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Apfel ‚Adersleber Kalvill‘ | Geschmack, Varianten & Besonderheiten

Adersleber Kalvill

Beim ‚Adersleber Kalvill‘ handelt es sich um eine der ältesten Apfelsorten aus Deutschland. Gezüchtet wurde sie 1839 auf dem Gelände des von 1267 bis 1809 bestehenden Zisterzienserinnenklosters Adersleben im gleichnamigen Ort von Amtsrat Meyer. Genutzt wird sie gerne für Standorte mit starken Winden, da sie gegen diese besonders robust ist.

Steckbrief

HerkunftDeutschland, Liebhabersorte
TypWinterapfel
Standortanforderungensonnig bis absonnig, Halbschatten wird toleriert, nährstoffreich, humos, stickstoffarm
Wuchsbreite250 bis 400 cm
Wuchshöhe200 bis 700 cm
Wuchskräftig, nimmt mit dem Alter ab, pyramidenförmige oder flachkugelige Krone, gute Verzweigung
BlütezeitMitte April bis Mai
Anfälligkeit für KrankheitenApfelschorf (schwach), Mehltau
Fruchtmittelgroß, hellgrün bis gelb, rote Stellen sichtbar, Fruchtfleisch fest, später mürb, saftig
Geschmacksäuerlich, mild süß, nuanciertes Aroma, wohlschmeckend
Ertraghoch, regelmäßig
ErntezeitMitte Oktober bis Ende Oktober
GenussreifeMitte Dezember bis Anfang April
Lagerfähigkeithervorragend, sollte etwas länger vor Verzehr lagern
VerwendungszweckeTafelapfel, Gartenapfel, Selbstversorger, Backwaren, Kompott, Most, Frischverzehr (nach Lagerung)
Informationen für Allergikerverträglich

Besonderheiten

Adersleber Kalvill

Der ‚Adersleber Kalvill‘ ist aufgrund seiner Zuchtgeschichte eine der bedeutendsten Apfelsorten weltweit. Er gilt als erste Varietät, die geplant aus zwei anderen Apfelsorten gezüchtet wurde. Genutzt wurden dafür die Apfelsorten ‚Weißer Winter-Calville‘ und ‚Gravensteiner‘. Nicht nur einzelne Aspekte der Ausgangssorten sind im ‚Adersleber‘ zu finden. Selbst Teile des Namens wurden übernommen (Calville) und mit dem Namen des Ortes der Züchtung (Adersleben) verbunden, um die Sortenbezeichnung zu erstellen. Es wird davon ausgegangen, dass die Sorte Namensgeber für den Adersleber Weg in Berlin-Marzahn ist.

Der ‚Kalvill‘ aus dem Kloster Adersleben gehört zu einer Gruppe drei verschiedener Apfelsorten, die alle aus den gleichen Sorten hervor gingen. Eingeteilt wurden diese in die Gruppe der „Kavillsämlinge“ aus Adersleben. Um Verwirrungen auszuschließen, wurden sie mit den folgenden Nummern und Sortennamen bezeichnet:

  • I: Lichtharts-Apfel
  • II: Adersleber Kalvill
  • III: Amtsrat Meyer

Ausschließlich Nummer II und III haben sich in den deutschsprachigen Ländern etablieren können. Der Kalvill ist die erfolgreichste Sorte der Gruppe und aus diesem Grund deutlich häufiger verfügbar. Für die Sorte ‚Amtsrat Meyer‘ müssen Sie etwas stärker nach einem Fachhändler suchen, der diese auf Lager hat.

Beim Anbau müssen Sie auf einen nicht zu feuchten Standort achten, da sich sonst die Gefahr auf einen Befall durch den Apfelschorf deutlich erhöht. An sich ist die Sorte dem Apfelschorf gewachsen, wenn der Standort gut gewählt und der Boden entsprechend vorbereitet ist.

Der Anbau der Sorte kann diese vor dem Aussterben bewahren. Sie steht auf der „Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland“, da sie nicht mehr so populär wie früher ist. Es wurden immer weniger Exemplare angebaut und aus diesem Grund reduzierte sich die Zahl der Bäume, wodurch die Sorte einen Platz auf der Liste erhielt.