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Gurken säen und pikieren: Anleitung | Zeitpunkt nach Mondkalender

Gurken säen und pikieren

Die Gurke zählt nicht nur zu den beliebtesten Kürbisgewächsen, sondern sogar insgesamt zu den bekanntesten und am häufigsten in heimischen Gärten anzutreffenden Nutzpflanzen. Daher verwundert es nicht, dass viele Hobbygärtner mit der Aufzucht und Pflege der Gurken gut vertraut sind. Was dagegen vielen Selbstversorgern nicht bekannt ist, dass der Mond aktiv Einfluss auf das Wachstum und die Entwicklung vieler Pflanzen nimmt, darunter auch die Gurke. Wie Sie Gurken im Einklang mit dem Mondkalender säen und pikieren, verraten wir hier.

Der Mondkalender in der Hobbygärtnerei

Dem Gärtnern nach dem Mondkalender liegt die Ansicht zu Grunde, dass unsere Gestirne das Wachstum der Flora beeinflussen. Auf Grund seiner Nähe zur Erde nimmt der Mond hier eine herausragende Stellung ein. Man geht davon aus, dass der Mond in 2 bis 4-tägigen Rhythmen immer bestimmte Pflanzengruppen positiv in ihrer Entwicklung befördert. Diese Gruppen sind:

  • Fruchtpflanzen
  • Blütenpflanzen
  • Wurzelpflanzen
  • Blattpflanzen

Die Einteilung ähnelt der bekannten Einteilung unseres Lebensraums in die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde und ist mit ihr eng verwoben. Der Mondkalender weist gezielt Tage aus, die für die einzelnen Pflanzengruppen besonders vorteilhaft sind. So gibt es Fruchttage, Blütentage, Wurzeltage und Blatttage.

Doch was bedeutet das ganz konkret für den Hobbygärtner?

Zunächst sollte man bestimmen, in welche Gruppe eine gewünschte Pflanze einzuordnen ist.

Gurken säen

Auch ohne intensive Kenntnisse der Systematik hinter dem Mondkalender ist die Zugehörigkeit einer Pflanze zu den vier Gruppen recht simpel und offensichtlich:

  • Fruchtpflanzen: Fruchtbildende Pflanzen, bei Nutzpflanzen solche, bei denen die Früchte geerntet und verzehrt werden,
    • Beispiel: Gurke, Paprika, Apfel, Erdbeere etc.
  • Blütenpflanzen: Pflanzen, bei denen der Blüte eine besondere Bedeutung in der Verwendung zukommt
    • Beispiel: Ölpflanzen wie Raps und Leinsamen, Sonnenblumen, Brokkoli (verzehrt wird der riesige Blütenstand)
  • Wurzelpflanzen: Pflanzenarten mit ausgeprägtem Rhizom, das als Ernte der Verwendung zugeführt wird
    • Beispiel: Radieschen und Rettich, Möhren, Rüben, Zwiebeln
  • Blattpflanzen: Pflanzen, deren Blattwerk geerntet und verzehrt wird
    • Beispiel: Salat, Spinat, Mangold, Kohl

Die Bedeutung der Tage

Wichtig ist zu wissen, dass die einzelnen Zyklen des Mondkalenders nicht nur die einer Gruppe zugehörigen Pflanzen fördern, sondern ganz allgemein Einfluss nehmen. So wird an einem Blatttag beispielsweise gezielt das Blattwachstum befördert, während Wurzeltage das Wurzelwachstum unterstützen. Wird also eine Fruchtpflanze an einem Blatttag gesät, pikiert oder anderweitig beeinflusst, wird in Folge ein vermehrtes Blattwachstum erfolgen, anstatt die üppige Fruchtausbildung zu fördern.

Gurke

Gurken-Anbau nach Mondkalender

Wendet man dieses Wissen nun auf die Gurken an, wird schnell deutlich, welche Tage sich für das Säen der Gurken besonders eignen. Da Gurken die Früchte der Pflanzen sind und diese daher zu den Fruchtpflanzen zählen, sollte eine Aussaat unbedingt an einem Fruchttag erfolgen.

Beim Pikieren dagegen sollen die dicht gesäten Pflanzen ausgezogen und mit größerem Abstand für die weitere Entwicklung eingepflanzt werden. In dieser Phase ist nicht nur die Fruchtentwicklung entscheidend. Stattdessen sollen die neu eingepflanzten Setzlinge schnell neue Wurzeln als Grundlage für das weitere Wachstum ausbilden. Daher empfiehlt sich für das Pikieren die Auswahl eines Wurzeltages.

