Kürbisse verarbeiten | 8 Tipps was Sie mit Kürbissen machen können

Kürbis Grimasse

Wenn die Tage kürzer werden und sich das Blätterkleid der Bäume färbt, neigen viele Menschen dazu, in melancholische Stimmung zu verfallen. Keine Frage, das Regenwetter und das trübe Grau vor dem Fenster drücken die Stimmung. Aber der Herbst hat auch so viele schöne Seiten: Allen voran die Kürbisse, die jetzt um die Wette wachsen. Mit frechen Grimassen vertreiben sie nicht nur den Schlechtwetter-Blues, ihr leckeres Fruchtfleisch wärmt überdies in einer Kürbissuppe. Mit dem Gemüse lässt sich so viel anstellen, dass die grauen Tage wie im Flug vergehen. Wir zeigen im Folgenden, wie Sie Ihre Kürbisse verarbeiten können.

1. Deko-Ideen

Was darf an Halloween auf keinen Fall fehlen? Natürlich der klassische geschnitzte Kürbis. Ob Cucurbita die Gäste mit einem fröhlichen oder gar lustigen Lächeln empfängt oder mit einer frechen, bedrohlichen Fratze davor warnt, keinen Schabernack zu treiben, bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist, bei der Verarbeitung ein scharfes Messer zu verwenden. Dann sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Wenn sich Kinder an der Verarbeitung beteiligen, sollten Erwachsene den Kürbiskopf aushöhlen, denn das harte Fruchtfleisch birgt ein hohes Verletzungsrisiko. Die sichere Methode der Verarbeitung ist, auf das Schnitzen zu verzichten und stattdessen zu Pinsel und Farbe zu greifen. Ohren, Augen und Füße sind schnell und einfach aus Pappe oder Papier gefertigt. Auch auf diese Weise entstehen eindrucksvolle Figuren wie zum Beispiel Katzen oder Eulen. Natürlich macht sich Cucurbita ohne Schmuck und Bemalung wunderbar in Arrangements. Dazu sollte der Gärtner viele unterschiedliche Sorten nebeneinander platzieren.

2. Kürbis-Laternen

Es muss aber nicht immer das gruselige Gesicht sein, mit dem Cucurbita im Herbst den Garten ziert. Sehr viel harmonischer wirken zum Beispiel eindrucksvolle Windlichter, die ebenfalls ganz einfach gefertigt sind:

  • Deckel des Gemüses abschneiden
  • Kürbis aushöhlen
  • mit einer Bohrmaschine kleine Löcher in die Wände bohren
  • wahlweise in spiralförmiger, linearer Anordnung oder wahllos durcheinander
  • Teelicht in das Innere setzen

Halloween Laterne

In der Dämmerung wirft der Schein der Flamme je nach gewähltem Muster schöne Schatten an die Wand.

3. Der etwas andere Blumenkübel

Aber auch bei Tageslicht schindet Cucurbita Eindruck. Zum Beispiel wenn er als alternativer Blumenkübel daherkommt.

  • Kürbiskopf aushöhlen
  • Moosgummi zurechtschneiden
  • Löcher hinein stanzen
  • Schnittblumen einsetzen
  • Moosgummi leicht befeuchten
  • Arrangement nach Belieben mit weiterem Herbstschmuck (zum Beispiel Kastanien) verzieren

4. Kulinarische Verwendung

Einige allgemeine Tipps zum Verarbeiten von Kürbis:

  • zum Schälen ein scharfes, spitzes Messer verwenden (am besten mit Wellenschliff)
  • stabile, rutschfeste Unterlage verwenden
  • Kürbisse besitzen eine harte Schale, daher beim Schneiden vorsichtig vorgehen
  • zuerst den Strunk und das untere Ende entfernen
  • dann den Kürbis halbieren
  • Kerne mit einem Löffel auskratzen
  • Kerne nicht wegwerfen, sondern rösten und als Topping für Salate oder als Snack verwerten
  • Sorten wie Hokkaido und Butternut eignen sich für die Verarbeitung mitsamt der Schale

In der Küche ist Cucurbita ein Allround Talent, sodass beim Kochen keine Grenzen gesetzt sind. Das Ausmaß der Möglichkeiten würde diesen Ratgeber sprengen. Daher beschränken sich die folgenden Rezeptideen auf drei abwechslungsreiche Gerichte zum Verarbeiten von Kürbissen. Von klassisch bis ausgefallen ist trotzdem für jeden etwas dabei.

Hinweis: Ein reifer Kürbis klingt beim Klopfen hohl.

