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Bohnensorten von A-Z | 6 Bohnenarten mit Bild

Bohnensorten

Randvoll mit Vitaminen und Mineralstoffen, reich an wertvollem pflanzlichem Eiweiß, dabei kalorienarm und vielseitig verwendbar: Bohnen sind ein wichtiges Nahrungsmittel, auf den Selbstversorger nicht verzichten können – zumal sich viele Bohnensorten sehr gut haltbar machen lassen und so den Speisezettel in der kalten Jahreszeit bereichern. Die 6 besten Bohnenarten und geeignete Sorten für den Garten stellen wir Ihnen im folgenden Artikel vor.

Große Sortenvielfalt

Weltweit gibt es rund 700 verschiedene Bohnenarten und unzählige Bohnensorten, von denen die meisten jedoch in den Tropen und Subtropen beheimatet und daher für den heimischen Garten maximal als interessantes Experiment geeignet sind. Doch die hierzulande erfolgreich kultivierten Arten führen den unkundigen Gärtner schnell aufs Glatteis, denn bei Busch-, Brech-, Schnitt-, Stangen- und Prinzessbohnen handelt es sich im Grunde nur um eine einzige Art: Die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) stammt ursprünglich aus Südamerika und wird seit dem 16. Jahrhundert auch in Europa angebaut.

Alte Bohnensorten – wertvolles Kulturgut

Die verschiedenen Bezeichnungen ergeben sich aus unterschiedlichen Unterarten mit ihren jeweiligen Wuchsformen sowie diversen Verwendungszwecken. Nichtsdestotrotz ist die Sortenvielfalt sehr groß, so dass für Abwechslung im Garten und auf dem Teller gesorgt ist. Gut geeignet für Selbstversorger sind alte Bohnensorten, die selten, aber robust und an das hiesige Klima perfekt angepasst sind. Mit ihrer Kultur leisten Sie einen Beitrag zur Biodiversität und sorgen dafür, dass dieses alte Kulturgut vor dem Aussterben bewahrt wird.

1. Ackerbohnen

Bevor die Gartenbohne in Europa ihren Siegeszug antrat, war die auch als Dicke Bohne, Saubohne, Pferdebohne oder Puffbohne weit verbreitet. Die Art wird nachweislich bereits seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend zur Nahrungsmittelgewinnung angebaut. Allerdings handelt es sich nicht um eine „Bohne“ im botanischen Sinn, denn die Hülsenfrucht gehört zur Gattung der Wicken und ist damit enger mit Erbsen und Linsen als mit den eigentlichen Bohnen verwandt.

Ackerbohne

Aussehen: einjährige, krautige und unverzweigt wachsende Pflanze
Wuchshöhe: je nach Sorte bis 150 Zentimeter
Standort: sonnig bis halbsonnig; leicht lehmiger, feuchter und humoser Boden
Aussaat: ab Mitte März
Anbau: Saattiefe fünf Zentimeter, Pflanzabstand 10 bis 20 Zentimeter
Pflege: feucht halten, nicht düngen, frostverträglich
Krankheiten und Schädlinge: Schwarze Bohnenblattlaus, Blattlaus, Falscher Mehltau, Brennfleckenkrankheit
Erntezeit: bei früher Aussaat bereits ab Juni
Verwendung: unreif geerntete Samen, frisch, eingefroren oder getrocknet
Besonderheiten: sehr hoher Anteil an Eiweiß und Stärke, robust und unkompliziert anzubauen

Die besten Sorten für den Garten:

  • Alexia: hoher Proteingehalt, sehr ertragreich
  • Julia: ebenfalls sehr ertragreich, hohe Resistenz gegen verschiedene Viruskrankheiten
  • Dreifache Weiße: weiße Blüten und Samen, hoher Feuchtigkeitsbedarf
  • Piccola: schwarz-weiße Blüten, grüne Samen, sehr delikat im Geschmack
  • Wietkim: frühe Sorte mit großen Samen, auch als ‚Frühe Weißkeimige‘ bekannt

2. Brechbohnen

Brechbohnen sind eine bestimmte Sortengruppe der Buschbohnen. Sie werden auch als Filetbohnen bezeichnet, da sie eine fleischige, dicke Hülse und nur wenig Kerne aufweisen. Ihren Namen verdanken sie ihrer Knackigkeit: Die frisch geernteten Bohnen lassen sich leicht brechen. Wie alle Brechbohnen benötigen auch Brechbohnen keine Rankhilfe.