Achtung: Wird an einem Wurzeltag pikiert, sollte für spätere Maßnahmen wieder auf Fruchttage geachtet werden. So leiten Sie die Energie der Pflanze nicht dauerhaft von der Fruchtentwicklung ab.

Die Auswahl anderer Sorten macht hierbei keinen Unterschied, da keine Gurken-Sorten bekannt sind, die mehr oder weniger stark auf den Einfluss des Mondes reagieren.

Gurken säen und pikieren

Es bleibt selbstverständlich jedem Hobbygärtner selbst überlassen, ob er bzw. sie auf die Kraft des Mondes vertraut und die Bemühungen bei der Aufzucht der Gurken nach seinen Einflusszyklen ausrichtet. Entscheidet man sich für die Arbeit an Hand des Mondkalenders, sollte man dennoch darüber hinaus nicht die sonstigen wichtigen Faktoren vergessen, die Einfluss auf die Entwicklung der Pflanzen nehmen:

Gurken

  • Belichtung
  • Belüftung
  • Wasserversorgung
  • Nährstoffangebot
  • Temperaturen

Schritt-für-Schritt Anleitung

Bezieht man diese Faktoren gemeinsam mit den Vorgaben des Mondkalenders sinnvoll in die Aufzucht der Gurken ein, ergeben sich folgende Maßnahmen:

Für das Säen:

  • Aussaat direkt in den Boden im beheizten Gewächshaus, Pflanzzeitpunkt März
  • vorbereitend für Aufzucht im Freiland Vorzucht im Pflanztopf auf Fensterbank oder im Gewächshaus, jedoch erst ab April, da Pflanzen sonst vor Umpflanzung zu groß werden
  • ideale Temperaturen um 20 Grad Celsius
  • Boden dauerhaft mäßig feucht halten
  • bei Topfaufzucht: Samen auf Pflanzerde legen und ca. fingerdick mit Erde bedecken, Topf jedoch nur halb füllen; nach Keimung und Wachstum über den Topfrand hinaus untere Blätter entfernen und Topf vollständig mit Erde füllen, als Folge intensive Wurzelbildung am nun eingegrabenen Stiel (Maßnahme aber meist erst nach dem Pikieren erforderlich)
  • idealer Zeitpunkt für Einsaat nach Vorgaben des Mondkalenders an Fruchttagen
  • idealer Zeitpunkt für Blattentfernung und Anfüllung nach Vorgaben des Mondkalenders an Wurzeltagen

Für das Pikieren:

Gurken

Ab einer Wuchshöhe von ca. 25 Zentimetern sollten Gurkenpflanzen auf ihren endgültigen Wuchsabstand von rund 60 Zentimetern umgepflanzt werden. Werden die Samen jedoch besonders dicht gesät, ist bereits nach kurzer Zeit das so genannte Pikieren erforderlich. Hierbei werden die dicht stehenden Sämlinge entnommen und bei Topfaufzucht einzeln, bei Aufzucht im Gewächshaus mit größerem Abstand im gemeinsamen Beet, eingepflanzt:

  • ideale Wachstumsphase für das Pikieren nach Ausbildung der ersten zwei Blätter
  • Sämlinge vorsichtig am Stiel aus der lockeren Gartenerde ziehen, feuchte Erde erleichtert die Entnahme, daher gegebenenfalls vorher gießen
  • Sämlinge einzeln zur späteren Pflanzung im Freiland, oder im Gewächshaus mit entsprechendem Abstand, einpflanzen, idealer Pflanzabstand am endgültigen Standort ca. 60 Zentimeter
  • mit dem Finger Loch ins Erdreich drücken, Sämling einstellen und mit lockerer Pflanzerde anfüllen,
  • Boden leicht andrücken, aber nicht verdichten
  • Sämling am neuen Standort gut wässern
  • idealer Zeitpunkt für das Pikieren nach Vorgaben des Mondkalenders an Wurzeltagen

Tipp: Anstatt Gurken aufwändig zu pikieren, kann das Säen direkt in geeignete Aussaatbehälter sinnvoll sein. Wer Produkte aus dem Fachmarkt vermeiden möchte, kann indes simple Eierkartons verwenden. Säen Sie je Eierfach eine Pflanze, können Sie diese bei entsprechender Pflanzengröße abschneiden und direkt im Freiland einpflanzen. Durch die Verrottung des Kartons kann der Sprössling ohne Umpflanzen direkt weiterwachsen und seine Wurzeln über kurz oder lang über die ehemalige Begrenzung des Eierkartons hinaus ausstrecken.