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Hefe als Dünger für Blumen, Tomaten & Co einsetzen | Blumendünger

Tomaten und Blumen

Wer einen Garten hat, sollte immer Hefe im Haus haben. Warum? Weil sich daraus im Handumdrehen wirksame Dünger oder Spritzmittel für Blumen und Gemüsepflanzen herstellen lassen. Das Hausmittel geriet aufgrund des riesigen Angebotes chemischer Düngemittel in Vergessenheit. Wir zeigen, wie einfach und preiswert Sie Ihre Pflanzen mit Nährstoffen versorgen können.

Was ist Hefe?

Backhefe besteht aus dem kleinen, einzelligen Hefepilz. Sie wird heute industriell aus Reinzuchthefen hergestellt.

Die im Handel erhältlichen Backhefe-Würfel sind stark konzentriert und besitzen eine hohe Triebkraft. Ein einziges Gramm enthält bis zu 10 Milliarden Hefezellen. Das beliebte Triebmittel wird Backhefe oder Bierhefe genannt. Je nach Region werden unterschiedliche Bezeichnungen genutzt.

Wichtigste Inhaltsstoffe der Backhefe:

  • Vitamin B1, B2, B6
  • Niacin
  • Folsäure
  • Biotin
  • Eisen
  • Magnesium
  • Zink
  • Kalium
  • Eiweiß

Die Inhaltsstoffe der Backhefe ähneln denen eines Schönheitselixiers. Die B-Vitamine, Folsäure und Niacin gelten als hautstraffend und vorbeugend gegen Akne. Wer schön sein will, sollte also ab und zu etwas Backhefe zu sich nehmen.

Hefepilze wirken probiotisch. Aus diesem Grund kommt Backhefe zur Linderung von Durchfall und zur Stärkung des Darmes zum Einsatz. In der Apotheke sind Hefetabletten zur Vorbeugung von Reisedurchfall erhältlich.

Hefe mit Pflanze

Backhefe im Garten

In der Pflanzenpflege wurde die Backhefe bereits im vergangenen Jahrhundert verwendet. Heute gilt der Nutzung im Garten große Aufmerksamkeit bei allen, die nach umweltfreundlichen Dünge- und Spritzmitteln suchen. Backhefe ist preiswert und einfach zu verwenden.

1. Backhefe als Blumendünger

Die wertvollen Inhaltsstoffe, die beim Menschen für schöne Haut und Haare sorgen, unterstützen im Garten das Wachstum der Pflanzen. Die Hefepilze gehen eine Symbiose mit den Pflanzen ein.

Zum Einsatz kommen gegorene und nicht gegorene Hefedünger. Wir zeigen Ihnen, wie einfach die Herstellung der umweltfreundlichen Dünger gelingt.

Sie benötigen Backhefe, Zucker und Wasser. Nutzen Sie Regenwasser oder das Wasser vom Kartoffelkochen. Dieses ist frei von Chlor und enthält für die Pflanzenentwicklung positive Inhaltsstoffe. Übrigens sollten Sie Kartoffelwasser niemals achtlos weggießen. Es gilt aufgrund seiner Inhaltsstoffe als perfektes Gießwasser für Zimmer- und Balkonpflanzen. Preiswerter und einfacher geht es nicht!

Herstellung von gegorenem Hefedünger

Material:

  • 100 Gramm Backhefe
  • 200 Milliliter Zucker
  • 10 Liter warmes Wasser

Anleitung:

Zerbröckeln Sie die Backhefe und mischen Sie diese mit Zucker. Geben Sie die Mischung in einen Eimer und füllen Sie diesen langsam mit dem Wasser auf. Lassen Sie die Mischung eine Woche gären. Nach einer Woche ist Ihr Hefedünger verwendbar. Verwenden Sie das entstandene Konzentrat im Verhältnis 1:10 zum Begießen Ihrer Pflanzen.

Tomate mit Gießkanne

Herstellung von nicht gegorenem Hefedünger

Material:

  • 1 Würfel Backhefe
  • 10 Liter Wasser

Anleitung:

Zunächst zerbröckeln Sie die Backhefe und vermischen diese mit wenig Wasser zu einer gleichmäßigen Masse. Füllen Sie die Mischung mit dem restlichen Wasser auf. Das Wasser sollte lauwarm sein. Lassen Sie die Mischung eine Stunde ruhen. Gleich danach können Sie Ihre Pflanzen damit gießen.