5. Herbstliche Kürbissuppe mit karamellisierten Äpfeln

Kürbis Suppe

Zutaten für 4 Personen:

  • 100 g Kartoffeln
  • 500 g Kürbis
  • 750 ml Wasser
  • 2 EL Gemüsebouillon
  • etwas Zimt
  • ein paar gemahlene Nelken
  • 150 ml Schlagsahne
  • 1 Apfel
  • 20 g Butter
  • 50 g Kürbiskerne zum Bestreuen
  • 50 g Zucker

Zubereitung:

Zuerst die Kartoffeln waschen, schälen und würfeln und den Kürbis schälen, entkernen und in Stücke schneiden. Beide Zutaten kochen Sie auf, fügen Gemüsebouillon hinzu und lassen alles zugedeckt rund 10-15 Minuten garen. Anschließend wird die Masse püriert und mit Zimt und Nelken abgeschmeckt. Schlagen Sie nun die Sahne leicht auf. Heben Sie zwei Drittel unter die Suppe, der Rest wird beiseitegestellt.

Dann Apfel waschen, entkernen und in feine Ringe schneiden. Zerlassen Sie Butter in einer Pfanne und karamellisieren Sie die Apfelringe unter Zugabe von Zucker. Außerdem können Sie die Kürbiskerne leicht anrösten. Geben Sie schließlich die Suppe in Schälchen, verteilen Sie Apfelringe und die restliche Sahne darauf und bestreuen Sie das Ganze mit den Kürbiskernen.

6. Kürbis-Aufstrich mit Linsen

Zutaten für 10 Portionen:

  • 500 g Hokkaido
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 rote Zwiebel
  • 150 g rote Linsen
  • 500 ml Wasser
  • 2 EL Gemüsebrühe
  • 1/2 Zitrone
  • 2 EL Tahin (Sesampaste)
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Cayennepfeffer
  • 1/2 TL Paprikapulver

Hinweis: Tahin und Garam Masala sind im Asialaden, im Reformhaus und inzwischen auch in gut sortierten Supermärkten erhältlich.

Zubereitung:

Den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Kürbis erst waschen, entkernen und würfeln, dann mit Öl beträufeln und auf einem Backpapier auslegen, 25-30 Minuten im Ofen backen lassen. Währenddessen würfeln Sie die Zwiebel und dünsten sie zusammen mit den Linsen in Öl an. Geben Sie Wasser und Gemüsebrühe hinzu und lassen Sie alles köcheln, bis die Linsen weich sind.

Kürbis ausgehöhlt

Danach gießen Sie das Kochwasser ab, sollten es aber erst einmal auffangen. Alle Zutaten werden nun püriert und schließlich je nach Konsistenz mit dem Kochwasser optimiert.

Hinweis: Hier werden auch Veganer satt! Mit krossem Zwiebelbaguette ergibt der Aufstrich ein sättigendes Abendbrot.

7. Kürbis-Kuchen mit Walnüssen

Zutaten:

  • 200 ml Speiseöl
  • 750 g Hokkaido
  • 3 Eier
  • 400 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillin Zucker
  • eine Prise Salz
  • 2 gestrichene TL Zimt
  • 150 g Walnusskerne
  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • Puderzucker nach Belieben

Zubereitung:

Fetten Sie zuerst eine Springform mit Öl ein. Dann Hokkaido waschen, entkernen und grob raspeln. Trennen Sie die Eier, das Eigelb wird mit Zimt, Vanillin-Zucker, Zucker, Salz und Öl vermengt, dann kommen die Kürbisraspeln hinzu. Das Ganze rund 5 Minuten ruhen lassen.

Hacken Sie die Walnüsse klein und vermischen Sie sie mit Mehl und Backpulver. Anschließend rühren Sie dies unter die Eigelbmasse unter. Nachdem Sie das Eiweiß steif geschlagen haben, heben Sie auch diesen unter den Teig. Dann Teigmasse in die Form gießen und im vorgeheizten Backofen auf 150°C eine Stunde backen. Zum Schluss nach Belieben mit Puderzucker bestäuben und mit gehackten Walnüssen dekorieren.

Tipp: Im Herbst türmen sich die Nüsse in den Supermarktregalen. Wer trotzdem Geld sparen möchte, hält Ausschau nach einem Walnussbaum und sammelt die knackigen Energiepakete selber.

8. Cucurbita vermehren

Kürbis Kerne

Wer den vielseitigen Kürbis nach den oben genannten Vorschlägen verarbeiten möchte, sollte die Samen- sofern diese nicht im Salat landen- auf keinen Fall wegwerfen. Um auch im nächsten Jahr viel Freude an dem herbstlichen Allround-Talent zu haben, trocknet der Gärtner die Samen, lagert sie den Winter über an einem geschützten Ort und setzt sie schließlich im Frühjahr in die Erde.
Die Aufzucht der Kürbisse bereitet kaum Aufwand. Überraschend ist der eigene Anbau dazu, denn selbst gezogene Kürbisse bleiben nie sortenecht. Auf diese Weise schmückt jedes Jahr ein anders aussehender Halloweenkürbis den Eingangsbereich.