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Holunderblüten ernten | Zeitpunkt & Verarbeitung

Schwarzer Holunder

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) ist ein einheimischer, ausdauernder Strauch oder kleiner Baum. Essbar sind seine Blüten und die Beeren. Allerdings gilt Holunder auch als giftig, deshalb werden Blüten und Beeren vor dem Verzehr erhitzt. Das Ernten gestaltet sich recht einfach, es ist nur ein geeigneter Holunder notwendig und der richtige Zeitpunkt sollte gewählt werden.

Holunderblüten sammeln

Damit beim Sammeln von Holunderblütendolden nichts schief geht, wird folgendes beachtet:

  • sicherstellen das es sich wirklich um Holunder handelt
  • keine Holunderblüten an Straßen sammeln
  • Vorsicht auch an Feldrändern, wegen Pflanzenschutzmitteln
  • Holunder an Waldrändern und in Hecken bevorzugen
  • Doldenblüten sind cremeweiß und duften

Die Blüten öffnen sich je nach Witterung und Standort Ende Mai bis in den Juli hinein. Gesammelt werden Holunderblüten dann, wenn sich alle Einzelblüten geöffnet haben, aber noch nicht verblüht sind. Das richtige Wetter spielt für das Aroma der Blüten eine große Rolle. Der beste Zeitpunkt ist der Vormittag, an einem sonnigen, trockenen Tag. Der morgendliche Tau ist dann abgetrocknet. Zur Zwischenlagerung ist ein Korb gut geeignet. Zusätzlich wird nur eine Gartenschere benötigt.

Hinweis: Holunder besitzt keine Stacheln oder Dornen, wächst aber gern in Gesellschaft mit Brennnesseln, deshalb ist lange Kleidung von Vorteil.

Verarbeitung

Die Verarbeitung der Dolden erfolgt sofort nach dem Ernten, da die Blüten sonst schnell verderben. Damit das Aroma nicht verwässert, werden die Blüten nicht gewaschen. Kräftiges Ausschütteln reicht, um eventuelle kleine Tierchen zu vertreiben. Mit anderem Schmutz ist nicht zu rechnen.

Hinweis: Holunder wird gern von Blattläusen befallen, die auch in den Dolden sitzen. Schon beim Ernten sollten nur blattlausfreie Blüten abgeschnitten werden.

Frische Blüten verarbeiten

Holunderblüten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten frische Holunderblüten zu verarbeiten. Hier sind ein paar:

Im Teig ausbacken

Aus einem Ei, etwas Zucker, 100 ml Milch und 3 EL Mehl wird ein glatter Teig hergestellt. Dieser reicht für etwa 10 Blütendolden. In einer tiefen Pfanne wird genügend Öl erhitzt. Die Blütendolden durch den Teig ziehen und dann in der Pfanne goldbraun ausbacken. Gegessen werden nur die Blüten, nicht die grünen Stiele.

Sirup und Gelee

Ein Liter Wasser mit 2 kg Zucker aufkochen, bis der Zucker sich gelöst hat. 30 saubere Holunderblüten und zwei in Scheiben geschnittene, unbehandelte Zitronen hinzugeben. Das Gefäß abdecken und zwei Tage stehen lassen. Danach wird die Flüssigkeit durch ein Sieb gegossen und aufgekocht. In Flaschen gefüllt und dicht verschlossen hält sich der Sirup etwa ein Jahr.

Tipp: Ein besseres Aroma erhält der Sirup, wenn so viel wie möglich von den grünen Stielen der Dolden entfernt wird.

Für Gelee 15 Dolden in 1 Liter kaltem Wasser mit etwas Zitronensäure ansetzen und 1-2 Tage stehen lassen. Danach werden 900 ml der Flüssigkeit abgemessen und mit der entsprechenden Menge Gelierzucker vermischt. Das Gelee wird aufgekocht und nach Packungsanweisung weiter verarbeitet.
Holunderblüten geben auch anderen Gelees ein feines Aroma, dazu zählen Erdbeeren-, Kräuter-, Orangen- oder Apfelgelees.

Blüten Trocknen

Dafür müssen die Blütenstiele nicht entfernt werden. Die Dolden werden einfach einzeln auf Küchenpapier ausgebreitet und warm, aber nicht heiß gelagert. Sie sollten nicht in der Sonne liegen. Das Trocknen der Blüten erfolgt schnell. Nach spätestens zwei Tagen können die weißen Blüten von den Stielen gestreift und in einem dicht schließenden Glas aufbewahrt werden.

Tee aus getrockneten Blüten

Dafür etwa 2 TL getrocknete Holunderblüten mit kochendem Wasser übergießen. Den Tee abdecken und 10 Minuten ziehen lassen. Danach die Blüten abseihen.

Holunderblütenessig

Zur Aromatisierung von Essig eignen sich frische oder getrocknete Blüten. Für einen Liter Essig reichen 3 Dolden. Sie werden von dem Großteil der Stiele befreit und in eine Flasche gegeben. Danach wird die Flasche mit Essig, zum Beispiel Weinessig, aufgefüllt. Der Essig sollte einige Wochen ziehen können, bevor er benutzt wird. Die Blüten können, müssen aber nicht entfernt werden. Als Geschenk wirken sie in den Flaschen sogar äußerst dekorativ.