über einen längeren Zeitraum ernten.

Anzeichen für die Reife von Kartoffeln

Kartoffelernte

Auch die Reife wird von der jeweiligen Sorte bestimmt. Solange das Kraut noch grün ist, wachsen die Knollen weiter und lagern Stärke ein. Sie können zwar auch schon geerntet und verzehrt werden, wenn ein Teil des Krauts noch grün ist. Für eine Lagerung sind sie zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht geeignet.

  • Kartoffeln sind reif, wenn das Kraut abgestorben ist
  • Zustand der Reife nicht mit Krautfäule verwechseln
  • Knollen lassen sich leicht von der Pflanze lösen
  • Schale ist dicker und nicht mehr leicht ablösbar
  • Wird erst nach Absterben des Krautes dicker
  • Feste Schale für längere Lagerung unverzichtbar
  • Zum Testen, zwei Wochen nach dem Absterben, eine Knolle vorsichtig ausgraben

Kartoffelernte – Anleitung

Ist es dann endlich so weit, benötigt man zunächst einmal eine Grabegabel oder eine spezielle Kartoffelhacke. Spaten sind für die Kartoffelernte ungeeignet, denn sie könnten die Kartoffeln beschädigen. Neben dem richtigen Werkzeug sollte man für die Ernte einen möglichst trockenen Tag wählen. Vorsichtshalber kann man noch mal eine Pflanze zur Probe ausgraben.

  • Lagerfähige Sorten so lange wie möglich im Boden lassen
  • Je länger sie im Boden sind, desto fester und widerstandsfähiger die Schale
  • Frühkartoffeln nach und nach ernten
  • Für den sofortigen Verzehr, kann Teil des Laubes noch grün sein
  • Frühkartoffeln sind dann besonders zart
  • Im Boden verbleibende Knollen, immer wieder gut mit Erde bedecken
  • Licht führt zu grünen Verfärbungen der Knollen
  • Grünanteile enthalten das Gift Solanin
  • Zur Kartoffelernte, die Grabegabel mit etwas Abstand zur Pflanze ansetzen
  • Abstand soll Verletzungen der Knollen vermeiden
  • Gabel tief in den Boden stechen und Pflanze samt Kartoffeln herausheben
  • Einige Knollen hängen beim Ausgraben direkt an der Pflanze
  • Lassen sich leicht abnehmen
  • Um die im Boden verbliebenen zu ernten, ein weiteres Mal vorsichtig umgraben
  • Restliche Kartoffeln kommen an die Oberfläche und können aufgelesen werden

Kartoffelsorten Glorietta

Ist die Kartoffelernte abgeschlossen und sind alle Knollen geborgen, lässt man sie auf dem Beet liegen, damit sie gut abtrocknen können. Würde man die feuchten Knollen sofort einlagern, käme es relativ schnell zu Fäulnisbildung. Sobald sie gut abgetrocknet sind, werden sie grob gesäubert bzw. lose Erdreste entfernt und die Kartoffeln eingelagert. Sie sollten vor dem Einlagern gut abgetrocknet sein aber dennoch nicht zu lange dem Licht ausgesetzt werden, denn dann besteht wieder die Gefahr, dass sich grüne Stellen bilden.

Tipp: Kleinere grüne Stellen können vor dem Verzehr großzügig herausgeschnitten werden, ebenso wie Keimansätze. Überwiegen sie bereits, sind die betreffenden Kartoffeln nicht mehr für den Verzehr geeignet und sollten entsorgt werden.

Für eine frühe Erntezeit Kartoffeln vortreiben

Durch Vortreiben, insbesondere von sehr frühen oder Frühkartoffeln kann man die Kartoffelernte um etwa zwei bis drei Wochen vorziehen. Natürlich kann man auch mittelfrühe Sorten vortreiben, sofern man das möchte. Vorgekeimte Kartoffeln haben den Vorteil, dass sie besser wachsen, schneller erntereif sind und weniger anfällig gegenüber Krankheiten sind. Ihre Schale wird schneller fest, was wiederum das Eindringen von Pilzen und Bodenschädlingen erschwert.

Zum Vorkeimen legt man Frühkartoffeln ab Februar und mittelfrühe etwa ab März, nebeneinander in flache, mit Pflanzerde und Reifekompost gefüllte Obsttiegen. Die stellt man dann an einen hellen und trockenen Platz, mit Temperaturen von 10-14 Grad.