Brechbohnen

Aussehen: buschiger, verzweigter Wuchs
Größe: je nach Sorte bis zu 100 Zentimeter
Standort: sonnig und windgeschützt; lockerer, humoser Boden
Aussaat: ab Mitte Mai, wie alle Buschbohnen frostempfindlich
Schlechte Pflanznachbarn: Allium-Gewächse (Zwiebeln, Knoblauch, Porree, Schnittlauch..), Zwiebeln, Erbsen
Pflege: während der Blüte regelmäßig gießen
Krankheiten und Schädlinge: Schwarze Bohnenblattlaus, Brennfleckenkrankheit
Erntezeit: etwa acht Wochen nach der Aussaat, regelmäßiges Schneiden der Bohnen fördert stete Ausbildung weiterer Blüten und Früchte
Verwendung: unreife, junge Bohnenhülsen, frisch oder konserviert, niemals roh essen

Die besten Sorten für den Garten:

  • Adriana: bis zu 14 Zentimeter lang, robust, wüchsig
  • Delinel: frühe und reichtragende Sorte, robust
  • Dublette: ertragreich, resistent gegen viele Krankheiten
  • Jutta: sehr ertragreich
  • Saxa: schnellwüchsig, fadenlos, besonders ertragreich

3. Buschbohnen

Im Falle der Buschbohnen handelt es sich um eine von zwei Wuchsformen der Gartenbohne. Im Gegensatz zu den rankenden oder kletternden Stangenbohnen wachsen Buschbohnen eher strauchartig, werden meist nicht besonders hoch und lassen sich daher gut pflegen und beernten. Die Sorten benötigen in der Regel keine Rankhilfen und können auch gut in Kübeln kultiviert werden.

Buschbohne

Aussehen: buschig, verzweigt
Größe: je nach Sorte zwischen 50 und 100 Zentimeter hoch
Standort: sonnig; durchlässiger und humoser Boden
Aussaat: ab Mitte Mai oder später, frostempfindlich
Schlechte Pflanznachbarn: Alliumgewächse, Erbsen und Fenchel
Pflege: während der Blüte gleichmäßig feucht halten
Krankheiten und Schädlinge: Schwarze Bohnenblattlaus, Brennfleckenkrankheit
Erntezeit: ca. acht Wochen nach der Pflanzung, Bohnen regelmäßig schneiden
Verwendung: junge, noch unreife Hülsen (‚Grüne Bohne‘), ab Herbst reife Kerne

Tipp: Achten Sie besonders darauf, dass Sie Buschbohnen niemals dorthin pflanzen, wo im Vorjahr schon Bohnen wuchsen.

Die besten Sorten für den Garten:

  • Berggold: ertragreiche und robuste gelbe Sorte, geeignet zum Einfrieren
  • Negra: sehr ertragreich, ideal zum Einfrieren
  • Brillant: bewährte, sehr ertragreiche und robuste Sorte, fadenlos
  • Scuba: lange Hülsen, fadenlos, mittelfrüh

4. Feuerbohnen

Wie Busch- und Stangenbohnen gehören auch die delikaten Feuerbohnen zur Sortengruppe der Gartenbohne. Die Pflanzen werden nicht nur wegen ihrer schmackhaften Samen, sondern auch als Zier- und Sichtschutzpflanzen gern kultiviert. Sie können mehrere Meter hoch werden und blühen wunderschön scharlachrot. Die bunten Samen sind je nach Sorte gefleckt, violett, braun oder schwarz. Sie werden deshalb gelegentlich auch als Prunk- oder Käferbohnen bezeichnet.

Feuerbohnen Bohnenarten

Aussehen: Rank- bzw. Kletterpflanzen
Größe: je nach Sorte bis zu drei Meter
Standort: sonnig bis licht halbschattig; lockerer und tiefgründiger Boden
Aussaat: ab Mitte Mai oder später
Anbau: Direktaussaat oder Pflanzen vorziehen und auspflanzen
Gute Pflanznachbarn: Bohnenkraut, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Kohl, Salat, Radieschen, Rote Beete, Spinat
Schlechte Pflanznachbarn: Alliumgewächse, Erbsen, Fenchel
Pflege: Pflanzen mit Kompost versorgen
Erntezeit: ca. 10 Wochen nach der Pflanzung, regelmäßig ernten
Verwendung: nur die Samenkerne werden verwendet, Hülsen sind nicht genießbar