Wann wird mit Hefedünger gedüngt?

Sie können den Hefedünger von Frühling bis in den Sommer nutzen. Auch Topf- und Kübelpflanzen und selbst kleine Setzlinge profitieren von dem umweltfreundlichen Düngemittel. Erdbeerliebhaber sollten ihre Pflanzen im Frühjahr mit Hefedünger düngen. Sie danken es Ihnen mit einem üppigen Wuchs und vielen schmackhaften Früchten.

Im Gegensatz zu anderen biologischen Düngemitteln ist der Hefedünger geruchlos und kann daher auch gut bei Zimmerpflanzen verwendet werden.

Tipp: Hefedünger eignet sich hervorragend zum Düngen von Tomaten. Allerdings sollte die Dosierung nicht so stark sein. Ein halber Teelöffel Hefe genügt für einen Liter lauwarmes Wasser. Düngen Sie die Tomaten abwechselnd mit Hefedünger und anderen Mitteln, wie zum Beispiel Brennnesseljauche.

2. Backhefe als Spritzmittel

Die Inhaltsstoffe der Backhefe tragen nicht nur zur Stärkung der Pflanzen bei, Hefespritzmittel können gezielt zur Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen eingesetzt werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Hefespritzmittel herstellen und anwenden können.

Herstellung eines Hefespritzmittels:

Material:

  • 100 Gramm Backhefe
  • 500 Milliliter Milch
  • 10 Liter Wasser
  • 1 Esslöffel Schmierseife

Anleitung:

Zerbröckeln Sie die Backhefe in der warmen Milch. Verdünnen Sie die Mischung mit dem warmen Wasser. Geben Sie flüssige Schmierseife in die Lösung. Das bewirkt eine bessere Haftung des Spritzmittels an den Blättern. Füllen Sie die Mischung in eine Spritzflasche und spritzen Sie Ihre Pflanzen damit. Das Hefespritzmittel kommt vor allem an Gurken, Tomaten, Kartoffeln und Erdbeeren zum Einsatz. Es schützt vor Kraut- und Knollenfäule, Kartoffelmehltau und Grauschimmel.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Blätter an der Ober- und Unterseite mit dem Mittel benetzt werden. Auch Ihre Blumen profitieren von der Behandlung. Es lohnt sich, die Spritzung einmal wöchentlich in der Vegetationszeit durchzuführen.

Komposthaufen

3. Hefe als Kompostbeschleuniger

Es passiert immer mal, dass ein Würfel Hefe im Kühlschrank vergessen wird. Er ist immer noch zur Herstellung von Blumendünger oder Spritzmittel verwendbar. Backhefe kann allerdings auch auf dem Komposthaufen eine gute Arbeit leisten. Die Hefepilze beschleunigen die Kompostbildung enorm. Auch wenn Reste der Hefe-Düngelösung übrigbleiben, schütten Sie diese einfach auf den Kompost.

Tipp: Ebenso wie frische Hefe eignet sich Trockenhefe zur Herstellung von biologischem Blumendünger, Spritzmitteln oder als Kompostbeschleuniger. Ein Beutel Trockenhefe entspricht einem halben Stück Frischhefe. Trockenhefe muss mit heißem Wasser gelöst und dann mit kaltem oder lauwarmem Wasser aufgefüllt werden.

Übrigens, neben Hefe eignen sich viele weitere Reststoffe und Abfallprodukte aus dem Haushalt als biologisches Düngemittel für ein üppiges Wachstum in Ihrem Garten. Diese alten Hausmittel sind wirksam, umweltschonend und sehr preiswert oder gar kostenlos zu haben.

Beispiele sind:

  • Kartoffel- und Eierkochwasser zum Gießen
  • Kaffeesatz zur Bodenverbesserung
  • Teeblätter zum Mulchen
  • Zigarettenasche (ohne Filter!) als Dünger
  • Bananenschalen (zerkleinert) zum Mulchen
  • Grillasche als Dünger