Ertrag durch Anhäufeln erhöhen

Eine wichtige Rolle beim Kartoffelanbau und insbesondere der Erhöhung des Ertrags spielt das Anhäufeln. Dadurch werden die Knollen optimal vor Lichteinwirkung, Kälte und möglichen Spätfrösten geschützt. Sobald die jungen Kartoffelpflanzen etwa 20 cm hoch sind, zieht man die Erde zwischen den Kartoffelreihen mit einer Hacke oder einem Harken an die Pflanze heran, sodass die Stängel etwa bis zur Hälfte mit Erde angehäufelt sind.

An dem Stängelbereich, der dann mit Erde bedeckt wird, entwickeln sich sogenannte Adventivwurzeln an denen sich weitere Knollen bilden. Etwa 3-4 Wochen später sollten die mittlerweile deutlich gewachsenen Kartoffeln, ein weiteres Mal angehäufelt werden, um die Pflanzen zur Bildung weiterer Adventivwurzeln anzuregen. Beim Anhäufeln sollte immer darauf geachtet werden, dass keine Kartoffeln freiliegen. Sie sollten jederzeit gut mit Erde bedeckt sein.

Tipp: Wer den Ertrag noch zusätzlich maximieren möchte, kann die Kartoffeln im Anschluss an das erneute Anhäufeln mit einer dicken Schicht aus reifem Kompost und halb zersetztem Herbstlaub mulchen. So werden die Starkzehrer zusätzlich mit Nährstoffen versorgt.

Richtige Lagerung

Schon während der Kartoffelernte sollten intakte bzw. beschädigte Knollen aussortiert werden, denn nur die unbeschädigten sind für die Lagerung geeignet. Beschädigte Exemplare müssen nicht entsorgt werden, sie eignen sich noch gut für einen zeitnahen Verzehr. Aussortiert werden sollten auch Knollen mit grünen Anteilen.

  • Für die Lagerung nur mittelfrühe und späte Sorten verwenden
  • Mittelfrühe sind die eigentlichen Lagerkartoffeln
  • Unbeheizter Keller als Lagerort gut geeignet
  • Er sollte dunkel, kühl und gut durchlüftet sein
  • Temperaturen von vier bis sechs Grad optimal
  • Ist es deutlich kühler, bekommen Kartoffeln leicht süßlichen Geschmack
  • Bei zu niedrigen Temperaturen wird Stärke in Zucker umgewandelt
  • Temperaturen von mehr als acht Grad, lassen Kartoffeln frühzeitig keimen
  • Verzehr bereits keimender Knollen nicht empfehlenswert
  • Gegebenenfalls als Saatkartoffeln nutzen
  • Knollen in Obststiegen, Kartoffelhorten, Gemüsekisten oder auf Lattenrosten lagern
  • Lagerung in Metall- oder Kunststoffgefäße nicht empfehlenswert

Kartoffeln

Falls nötig, können die Kartoffeln auf eine Höhe von etwa 40 cm übereinander gelagert werden. Eine Abdeckung mit Jute, Zeitungspapier oder kellerfeuchtem Sand, kann das vorzeitige Schrumpfen der Knollen, aufgrund von Feuchtigkeitsverlust verhindern.

Tipp: Eine Lagerung in unmittelbarer Nähe von Äpfeln oder Birnen sollte vermieden werden. Diese Obstarten wie auch einige andere scheiden das Reifegas Ethylen aus, was den Verderb die Knollen beschleunigen würde.

Faktoren, die die Ernte gefährden können

So wie es Faktoren gibt, die den Ertrag steigern können, gibt es auch jene, die die Kartoffelernte gefährden können. Dazu zählen die gefürchtete Kraut- und Braunfäule und der Kartoffelkäfer.

  • Krautfäule tritt vor allem im feuchtwarmen Herbst und Spätherbst auf
  • Blätter verfärben sich anfangs gelb
  • Im späteren Verlauf, graue oder braune Flecken
  • Stängel und Blätter sterben innerhalb weniger Tage ab
  • Welke Blätter leicht mit natürlicher Reife der Kartoffel zu verwechseln
  • Bei den ersten Anzeichen, die Kartoffeln unverzüglich ernten
  • Ausbreitung dieser Pilzerkrankung, so gegebenenfalls vermeidbar

Etwas weniger gefährlich für die Kartoffelernte ist der Kartoffelkäfer, wobei auch er erhebliche Schäden verursachen kann, wenn man ihm nicht Einhalt gebietet. Das kann man tun, indem man Blätter mit den Gelegen der Käfer entfernt und entsorgt und sowohl die Käfer als auch deren Larven regelmäßig absammelt. Der Käfer ist gelb mit schwarzen Flecken auf seinem Halsschild und dunkeln Längsstreifen auf den Flügeln.