Die besten Sorten für den Garten:

  • Preisgewinner: ertragreich, sehr lange und fleischige Hülsen
  • Painted Lady: sehr alte, zweifarbig blühende Sorte
  • Weiße Riesen: ertragreich, schnell rankend
  • Butler: ertragreich, fadenlos, kräftiger Wuchs

5. Stangenbohnen

Auch Stangenbohnen sind eine Form der Gartenbohne und wachsen, ähnlich wie die Feuerbohne, mehrere Meter an Rankhilfen in die Höhe. Die zahlreichen Bohnensorten sind sehr ergiebig und erlauben eine mehrfache Ernte – fünf bis sechs Mal kann eine Pflanze während der Erntezeit bepflückt werden. Allerdings brauchen Stangenbohnen sehr viel Platz, weshalb ein großer Garten bzw. ein großes Beet für den Anbau unabdingbar ist. Wer nicht so viel Platz hat oder für den Bohnenanbau opfern möchte, wählt stattdessen eine Buschbohnensorte.

Stangenbohnen

Aussehen: Rank- bzw. Kletterpflanze
Größe: mehrere Meter, benötigt Rankhilfe
Standort: sonnig bis licht halbschattig; lockerer, durchlässiger und humoser Boden
Aussaat: ab Mitte Mai
Anbau: Direktaussaat oder Pflanzen vorziehen und dann auspflanzen
Pflege: mit Kompost düngen, vor allem während der Blütezeit leicht feucht halten
Erntezeit: etwa 8 bis 10 Wochen nach der Pflanzung
Verwendung: junge Hülsen, ab Herbst bei manchen Bohnensorten die reifen Samenkerne

Die besten Sorten für den Garten

  • Neckarkönigin: fleischige, sehr lange Hülsen, ertragreich und robust
  • Golden Gate: lange und breite Hülsen, gelbe Färbung, frühe Ernte
  • Limka: flache, lange Hülsen, zart im Geschmack, robust
  • Neckargold: fleischige, gelbe Hülsen
  • Blauhilde: sehr ertragreiche Sorte mit blauvioletten Hülsen
  • Markant: sehr ertragreich, robuste Sorte mit zarten Früchten
  • Mombacher Speck: sehr lange Hülsen, ertragreich

6. Wachsbohnen

Wachsbohnen gehören zu den Brech- oder Buschbohnen und fallen durch ihre typische gelbe Färbung auf. Sie sind im Allgemeinen zarter als grüne Sorten und eignen sich perfekt für die kalte Küche. Doch auch Wachsformen sollten Sie vor dem Genuss kochen, da sie wie alle Bohnen im rohem Zustand giftig sind. Erkaltet schmecken sie jedoch hervorragend im Bohnensalat.

Wachsbohnen

Aussehen: buschig, verzweigt
Größe: je nach Sorte zwischen 50 bis 70 Zentimeter
Standort: sonnig bis licht halbschattig; durchlässigen, lockeren und humosen Boden
Aussaat: ab Mitte Mai oder später
Anbau: Direktaussaat oder Auspflanzen vorgezogener Pflanzen
Pflege: während der Blütezeit leicht feucht halten, mit Kompost düngen und gegebenenfalls mulchen
Erntezeit: ca. 8 bis 10 Wochen nach der Pflanzung
Verwendung: junge Hülsen, ab Herbst auch die reifen Samenkerne

Die besten Sorten für den Garten:

  • Beste von allen: sehr alte und erprobte Sorte mit bis zu 15 Zentimeter langen Hülsen
  • Golden Teepee: sehr ertragreiche und robuste Sorte
  • Berggold: ertragreiche Sorte mit zarten, fadenlosen Hülsen, robust

Exotische Bohnensorten

Abgesehen von der heimischen Ackerbohne sind alle Bohnenarten frostempfindlich und sollten daher erst nach den Eisheiligen an einen warmen und windgeschützten Platz ins Beet. Besonders viel Wärme benötigen exotische Bohnen wie etwa Lima-, Wachtel- oder Sojabohnen. Diese wachsen hier in der Regel lediglich in Gewächshauskultur, da sie entweder bis zur Erntereife sehr lange brauchen oder es ihnen im Freiland zu kalt ist.