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Mischkultur bei Paprika: was kann man zusammen pflanzen?

Paprika Mischkultur

Paprika, dieses ursprünglich aus Südamerika stammende Nachtschattengewächs, ist heute mit einer enormen Vielfalt von rund 25 etablierten Sorten in nahezu jedem heimischen Garten zu finden. Da Platzverbrauch und Aufwand aus Sicht des Hobbygärtners möglichst gering gehalten werden sollten, helfen gezielte Mischkulturen, den Aufwand gering zu halten. Hier erfahren Sie, welche Nachbarn sich für Paprika in einer Mischkultur eignen. Zudem informieren wir darüber, welche Nachbarschaft unbedingt vermieden werden sollte.

Die Möglichkeiten der Mischkultur

Für den Anbau der Paprika in einer Mischkultur sprechen mehrere Gründe:

1. Geringe Konkurrenz um Nährstoffe

Konkurrenzsituationen unter benachbarten Pflanzen können sowohl qualitativ, als auch quantitativ in Erscheinung treten. Das bedeutet, entweder ringen die Pflanzen um die Art, oder um die reine Menge der vorhandenen Nährstoffe.

Quantitative Konkurrenz vermeiden:

  • Paprika zu mittelstark zehrenden Gewächsen zählend
  • Anbau mit Schwachzehrern jederzeit möglich
  • Kombination mit mittelstark zehrenden Nachbarn vor Anbau auf Varianz im Nährstoffbedarf prüfen, sonst im Regelfall gut möglich
  • Kombination mit Starkzehrern zur Vermeidung intensiver Auslaugung des Bodens vermeiden

Qualitative Konkurrenz vermeiden:

  • Optimaler Boden-pH-Wert für Paprikapflanzen im leicht sauren bis neutralen Bereich zwischen 6,2 und 7
  • Nachbarpflanzen mit ähnlichen Säurepräferenzen bevorzugen
  • Anforderungen an extrem kalkige oder saure Böden in Mischkultur vermeiden

Achtung: Man könnte an dieser Stelle auch den Hauptnährstoffbedarf der Paprikapflanze mit Stickstoff, Phosphor und Kalium anführen und auf geeignete Nachbarpflanzen ohne diese Anforderungen vermeiden. Allerdings benötigen nahezu alle Kulturpflanzen diese Stoffe als essentielle Voraussetzung für den Anbau. Daher lässt sich diesbezüglich aus qualitativer Sicht wenig Nutzen aus der Ansiedlung unterschiedlicher Sorten ziehen. Stattdessen sollte hierbei der Fokus auf der Vermeidung der quantitativen Konkurrenz liegen.

2. Gegenseitige Begünstigung

Die Paprika und andere Pflanzen können sich in einer Mischkultur gegenseitig vorteilhaft beeinflussen. Dazu gehören vor allem die Abwehr schädlicher Insekten und die Begünstigung von Nützlingen:

Basilikum Mischkultur

  • Verbesserung der Bestäubung durch Ansiedlung von Insekten anlockenden Pflanzen, z.B. Borretsch und Basilikum
  • Auswahl von Nachbarpflanzen mit Fressschädlingen abwehrenden Inhaltsstoffen, z.B. Lavendel und Thymian gegen Ameisen, Kapuzinerkresse und Bohnenkraut gegen Blattläuse
  • Förderung der Keimungsfreudigkeit, z.B. durch Aussaat in unmittelbarer Nähe zu Dill
  • Abwehr von sonstigen Parasiten, z.B. durch Nachbarpflanze Knoblauch, hemmt Pilzerkrankung durch ätherische Ausdünstungen

Tipp: Aus Sicht der Selbstversorger ist die Brennnessel im Gemüsebeet zwar von keinerlei Nutzen, doch auch sie stellt einen effektiven Schutz gegen Blattläuse dar und hat somit eine gewisse Daseinsberechtigung zwischen Paprika und anderen Nutzpflanzen.

