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Pilzbeet anlegen in 5 Schritten | Anleitung

Pilzbeet Garten

Pilze gelten als schmackhaft, gesund und vielseitig in ihrer Zubereitung. Wer an Stelle von gekauften Exemplaren lieber auf den Eigenanbau zurückgreifen möchte, kann sich mit unserer Anleitung ganz leicht ein eigenes Pilzbeet anlegen.

Schritt für Schritt zum Beet

Zwar unterscheiden sich die Anbaumöglichkeiten für Pilze teils enorm. So lassen sich einzelne Sorten beispielsweise auf Totholz oder Strohballen aufziehen. Das Pilzbeet ist aber für zahlreiche Sorten eine gute Möglichkeit, eine dauerhafte oder zumindest langfristige Zucht anzulegen und eine regelmäßige Ernte einzufahren. Schritt für Schritt sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

Der Standort

Für ein Pilzbeet eignen sich gut abgelegenere und vor allem schattigere Bereiche des Gartens. Da die Pilzzucht eher kühle Temperaturen und ein feuchtes Milieu bevorzugt, lassen sich so von altem Baumbestand beschattete Plätze ebenso einer Nutzung zuführen, wie die für sonstige Bepflanzungen wenig geeigneten Lagen auf der Nordseite von Wohnhaus, Garage oder Schuppen.

Der Zeitpunkt

Ideal für das Anlegen des Pilzbeets ist das Frühjahr ab Ende April oder Anfang Mai. Dann sind die Temperaturen noch moderat für eine gute Entwicklung der Mycel. Außerdem fallen mögliche Nachtfröste nicht mehr so stark aus, dass sie das anfangs noch empfindliche Mycel schädigen. Ist das Beet erst einmal gedeckt, stellen tiefe Temperaturen ohnehin kein Problem mehr dar.

Die Werkzeuge

Mit nur wenigen, in jedem Garten zu findenden Gerätschaften lässt sich das Beet für die Pilze mit moderatem Aufwand bereiten:

  • Spaten
  • Schaufel
  • Eimer / Schubkarre
  • Große Gartenschere

Schubkarre Stroh

Außerdem sind einige Hilfsmaterialien erforderlich, um dem Beet die gewünschten Eigenschaften zu verleihen:

  • Stroh
  • Gartenerde
  • Noppenfolie
  • Steine
  • ALTERNATIV: mobiles Gewächshäuschen
  • EVENTUELL: Schneckenzaun

TIPP: Der Schneckenzaun ist lediglich als vorteilhafte Option anzusehen. Jeder Gärtner kennt seinen Garten im Laufe der Zeit sehr gut und kann selbst abschätzen, ob eine Schneckenabwehr erforderlich ist. Natürlich können neben dem echten Schneckenzaun auch andere Maßnahmen ergriffen werden. Sie müssen aber wegen der langsamen Wachstumsgeschwindigkeit der Pilzhüte dauerhaft wirksam sein.

Die Pilzbrut

Natürlich darf auch die eigentliche Pilzbrut für ein erfolgreiches Beet nicht fehlen. Dabei handelt es sich letztlich um das Äquivalent der Pilze zu den Samen von Pflanzen. Das Pilzmycel wird dafür auf einen geeigneten Träger aufgebracht, auf dem es bis zur Übertragung in den Boden überdauern kann. Je nach Pilzart und geplanter Anbaumethode kann die Pilzbrut in Holz, in Stroh, in Getreidekörner oder in einem erdähnlichen Substrat eingeimpft sein. Für das Anlegen eines Pilzbeets eignen sich dabei besonders flächig auszubringende Brutformen, also das Mycel im Träger Stroh, Getreide oder Substrat.

