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Läuse an Gurkenpflanzen: was tun? | Blattläuse natürlich loswerden

Läuse Stengel

Gegen Läuse an Gurkenpflanzen sollte der Gärtner schnellstmöglich vorgehen, denn die unerwünschten Gäste können dem Gemüse stark schaden. Chemische Fungizide bekämpfen zwar die Blattläuse, sind aber keine große Hilfe, wenn es um den Erhalt der Ernte geht. Zum Glück existieren zahlreiche biologische Hausmittel, die Blattläuse in die Flucht schlagen und gleichzeitig die Umwelt schonen.

Schnelle Hilfe gegen Blattläuse

Bei der Früherkennung eines Befalls durch Cucumis sativus bestehen hohe Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Hat sich die Population noch nicht so stark vermehrt, genügt es manchmal bereits, die Schädlinge manuell aufzusammeln oder mit einem feuchten Tuch von den Blättern zu wischen. Ebenso hilfreich ist es, die Pflanze vorsichtig mit einer Handbrause abzuspülen.

Effektive Hausmittel gegen Blattläuse

  • selbst hergestellte Lösungen
  • Fressfeinde
  • Standortbedingungen ändern
  • Mischkulturen anbauen

Lösungen selber herstellen

Es gibt unzählige Pflanzen, aus denen Gärtner verträgliche Sprühessenzen herstellen können, um Blattläuse an Cucumis sativus biologisch zu bekämpfen. Dazu kocht oder mischt er die Zutat seiner Wahl mit mindestens der doppelten Menge Wasser, füllt den Sud in eine Sprühflasche und bestäubt die Pflanze mit der Lösung. Empfehlenswert sind zum Beispiel:

  • Ackerschachtelhalm
  • Brennnesseljauche
  • Kartoffelwasser
  • Kaliseife
  • Knoblauch
  • Natron
  • Oregano
  • Rhabarberblätter
  • Schwarzer Tee

Die Auswahl der verwendbaren Hausmittel gegen Läuse an Gurkenpflanzen ist enorm. Um das Vorgehen zu verdeutlichen, seien an dieser Stelle drei Methoden dafür ausführlich vorgestellt:

Raps- oder Neemöl-Lösung

  • zuerst 90 ml Raps- oder Neemöl mit 5 l Wasser mischen
  • etwas Spülmittel als Emulgator zufügen
  • gut umrühren (Rührkorb und Bohrmaschine erleichtern das Mischen)
  • schließlich Lösung in Sprühflasche füllen und auf die Pflanze sprühen

Hinweis: Raps- oder Neemöl sind gleichermaßen effektiv. Letzteres enthält das aus dem Neembaum gewonnene Azadirachtin, welches auch in biologischen Mitteln aus dem Handel Verwendung findet.

Läuse bekämpfen

Milch-Wasser Gemisch

  • 100 ml Vollmilch mit 200 ml kaltem Wasser mischen
  • mit Gabel oder Schneebesen verrühren
  • ebenfalls in Sprühflasche füllen
  • auf die Pflanze sprühen

Hinweis: Solange es sich nicht um Rohmilch handelt, eignen sich Milchgetränke sämtlicher Fettstufen.

Spülmittel gegen Blattläuse

  • 5 ml mit einem halben Liter Wasser mischen und gut umrühren
  • ein Spritzer Spiritus verstärkt die Wirkung
  • Lösung in Sprühflasche geben, anschließend gut schütteln
  • auf die Pflanze sprühen

Die genannten Hausmittel hinterlassen einen schmierigen Film auf Gurkenpflanzen, wodurch die Läuse keinen Halt mehr an den Blättern und Stielen finden. Oft ist es notwendig, die Anwendung mehrmals zu wiederholen. Dabei sollte der Gärtner das Gemisch am besten im Kühlschrank aufbewahren, da es sonst schnell ranzig wird. Da die Mittel in kurzer Zeit angerührt sind, empfiehlt sich die Herstellung kleiner Mengen.

