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Sind Hibiskusblüten essbar? | Kann man Hibiskus essen?

Hibiskusblüten

Hibiscus ist eine Pflanzengattung mit knapp 700 Arten. Diese Gewächse sind überwiegend in den tropischen bis subtropischen Erdregionen beheimatet. Einige Arten haben es als Ziersträucher bis in die heimischen Gärten geschafft, wo sie vom Sommer bis in den Herbst hinein blühen. Viele Hobbygärtner stellen sich die Frage nach der Essbarkeit

Welche Inhaltsstoffe hat Hibiskus?

Die Blüten und Blätter von Hibiscus-Arten sind reich an Vitamin C. Charakteristisch für die Vertreter dieser Gattung ist die Hibiskussäure. Rot, blau und violett blühende Pflanzen weisen hohe Anteile an Anthocyanen auf. Fruchtsäuren gehören zu den Hauptbestandteilen, wobei diese je nach Art in unterschiedlichen Konzentrationen und Kombinationen vorkommen können. Am häufigsten dokumentiert sind die Inhaltsstoffe von Hibiscus sabdariffa. Ihre Blüten enthalten Zitronen-, Apfel- und Weinsäure. In wässrigen Auszügen aus den Blütenblättern lösen sich etwa zwei Prozent Pektine und bis zu 15 Prozent Polysaccharide. Es sind keine giftigen Stoffe bekannt, sodass die Hibiskusblüten aller als Zierpflanzen genutzter Arten als uneingeschränkt essbar gelten.

Wie lassen sich die Arten verwenden?

Zahlreiche Hibiskus-Sträucher gelten in vielen Ländern nicht nur als medizinische Heilpflanze, sondern die Menschen essen neben Wurzeln und Blättern auch die Hibiskusblüten. Die Verwendbarkeit von häufig angepflanzten Ziersträuchern und Kräutern ist ähnlich. Da sich die Blüten hinsichtlich ihres Geschmacks und der Färbung stark voneinander unterscheiden, sollten Sie ein wenig experimentieren. Nachfolgend finden Sie Anregungen für Rezepte mit vier typischen Zierpflanzen.

Hibiskusblüten

Hibiskus als Sirup

Die Roselle ist Bestandteil vieler Früchtetees, wobei Ihnen auf der Verpackung häufiger die Bezeichnung Afrikanische Malve begegnet. Dahinter verbirgt sich die aus Asien stammende Art Hibiscus sabdariffa. Dieser Strauch gedeiht unter mitteleuropäischen Bedingungen nur im Gewächshaus. Wenn Sie die Pflanzengesundheit durch eine abgestimmte Pflege aufrechterhalten, blüht die krautige Pflanze von August bis Oktober. Zur Samenreife nimmt der Blütenkelch eine fleischige Konsistenz an. Seine Farbe verändert sich in ein leuchtendes und dunkles Rot. Wegen der Kombination aus dem intensiven Geschmack und einer angenehmen Säure finden trockene Kelchblätter Verwendung in Süßspeisen und Marmeladen. Sie liefern eine Zutat für Liköre, Limonaden und Hibiskustee. Im Handel können Sie getrocknete Hibiskusblütenkelche dieser Art kaufen, aus denen sich eine leckere Grundlage für Erfrischungsgetränke oder Sekt herstellen lässt:

  • 35 Gramm Blüten in einem Liter Wasser aufkochen
  • Sud für 24 Stunden ziehen lassen
  • Flüssigkeit durch ein Tuch gießen und Masse gut ausdrücken
  • 600 Gramm Zucker, einen Esslöffel Zimt und Nelken nach Belieben hinzufügen
  • einen Spritzer Zitronensaft zugeben
  • köcheln lassen, bis sich die Zuckermasse gelöst hat und eine sirupartige Konsistenz entsteht

Tipp: Getrocknete Blütenblätter lassen sich leicht wieder in ihre ursprüngliche fleischige Konsistenz bringen, in dem Sie diese zehn bis 15 Minuten in warmem Wasser einweichen.

Salat mit Hibiskus

Hibiscus moscheutos, der besser bekannt ist als Sumpfeibisch, stammt ursprünglich aus dem südöstlichen Nordamerika. Hier gedeiht das Malvengewächs in Sumpf- und Marschlandschaften. Die Blütezeit der weißen oder rosafarbenen und teilweise dunkelrosa überhauchten Blüten erstreckt sich von Mai bis September, wobei sich jede einzelne handtellergroße Blüte nur einen Tag lang öffnet. Die Blütenkronen liefern eine ästhetische Dekoration und fungieren als dezenter Geschmacksgeber für einen Gartensalat, der mit Einzelblüten des Duft-Veilchens violettblaue Akzente bekommt. Die Grundlage bilden das Kraut von Portulak und Blätter des Chinesischen Roseneibisch. Ein Dressing aus Brombeerjoghurt mit einem Schuss Olivenöl und Balsamico-Essig rundet den Salat ab.

Hibiskusblüten

Enchiladas mit Eibischblüten

Der Chinesische Roseneibisch, dessen Kronblätter von April bis November in den unterschiedlichsten Farbtönen erstrahlen, stammt vermutlich aus Indien oder China. Es gibt unzählige Zuchtformen der Wildart Hibiscus rosa-sinensis, deren Blüten zum Färben von Speisen verwendet oder in eingelegter Form verzehrt werden. Ihr milder bis leicht würziger Geschmack liefert eine hervorragende Grundlage für Rohkostsalate, Reis oder Chutneys. Mit Chili und Zucker verfeinert lässt sich eine Karamellsoße herstellen. Sammeln Sie die Blüten am frühen Morgen, denn dann sind sie reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Entfernen Sie Staubblätter und Stempel. In spanischen Enchiladas liefern sie einen delikaten Fleischersatz:

  • Hibiskusblüten mit zerriebenen Karotten und Yambohnen mischen
  • Füllung in die Enchiladas geben
  • mit Tomatensoße und saurer Sahne übergießen
  • Würfel aus Feta-Käse in der Auflaufform verteilen
  • für 20 bis 30 Minuten bei 180 Grad backen

Hibiskusblüten im Sektglas

Der häufig in Gärten und Parks anzutreffende Straucheibisch entwickelt seine Blüten von Juli bis September. Sie leuchten je nach Sorte in Weiß, Rosa, Violett oder Blau. Einige Sorten sind zweifarbig und weisen eine dunkelrote Mitte auf. Aufgrund der Anthocyane werden dunkel gefärbte Kronblätter zum Blaufärben von Mineralwasser, Limonaden, alkoholischen Getränken oder Desserts verwendet. Der Geschmack hat allerdings keine besondere Bedeutung. Sie können die auffallend großen Hibiskusblüten jederzeit vom Strauch pflücken und zur Dekoration von Sekt nutzen. Im Champagner sehen sie verführerisch aus, wenn dieser zu Eis am Stiel gefroren wird.

Hibiskusblüten

Tipp: Hibiscus syriacus trägt im Sommer Blütenknospen, die Sie abknipsen und blanchieren können. Sie schmecken hervorragend in einer Vinaigrette.