Die Sorten

Grundsätzlich lassen sich die meisten für den Eigenanbau geeigneten Sorten in Form eines Beets aufziehen. Allerdings sind einige Pilze auf Grund ihrer einfachen Handhabung gerade für Anfänger besser geeignet:

  • Champignon
  • Braunkappe
  • Parasol
  • Limonenpilze
  • Pioppino
  • Kräuterseitlinge

Champignons weiß braun

Die Anleitung für den Bau

Sind alle Gerätschaften und Materialien vorhanden, geht es an die Errichtung des Beetes selbst:

1. Beet ausheben

Zunächst wird festgelegt, wo und wie groß das Pilzbeet sein soll:

  • Rasen mit Spaten schachbrettartig in Soden abstechen
  • Soden abheben und seitlich aufschichten
  • Erdreich ausheben bis 20 Zentimeter Tiefe ab Oberkante Rasen
  • Grund der Grube eben abziehen
  • Erdreich anderweitig verwenden, im Garten ausbringen oder entsorgen

2. Substrat einbringen

Ist die Grube erst einmal fertig, gilt es, die Grundlage für die Entwicklung des Mycels zu legen. Dazu ist entweder ein spezielles Pilzsubstrat geeignet, oder aber ganz schlicht und einfach Stroh:

  • Substrat etwa 10 Zentimeter dick in die Grube einbringen
  • ALTERNATIV: Stroh mit Schere kleinschneiden und in gleicher Stärke einbringen
  • Substrat wässern, bis es gut feucht ist

3. Impfung mit Pilzbrut

Der wichtigste Schritt überhaupt ist das Impfen des Beets mit der Pilzbrut. Ganz klar, ohne Brut können keine erntefähigen Pilze entstehen:

a) Brut auf Strohmehl oder Häcksel: gleichmäßig auf Substrat / Strohbett verteilen und locker untermischen
b) Körnerbrut: gleichmäßig auf Substrat / Stroh ausstreuen
c) Brut in Fertigsubstrat: gleichmäßig verteilen und locker unter Substrat aus Schritt 2 untermischen

ACHTUNG: Je nach gewählter Pilzbrut kann es sinnvoll sein, eher Stroh oder anderes Substrat in der Grube einzubauen. Wird das Mycel beispielsweise von vorn herein in Substrat geliefert, ist die Verwendung von weiterem Substrat sinnvoll. Bei einer Brut in Stroh sollte dagegen Strohhäcksel eine gute Grundlage für eine rasche Vermehrung darstellen!

4. Warten

So ungern besonders ungeduldige Hobbygärtner es vernehmen – als nächstes ist Warten angesagt. Nun muss sich das eingeimpfte Mycel vermehren. Zum Schutz vor äußeren Einflüssen und für eine bessere Erhaltung der gewünschten Luftfeuchte lohnt eine Abdeckung, die jedoch regelmäßig kontrolliert werden muss:

  • Pilzbeet mit Noppenfolie abdecken
  • ALTERNATIV: mobiles Gewächshäuschen über Grube aufstellen
  • Folie bzw. Gewächshaus regelmäßig öffnen und Mycelentwicklung kontrollieren

Parasol Gruppe

5. Abecken des Beets

Nach einigen Tagen bis Wochen sollte eine deutliche Vermehrung des geimpften Mycels erkennbar sein. Nun kann das Pilzbeet geschlossen und die kommende Ernte abgewartet werden:

  • Substratschicht mit ca. 5 Zentimeter kalkfreier Gartenerde abdecken
  • Rasensoden wieder aufsetzen und leicht festdrücken
  • Mäßig angießen
  • OPTIONAL: Schneckenzaun aufstellen, um entstehende Pilzköpfe vor Schneckenfraß zu schützen

Nun ist es geschafft. In nur wenigen Schritten und mit etwas Geduld kann jeder zu Hause ein Pilzbeet anlegen. Nun heißt es zu warten, bis die ersehnten Pilze den Rasen durchstoßen und zu einer erntefähigen Größe herangewachsen sind. Durch die Lage unmittelbar im Erdboden und ohne den begrenzten Rahmen von Totholz oder Fertigzuchtkästen sollte nun langfristig mit einem gesicherten Ertrag zu rechnen sein.