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Freilandgurke Gurken schmecken bitter

Gurken schmecken bitter: trotzdem einlegen? Geschmack neutralisieren

Gurken sind ein gesundes Gemüse und im Sommer eine willkommene Erfrischung. Gurken sind kalorienarm und weisen einen hohen Wassergehalt auf. Wer gern Gurken ist, muss eine Gewichtszunahme nicht befürchten und doch sind in jeder Gurkenscheibe wichtige Nährstoffe enthalten. Gurken lassen sich hervorragend einlegen, aber was ist, wenn Gurken bitter schmecken? Kann man den bitteren Geschmack neutralisieren?

Gurke ist nicht gleich Gurke

Gurken dürfen im Gemüsegarten nicht fehlen. Sie gehören zu den Kürbisgewächsen und werden im Freiland oder im Gewächshaus angebaut. Gurken werden eingeteilt in Einlegegurken und Salatgurken.

Einlegegurken schmecken das ganze Jahr

Gurken lassen sich ausgezeichnet einlegen. Es gibt zahlreiche Rezepte für Salzgurken, Essiggurken, Gewürzgurken, Dillgurken, Knoblauchgurken, Kümmelgurken oder Senfgurken. Das Einlegen ist unkompliziert, es gelingt auch Anfängern und es macht zudem viel Spaß. Außerdem wissen Sie bei selbst eingelegten Gurken ganz genau, welche Zutaten Sie verwendet haben. Aromastoffe oder Geschmacksverstärker kommen hierbei nicht zum Einsatz!

Sie benötigen zum Einlegen von Gurken Wasser, Essig, Salz, Zwiebeln und Gewürze je nach Wunsch.

Gurken schmecken bitter Geschmack neutralisieren

Einlegegurken sind eine spezielle Gurkensorte. Häufig werden sie auch als Freilandgurken bezeichnet, allerdings gedeihen sie auch im Gewächshaus hervorragend. Einlegegurken sind kleiner als Salatgurken und haben eine weniger glatte Außenfläche. Sie werden nicht hochgebunden, sie wachsen liegend auf dem Boden.

Tipp: Einlegegurken haben eine tolle Eigenschaft: Umso öfter Sie die Gurken ernten, umso mehr neue Früchte wachsen nach. Ernten Sie alle zwei bis drei Tage, Minigurken können in der Erntezeit sogar täglich gepflückt werden.

Wann sind Einlegegurken reif?

Achten Sie bei der Ernte auf den richtigen Zeitpunkt. Wenn die gesamte Gurkenschale gleichmäßig grün gefärbt ist, dann ist die Gurke reif. Freilandgurken können bei guter Wässerung und Düngung ab August geerntet werden. Gurken sollten mit einem scharfen Messer von der Pflanze geschnitten werden. Wer die Gurken abreißt, riskiert eine Verletzung der Pflanze. Verletzungen am Stiel können die Eintrittspforte für Krankheiten bilden.

Woran kann es liegen, dass Gurken bitter schmecken?

Gurken waren in früheren Zeiten leicht bitter. Verantwortlich dafür waren Bitterstoffe, sogenannte Cucurbitacine. Die heute üblichen Gurkensorten schmecken mild. Der bittere Geschmack wurde durch moderne Züchtungsmethoden fast vollständig beseitigt.

Und doch passiert es Hobbygärtnern manchmal, dass Gurken bitter schmecken. Woran kann es liegen?

Gurken schmecken bitter

  1. zu viel Stress:
    Auch Pflanzen reagieren auf ungünstige Verhältnisse mit Pflanzenstress, was zu einer Veränderung des Geschmacks führen kann. Sehr heiße Sommer verbunden mit zu geringer Wässerung der Pflanzen kann diesen Stress auslösen.
  2. kaltes Gießwasser:
    Gurken gelten nicht als empfindlich und doch können sie auf kaltes Gießwasser mit der Bildung eines bitteren Geschmacks reagieren. Nutzen Sie möglichst abgestandenes Regenwasser, um Ihre Gurkenpflanzen zu versorgen.
  3. falsche Düngung:
    Ein fehlerhaftes Verhältnis von Stickstoff und Kohlenstoff im Boden kann einen bitteren Gurkengeschmack hervorrufen. Kompostdüngung kann zu diesem ungünstigen Verhältnis führen und sollte bei Gurken vermieden werden.
  4. Abwehr von Schädlingen:
    Vor allem Gurken im Freiland bilden einzelne bittere Früchte, um Schädlinge abzuwehren. Der Bitterstoff vertreibt erfolgreich Spinnmilben und Blattläuse.

Die Geschichte von der falschen Schälrichtung

Sie haben bestimmt auch schon einmal davon gehört, dass die falsche Schälrichtung dazu führen kann, dass Gurken bitter schmecken. Man nimmt an, dass sich die Bitterstoffe aus der Spitze durch das Schälen auf den Rest der Gurke verteilen. Grundsätzlich befinden sich die meisten Bitterstoffe bei Gurken am Stielansatz. Eine Verteilung bitterer Stoffe durch das Schälen auf den Rest der Gurke ist unwahrscheinlich und konnte bislang nicht wissenschaftlich bestätigt werden.

Kann man den bitteren Geschmack von Gurken neutralisieren?

Achtung, Gurken, die richtig bitter schmecken, gehören auf den Müll. Genau wie bittere Zucchini sind diese nicht genießbar und können zu gesundheitlichen Beschwerden wie Magenkrämpfen und Durchfällen führen.

Gurken säen und pikieren

Oft hat nur das Ende einer Gurke einen leicht bitteren Geschmack. Schneiden Sie das Ende am Stielansatz sehr großzügig weg. Wenn der Rest der Gurke einen normalen Gurkengeschmack hat, kann man die Gurke verwerten. Wenn Sie in Ihrem Garten Gurken mit einer leichten Bitterkeit geerntet haben, können Sie die Bitterstoffe durch längeres Wässern neutralisieren. Früher wurden Gurken zum Neutralisieren über Nacht in warmes Salzwasser oder in Salz eingelegt. Das Salz entzieht die Bitterstoffe. Am nächsten Tag werden die Gurken gründlich abgewaschen und können nach Wunsch verarbeitet werden. Ein etwas bitterer Geschmack verschwindet auch beim Kochen oder Braten.

Tipp: Wählen Sie beim Kauf von Gurkensamen oder -pflanzen Sorten ohne Bitterstoffe. Empfehlenswert sind die ertragreichen und krankheitsresistenten Sorten „Sprint“, „Tanja“ oder „Klaro“.

Achtung bei der Verwendung der Gurkensamen

Sie können die Samen Ihrer Gurken zur Weiterzucht verwenden. Achten Sie dabei darauf, ausschließlich die Samen aus dem Vorder- oder Mittelteil der Gurke zu verwenden. Samen, die aus dem Bereich des Stielansatzes stammen, übertragen häufig Bitterstoffe.