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Kaninchenrassen von A-Z – Kleine und große Kaninchen-Rassen mit Bild

Kaninchenrassen

Kaninchen liefern zartes, überaus schmackhaftes Fleisch, das auch noch sehr gesund ist. Zudem sind sie unkompliziert und lassen sich ohne großen Aufwand halten. Kein Wunder also, dass die Tiere bei Selbstversorgern hoch im Kurs stehen. Doch für welche Rasse soll man sich entscheiden? 

Wichtige Hinweise

Praktisch alle Kaninchenrassen sind in Sachen Pflege sehr unkompliziert. Stimmen die Haltungsbedingungen, kann eigentlich kaum etwas schief gehen. Man sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass Kaninchen sehr soziale Tiere sind. Unter normalen Umständen leben sie in Großverbänden. Kaninchen sollten man deshalb nie alleine in einem Stall halten. Tut man das doch, kann das zu erheblichen Verhaltensauffälligkeiten führen. Auch zu kleine Ställe sind eine Qual für die Tiere. Der Stall muss der Größe der jeweiligen Kaninchen angepasst sein. Dabei kommt es nicht zuletzt auf eine ausreichende Höhe an, da sich die Tiere liebend gerne aufrichten. Hier ist ein Überblick der wichtigsten Kaninchenrassen.

Deutsche Riesen

Kaninchenrassen - Deutsche Riese

  • Größe: groß, um die 72 cm lang
  • Gewicht: 7 bis 11,5 kg
  • Fell: sehr dicht, unterschiedliche farbliche Ausprägungen
  • Haltung: Stallhaltung, im Sommer Freilandhaltung möglich, Fellpflege nötig, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen, häufig Fehlstellung der Zähne, Magen-Darm-Probleme durch falsche Ernährung

Die Deutschen Riesen gehören hierzulande mit zu den am weitesten verbreiteten Kaninchenrassen. Sie sind ausgezeichneten Fleischlieferanten. Typischer Merkmale dieser sind die enorme Körpergröße und insbesondere die bis zu 19 cm langen Ohren. Für eine artgerechte Haltung ist es zwingend erforderlich, dass der Stall groß genug ist. Eine besondere Rolle kommt dabei der Höhe zu: Kaninchen stellen sich naturgemäß auf ihre Hinterbeine und richten sich kerzengerade auf. Deutsche Riesen sind nach circa acht Monaten ausgewachsen und schlachtreif. Häsinnen werfen typischerweise zwei Mal pro Jahr. Die Tiere weisen je nach Art unterschiedliche Fellfarben auf. Die Spanne reicht dabei von eisengrau über schwarz und blau bis hin zu weiß.

Deutsche Riesenschecken

Kaninchenrasse - Deutscher Riesenschecke

  • Größe: groß, bis zu 68 cm lang
  • Gewicht: 6 bis 10 kg
  • Fell: sehr dicht, circa 4 cm lange Haare, gescheckt
  • Haltung: Stallhaltung, im Sommer Freilandhaltung möglich Fellpflege nötig, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen, häufig Fehlstellung der Zähne, Magen-Darm-Probleme durch falsche Ernährung

Die Deutschen Riesenschecken sind eng verwandt mit den Deutschen Riesen. Allerdings erreichen sie nicht ganz deren Größe und Gewicht. Aber natürlich gehören auch sie zu den besten Fleischlieferanten unter den Kaninchenrassen. Typische Merkmale sind neben dem robusten Körperbau und den langen Ohren vor allem die gescheckte Fellfarbe. Am häufigsten tritt dabei die Kombination weiß und schwarz auf. Die Deutschen Riesenschecken benötigen ebenfalls einen relativ großen Stall. Wie die meisten anderen Kaninchenrassen auch sind sie nach circa acht Monaten ausgewachsen. Häsinnen sollten rund zwei Mal im Jahr trächtig werden.