Tipp: Blattläuse halten sich vordergründig auf den Blattunterseiten auf. Der Gärtner sollte die Pflanze daher gründlich von allen Seiten besprühen.

Natürliche Fressfeinde

Die beste Art, Blattläuse an der Gurkenpflanze biologisch zu bekämpfen, sind natürliche Fressfeinde. Besonders empfehlenswert sind

  • Florfliegen
  • Schlupfwespen
  • Marienkäfer
  • Ohrwürmer
  • und Gallmücken

Die Nützlinge sind entweder im Fachhandel erhältlich oder lassen sich sogar eigenständig in den Garten locken. In Nisthilfen wie Insektenhotels finden die Insekten und Käfer einen willkommenen Unterschlupf, der das reichhaltige Nahrungsangebot ergänzt. Florfliegen springen dabei vor allem auf rot gestrichene Nistkästen an. Neben Blattläusen ernähren sich die Nützlinge übrigens auch von Spinnmilben. Cucumis sativus selbst fügen sie dabei keinen Schaden zu.

Wer seinen Erstbestand im Fachhandel kauft, ist mit Larven gut beraten. Marienkäfer leben zum Beispiel ganze 25-30 Tage, an denen sie insgesamt rund 4000 Blattläuse vertilgen. Für die Anwendung hängt der Gärtner das Plastiktütchen mit den Larven einfach an die Stiele der Gurkenpflanzen und überlässt den Rest der Natur. Allerdings vertragen sich Marienkäfer nicht mit Ameisen, sodass es diese vor der Anwendung zu entfernen gilt.

drei Marienkäfer

Schlupfwespen sind relativ kurzlebig und helfen daher nur innerhalb eines gewissen Zeitraums gegen Blattläuse an Cucumis sativus.

Hinweis: Natürliche Fressfeinde dienen vornehmlich der Anwendung im Garten oder Gewächshaus. Hier finden die Tiere geeignete Lebensbedingungen. Im Haus ist der Einsatz zwar ebenso möglich, die Nützlinge vermehren sich aber nicht. Die einzige Generation wird den Befall daher nur kurzfristig mindern, nicht aber vollständig vernichten.

Standortbedingungen ändern

Um Blattläusen an Gurkenpflanzen vorzubeugen, sollte der Gärtner stets auf den richtigen pH-Wert sowie geeignete Lichtverhältnisse achten. Gesunde Gurkenpflanzen sind weniger gefährdet und besitzen mehr Ressourcen, die Blattläuse eigenständig abzuwehren.

Ebenso reagieren Blattläuse auf die Gegebenheiten der Umwelt. In einem zu feuchten Milieu fühlen sie sich nicht wohl. Stülpt der Gärtner vorübergehend eine Plastikfolie über Cucumis sativus, steigt die Luftfeuchtigkeit stark an. Die Schädlinge verlassen die Pflanze.

Hinweis: Hinsichtlich der Standortwahl ist interessant zu wissen, dass die Farbe Grün Blattläuse verstärkt anzieht.

Gurken in Mischkulturen anbauen

Nicht nur kulinarisch heben manche Kräuter den Geschmack von Gemüse hervor. Denn ihr aromatischer Duft wirkt im Beet auch abschreckend auf Blattläuse. Geeignete Pflanzpartner sind:

  • Bohnenkraut
  • Lavendel
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Thymian
  • und Ysop

Weitere Maßnahmen gegen Läuse

Damit die Blattläuse nicht von dem betroffenen Gewächs auf benachbarte Gurkenpflanzen übersiedeln, sollte der Gärtner das Exemplar vorübergehend isolieren. Eine gründliche Kontrolle der Entwicklung des Befalls ist ebenfalls wichtig. Bereits verwelkte Blätter sollte der Gärtner abzupfen und im Biomüll entsorgen.