3. Wachstumsphasen zu verschiedenen Jahreszeiten

Je geringer die zur Verfügung stehenden Flächen sind, umso effizienter sollten sie ausgenutzt werden. Das kann auch dadurch ausgenutzt werden, dass Pflanzen unterschiedlicher Vegetationsperioden in einer Mischkultur mir Paprika kombiniert werden. Für den Gärtner bedeutet das, dass die eine Pflanze bereits groß geworden ist, während der Nachbar erst mit dem Größenwachstum beginnt. Wird dieser dann groß, ist die beste Jahreszeit für den früheren Nachbarn bereits vorbei und er wurde möglicherweise bereits geerntet bzw. entfernt. Für Paprika bedeutet das:

Paprika Mischkultur

  • Wuchsphase im Freiland meist von Anfang Mai (Auspflanzen der vorgezogenen Sprösslinge) bis Mitte oder Ende Juli (Ernte)
  • gut kombinierbar mit früh zur Reife gelangenden Gartenfrüchten, wie Lauch, Retticharten und Spargel (Ernte meist bereits Mai bis Juni)
  • gut kombinierbar z.B. mit Kohlsorten wg. späten Wachstumsphasen bis in den Winter hinein

4. Kombination von sich nicht störenden Pflanzen

Zuletzt kann man die Vorzüge von Anbau in Mischkultur schlicht darauf zurückführen, dass sich benachbarte Pflanzen zwar nicht vorteilhaft begünstigen, sich aber im Gegenzug auch nicht benachteiligen. Das kann auch bei Paprika dann der Fall sein, wenn die Mitbewohner des Pflanzbeets eine andere Wuchsform oder andere Präferenzen hinsichtlich des Standorts haben:

  • Niedrige Paprikapflanzen gut mit hochwachsenden Nachbarn kombinierbar, um Konkurrenz um Sonnenlicht zu vermeiden
  • Paprika als sonnenliebende Pflanze gut mit Arten und Sorten mit Halbschattenpräferenz, z.B. Salaten kombinierbar

Nachbarn der Paprika im Überblick

Wägt man all diese Einflussfaktoren ab, ergibt sich eine recht klare Liste von Pflanzen, die einerseits in Kombination mit Paprikapflanzen sehr gut gedeihen. Andererseits lassen sich aber ebenso gut gewisse Arten identifizieren, die bei einer Mischkultur mit Paprika ausgeklammert werden sollten.

Paprikapflanzen harmonieren gut mit:

Mischkultur Tomate Kohl

  • Kohlarten
  • Karotten
  • Tomaten
  • Borretsch

Ungeeignet sind dagegen:

  • Erbsen
  • Fenchel
  • Rote Beete
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Sellerie

Sonderfall Bäume

Obwohl die Kombination von dauerhaften Bäumen und einjährigen Gemüsepflanzen auf engem Raum eher ungewöhnlich ist, kann es immer wieder vorkommen, dass sich diese beiden Pflanzentypen im heimischen Garten begegnen. In aller Regel treten Obst- und andere Bäume zu Paprikapflanzen nicht in Konkurrenz, da Baumwurzeln weit tiefer reichen und somit andere Wasser- und Nährstoffreservoirs ansprechen, als die flach wurzelnde Paprika. Lediglich der Walnussbaum sollte als Einzelgänger erwähnt werden, der Paprikapflanzen und sonstigen Gemüsen das Leben schwer macht.

Hinweis: Nicht immer wird die optimale Kombination vorteilhafter Pflanzen in unmittelbarer Nachbarschaft gelingen. Denn neben den Verträglichkeiten zählt bei der Auswahl natürlich auch immer der Wunsch des Selbstversorgers, welche Gemüse er gerne hätte. Eher ungeeignete Pflanzen sollten daher nicht von vorn herein bei einer Mischkultur mit Paprika ausgeschlossen werden. Allerdings sollte man sich dessen bewusst sein, dass mögliche Nachteile eventuell durch zusätzlichen Aufwand beim Düngen oder der sonstigen Pflege ausgeglichen werden müssen.