Deutsche Widder

Deutsche Widder

  • Größe: mittelgroß bis groß, bis zu 60 cm lang
  • Gewicht: 5,5 bis 9 kg
  • Fell: dicht, circa 4 cm lange Haare, meist einfarbig
  • Haltung: Stallhaltung, im Sommer Freilandhaltung möglich, Fellpflege nötig, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen, häufig Fehlstellung der Zähne, Magen-Darm-Probleme durch falsche Ernährung

Auch die Deutschen Widder weisen eine enge Verwandtschaft zu den Deutschen Riesen auf. Typische Merkmale für diese Tiere sind der äußerst gedrungene Körperbau sowie die langen, nach unten hängenden Ohren. Unter den am häufigsten gezüchteten Kaninchenrassen gehören die Deutschen Widder zweifellos zu den besten Fleischlieferanten. Sie kommen in unterschiedlichen Fellfarben vor. Die Tiere wirken ausgesprochen putzig.

Helle Großsilber

Kaninchenrasse - Helle Großsilber

  • Größe: mittelgroß, bis zu 40 cm lang
  • Gewicht: 4,5 bis 5,5 kg
  • Fell: mittellang, dichte Unterwolle, einfarbig
  • Haltung: Stallhaltung, Fellpflege nicht zwingend erforderlich, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen, häufig Fehlstellung der Zähne, Magen-Darm-Probleme durch falsche Ernährung

Kaninchenrassen mit einem stark silbrigen Einschlag im Fell züchtet man bereits seit mehreren Jahrhunderten. Schriftlich belegt wurden sie erstmals 1631. Die Hellen Großsilber tauchten erstmals 1911 in Deutschland auf. Sieht man sich die typischen Merkmale der Tiere an, dann fällt vor allem ihr walzenförmiger Körper auf. Sie gehören zu den eher durchschnittlichen Fleischlieferanten.

Mecklenburger Schecken

  • Größe: mittelgroß, bis zu 50 cm lang
  • Gewicht: 4,5 bis 5,5 kg
  • Fell: dicht, dicke Unterwolle
  • Haltung: Stallhaltung, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen, Probleme durch falsche Ernährung

Die Mecklenburger Schecken sind eine relativ alte Rasse, die immer noch weit verbreitet ist. Für sie typische Merkmale: Großflächige Schekung des Fells, unterschiedliche Farben im Kopfbereich bzw. der Schnauze zwischen Oberkiefer und Unterkiefer. Sie liefern ein sehr schmackhaftes, relativ fettfreies Fleisch. Der Ertrag hält sich dabei in Grenzen.

Rote Neuseeländer

Rote Neuseeländer

  • Größe: mittelgroß, bis zu 35 cm lang
  • Gewicht: 6 bis 10,5 kg
  • Fell: sehr dicht, circa 4 cm lange Haare, gescheckt
  • Haltung: Stallhaltung, Fellpflege nötig, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen

Rassetypische Merkmale der Roten Neuseeländer sind die rötliche Fellfarbe sowie eine walzenförmiger, gestreckter Körper. Interessant auch, dass die Ohren zwar relativ kurz, dafür aber sehr kräftig ausfallen. Das Fell ist ausgesprochen dicht.

Kalifornier

Kalifornier/Russen

  • Größe: mittelgroß, bis zu 35 cm lang
  • Gewicht: 4 bis 5 kg
  • Fell: dicht, meist gescheckt
  • Haltung: Stallhaltung, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen

Die Kalifornier gehören zu den ebenfalls bei uns sehr beliebten Kaninchenrassen, die in vielen Ställen zu finden sind. Auffällig an ihnen ist ihre große Stirnpartie und die deutlich abgerundeten Ohrspitzen. Der ganze Körper wirkt sehr gedrungen, die ausgesprochen kräftigen Hinterläufe sind breit gestellt.

