Artischocken anbauen | Aussaat und Pflege

Artischocke

Unter Feinschmeckern gilt die Artischocke als wahre Delikatesse. Kein Wunder also, dass so mancher darüber nachdenkt, sie im heimischen Garten anzubauen. In milden, sonnigen Lagen und bei richtiger Pflege ist das auch kein Problem. Und mit der passenden Sorte kann es sogar in weniger von der Sonne verwöhnten Gegenden gelingen.

Artischocken

Die Artischocke ist eine der beiden Kulturformen der Pflanzenart Cynara cardunculus. Sie gehört zur Familie der Korbblütler. Die Pflanze kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Dort wurde sie bereits im ersten Jahrhundert nach Christus kultiviert und nicht nur zur Ernährung, sondern vor allem als Heilpflanze genutzt. Artischocken sollen verdauungsfördernd wirken und den Cholesterinspiegel absenken können. Durch ihre Herkunft wird deutlich, dass die Pflanze ein warmes, sonniges Klima benötigt, um wachsen und gedeihen zu können. Sie wächst deshalb ach in Nordeuropa nur in relativ milden Lagen wie etwa in Weinbaugebieten. Auch dort benötigt sie allerdings auch einen guten Schutz vor der winterlichen Kälte.

Tipp: Wer Artischocken in einer klimatisch eher raueren Gegend anbauen möchte, sollte unbedingt auf spezielle Züchtungen zurückgreifen, die etwas mehr Kälte vertragen. Eine hundertprozentige Garantie gibt es damit allerdings auch nicht.

Sorten

Vor der ersten Aussaat steht beim Anbau von Artischocken die Frage: Welche Sorte soll es denn sein? An denen herrscht mittlerweile kein Mangel. Dabei wird grundsätzlich zwischen zwei Kategorien unterschieden – nämlich den grünen und den violetten Artischocken. Die grünen Artischocken sind ganz allgemein etwas robuster und widerstandsfähiger. Sie vertragen unter Umständen auch relativ tiefe Temperaturen, aber keinen Frost. Violette Artischocken sind hingegen deutlich empfindlicher und auch weniger ertragreich als grüne. Dafür schmecken sie intensiver und feiner.

Artischocke

Grüne Sorten:

  • Camus de Bretagne
  • Castel
  • Catanesi
  • Green Globe
  • Romaneschi

Violette Sorten:

  • Petit Violet
  • Romanesco
  • Terom
  • Violet de Provence
  • Violetti di Toscana

Diese Sorten sind die am meisten verbreiteten. Die dazugehörigen Samen sollten normalerweise relativ problemlos im gut sortierten Gartenfachhandel zu bekommen sein.

Aussaat

Um Artischocken erfolgreich anbauen zu können, braucht es zunächst einmal drei Dinge – nämlich einen vollsonnigen, windgeschützten Standort, einen humus- bzw. nährstoffreichen Boden und nicht zuletzt auch relativ viel Platz. Die Aussaat des Samens sollte möglichst früh erfolgen. Nur dann ist es möglich, schon im ersten Jahr zu ernten. Als ideal hat sich dafür die Zeit zwischen Mitte Januar und Mitte Februar erwiesen. Selbstverständlich können die Samenkörner da noch nicht im Freien gesät werden. Eis und Schnee würden sie unmittelbar zerstören. Üblicherweise wird die Artischocke zunächst in einem geschützten Umfeld, etwa im Keller oder in der Wohnung, vorgezogen.

Artischockenblüte

Dabei geht man wie folgt vor:

  • Samenkörner einige Stunden lang in lauwarmem Wasser quellen lassen
  • Saatkiste mit lockerer Anzuchterde füllen
  • einzelne Samenkörner locker in die Erde drücken
  • mit Erde locker bedecken
  • Erde in der Saatkiste gut wässern und mit einer transparenten Folie abdecken
  • Kiste an einen sonnigen bzw. warmen Standort mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius verbringen
  • Abdeckung (Folie) täglich kurz zum Lüften entfernen

Die Keimung erfolgt bei der Artischocke normalerweise innerhalb von zwei bis drei Wochen. Sobald die jungen Pflanzen drei bis fünf Blätter ausgebildet haben, können sie in ein Beet im Garten gepflanzt werden. Dies sollte allerdings nicht vor Mitte April geschehen. Es darf auf gar keinen Fall mehr Bodenfrost geben. Beim Pflanzen muss unbedingt auf einen ausreichend großen Abstand geachtet werden. Da die Artischocke sehr voluminös bzw. ausladend werden kann, ist ein Abstand zwischen einem halben und einem Meter erforderlich, damit sich die Pflanzen später nicht in die Quere kommen.

Tipp: Wem die Aussaat bzw. das Ziehen von Jungpflanzen zu mühsam ist, kann mittlerweile in Gärtnereien auch vorgezogene Pflanzen kaufen. Damit es später mit dem Anbauen klappt, sollten diese allerdings einen kräftigen Eindruck machen und bereits drei bis fünf Blätter aufweisen.

Pflege

Im Prinzip ist mit dem Anbauen von Artischocken kein besonders großer Pflegeaufwand verbunden. Die meiste Arbeit fällt durch das Gießen an. Die Artischocke benötigt sehr viel Wasser. Der Boden im Wurzelbereich sollte immer leicht feucht sein und allenfalls oberflächlich antrocknen. Gleichzeitig muss Staunässe unbedingt vermieden werden. Da Artischocken Kalk sehr gut vertragen, spielt die Wasserqualität eine absolut untergeordnete Rolle.

Jungpflanze Artischocke

Die Pflanze gehört übrigens zu den sogenannten Starkzehrern. Das bedeutet, dass sie große Mengen an Nährstoffen bedarf. Man kommt also um regelmäßiges Düngen nicht herum. Die erste Düngung sollte am besten bereits beim Auspflanzen erfolgen. Anschließend wird einmal im Monat gedüngt. Dafür eignet sich vor allem organischer Dünger wie etwa Kompost, Stallmist, Pflanzenjauche oder auch handelsüblicher Gemüsedünger. Nach der Ernte der Blütenköpfe, die im ersten Jahr in der Regel im September möglich ist, wird das Düngen eingestellt.

Überwintern

Wie bereits mehrfach erwähnt benötigt die Artischocke viel Sonne und Wärme. Mit Kälte oder gar Frost kommt sie gar nicht zurecht. Soll die Pflanze im Winter also nicht erfrieren, muss sie unbedingt vor Eis und Schnee geschützt werden. Das gilt übrigens auch für robustere Sorten. Um die Artischocke auf den Winter vorzubereiten werden nach der Ernte zunächst konsequent bis auf den Boden zurückgeschnitten. Lediglich maximal eine Handbreit der Pflanze kann stehenbleiben. Ist dieser Schnitt erfolgt, wird die Pflanze gut abgedeckt. Dafür eignen sich Stroh, Reisig, Laub, Stallmist oder Kompost. Es sollte dabei eine durchgängige Schicht mit einer Höhe von mindestens 30 Zentimetern aufgebracht werden.