Wiener

Blauer Wiener

  • Größe: mittelgroß, bis zu 35 cm lang
  • Gewicht: 4,25 bis 5,25 kg
  • Fell: sehr dicht, einfarbig
  • Haltung: Stallhaltung, Fellpflege nötig, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen

Die Wiener gehören ebenfalls zu den sehr beliebten Kaninchenrassen in deutschen Ställen.ES gibt sie in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Dazu gehören Blaue Wiener, Blaugraue Wiener, Schwarze Wiener, Weiße Wiener und Graue Wiener. Die sehr kompakt gebauten Tiere haben allesamt ein mittellanges Fell das sich vor allem durch seine sehr dichte Unterwolle auszeichnet. Der Kopf sitzt dabei stets sehr nahe am Rumpf. Die Ohren weisen eine ideale Länge von zehn bis 13,5 cm auf.

Russen

  • Größe: klein, bis zu 30 cm lang
  • Gewicht: 2,3 bis 3 kg
  • Fell: fein, dichte Unterwolle, starke Behaarung der Ohren
  • Haltung: Stallhaltung, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen

Auch die sogenannten Russen gehören zu jenen Kaninchenrassen, die zwar ein qualitativ sehr hochwertiges Fleisch liefern können, aber nicht besonders ertragreich sind. Die putzigen Tiere verwechselt man häufig mit Zwergkaninchen. Typischerweise weist das Fell im Kopfbereich und an den Pfoten eine andere Färbung auf als der restliche Körper.

Achtung: Die Russen haben eine ganz ähnliche Zeichnung wie die Kalifornier und sind daher schwer zu unterschieden.

Kleinschecken

  • Größe: klein, bis zu 35 cm lang
  • Gewicht: 3 bis 3,75 kg
  • Fell: sehr fein, typischerweise gescheckt
  • Haltung: Stallhaltung, Krallen müssen regelmäßig geschnitten werden
  • Krankheiten: keine spezifischen

Die Kleinschecken gehören unter den Kaninchenrassen zu den typischen Stalltieren, die hierzulande in großer Anzahl gehalten werden. Sie liefern ein vorzügliches Fleisch, bringen es allerdings bei Weitem nicht auf jene Mengen wie ihre großen Verwandten. Typische Merkmale sind ihr walzenförmiger Körper ein kurzer Kopf und die rund 13 cm langen, kompakten Ohren.

Futter

Kaninchen werden typischerweise mit Grünfutter und Kraftfutter gefüttert. Sie lieben frisches Gras. Allerdings darf das nicht in feuchtem Zustand gegeben werden, da es sonst zu Durchfall bei den Tieren kommen kann. Ideal ist stets die Gabe von Heu. Wer Tiere ganz konkret mästen möchte, gibt ihnen gekochte Kartoffeln zu fressen.

Zucht

Durchweg alle Kaninchenrassen sind sehr vermehrungsfreudig. Allerdings sollte man die Paarung auf zwei Durchgänge im Jahr beschränken. Je nach Rasse sind die Tiere dann innerhalb von sechs bis acht Monaten ausgewachsen und selbst zeugungsfähig. Kranke Tiere oder Tiere mit Fehlbildungen insbesondere an den Zähnen sollten nicht zur Zucht herangezogen werden.

Erkrankungen

Stimmen die Haltungs- und Fütterungsbedingungen kommt es relativ selten zu Erkrankungen. Am häufigsten können Magen-Darm-Probleme auftreten, was ein deutlicher Hinweise darauf ist, dass etwas mit der Fütterung bzw. der Ernährung nicht stimmt. Auch Entzündungen der Augen kommen noch relativ häufig vor. Dann gilt es unbedingt zu überprüfen, ob zu viel Zugluft vorherrscht. Infektionskrankheiten wie Myxomatose und die Rabbit Hemorrhagic Disease (RHD) treten ausgesprochen selten auf. Myxomatose kann nur vom Tierarzt behandelt. Für RHD gibt es bislang keine funktionierende Therapie. Beide Erkrankungen werden meist durch Kaninchen von außen übertragen. Beim Zukauf von Tieren sollten Sie deshalb deren Gesundheitszustand genau checken.