Schafhaltung

Artgerechte Schafhaltung – worauf ist zu achten

Ob Fleischschaf, Milchschaf oder Landschaf – im Selbstversorger Garten fühlen sich unterschiedliche Schafrassen bei artgerechter Haltung wohl. Selbstversorger können sich letztendlich über Schafsmilch, Fleisch, Schafskäse oder über ein wärmendes Schaffell freuen – vorausgesetzt sie geben den friedlichen Wiederkäuern alles, was sie zum Wohlfühlen brauchen.

Artgerechte Schafhaltung - worauf ist zu achten?
Artgerechte Schafhaltung - worauf ist zu achten?

Was künftige Schafhalter vorab wissen sollten: Schafe gehören der Familie der Hornträger an. Sie sind Paarhufer, Pflanzenfresser und Wiederkäuer. Sie besitzen ein stark ausgeprägtes Zusammen- gehörigkeitsgefühl und leben daher in Herden.

Das männliche Schaf heißt Widder oder Bock; der Hammel ist ein kastrierter Widder. Zibben werden die weiblichen Schafe genannt, Lämmer sind die Jungtiere in einer Herde.

Schafe paaren sind in der Regel im Herbst, die Lämmer kommen im Frühjahr zur Welt. Schafe können alt werden – bis zu 20 Lebensjahre sind möglich.

Es gibt auch schwarze Schafe in einer Schafherde. Deren Wolle wird in der Schafzucht als weniger wertvoll als die Wolle weißer Schafen eingestuft. Als „Schwarzes Schaf“ werden auch gerne Menschen in sozialen Gruppen bezeichnet, deren Verhalten in der Gruppe als andersartig empfunden wird.

Schafe sind vielseitige Nutztiere, sie liefern Milch, Wolle, Fett, Fleisch und Leder. Aus Schafsdärmen werden beispielsweise Saiten für Tennisschläger und für Musikinstrumente produziert. Zudem werden sie sehr erfolgreich als lebende Rasenmäher in der Landschafts- und Deichpflege eingesetzt.

Für Selbstversorger kommt hinzu, dass diese Nutztiere anspruchslos und anpassungsfähig sind. Für die artgerechte Schafshaltung sind einige Faktoren zu berücksichtigen, um auf die Bedürfnisse der Tiere hinreichend einzugehen.

Die Schafweide

Schafe sind Weidentiere. Die Weidenfläche sollte für die Anzahl der Tiere groß genug sein, denn nur so finden alle Futter und können sich so viel bewegen wie sie möchten und müssen. Da die Paarhufer Klauen besitzen, die sie kontinuierlich abreiben müssen, benötigen sie dementsprechenden Auslauf. Ganz wichtig: Schafe dürfen keinesfalls angebunden werden. Weder auf der Weide, noch in einer Schutzhütte oder im Schafstall.

Weiterhin sollte die Weidenfläche eingezäunt sein, um unliebsamen Gästen den Zutritt zu verwehren und darüber hinaus die Schafe daran zu hindern, das Grundstück zu verlassen. Drahtknotengitter sind als Zaun bestens geeignet. Stacheldraht als Zaunmaterial zu nutzen wäre zu gefährlich, weil sich die Tiere daran verletzen können.

Um einen Befall von Würmern vorzubeugen, ist es sinnvoll die Weide in Parzellen einzuteilen und die Schafe abwechselnd – ungefähr alle vier Tage – auf die verschiedenen Koppeln zum Grasen zu führen. Sind Tiere von Parasiten befallen, sind entsprechende Parasitenbehandlungen einzuleiten. Tierärzte stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Der Schafstall

Eine Weidehütte beziehungsweise ein Unterstand sollte sich auf jeden Fall auf dem Grundstück befinden – dort finden die Wiederkäuer Schutz vor Regen oder starker Sonnenbestrahlung. Dieser Witterungsschutz muss allen Tieren Platz bieten können – auch zum Liegen. Bäume können als natürliche Schattenspender dienen.

Im Winter benötigen die Tiere einen trockenen, sauberen und zugfreien Schafstall, damit sie nicht im Freien frieren müssen. Im Liegebereich sollte die Eintreu dick genug aufgetragen sein. Vor allem Mutterschafe und Lämmer brauchen Wärme. Auch geschorene Schafe sind ziemlich kälteempfindlich.

Schafe sind Herdentiere und somit auf Kontakt mit ihren Artgenossen angewiesen. Aus diesem Grund darf ein Schaf niemals alleine bleiben. Selbst ein Mutterschaf, welches kurz vor der Geburt steht, benötigt zwar Ruhe vor den anderen Schafen, muss jedoch Blickkontakt halten können. Schafe besitzen generell kein ausgeprägtes Rangverhalten und sind friedliche Tiere. Sie benötigen die Nähe zueinander, brauchen aber genügend Platz zum Ruhen und zum Fressen.

Schafe sind entweder mit Fressen beschäftigt oder sie sind am Wiederkäuen. Steht ihnen genügend Gras, Schaffutter und Trinkwasser zur Verfügung, sind Schafe zufrieden. Die Futter- und Trinkstellen müssen aber sauber sein, da die Tiere prinzipiell nicht an verschmutzte Tröge oder Tränken gehen. Schafsstall, Unterstände sowie Futter- und Trinkgelegenheiten sind deshalb regelmäßig zu reinigen.

Pflege und Gesundheit der Schafe

Schafe brauchen Pflege. Und zwar Körperpflege. Diese setzt sich unter anderem aus der Schafsschur und der Klauenpflege zusammen. Wollschafe sollten mindestens einmal jährlich geschoren werden. Bester Zeitpunkt zum Schafe scheren ist das Frühjahr. Die Schafsklauen wachsen ungefähr vier bis fünf Millimeter im Monat. Da der natürliche Abrieb nicht ausreicht, müssen die Klauen dreimal im Jahr geschnitten werden. Die regelmäßige Klauenpflege, die von fachkundiger Hand getätigt werden sollte, schützt die Tiere vor ansteckenden und schmerzhaften Infektionserkrankungen – wie zum Beispiel der Moderhinke.

Bei Schafen spielt die Gesundheitsvorsorge eine wichtige Rolle. Ohne Kontrollmaßnahmen geht es leider nicht. Wer Schafe halten will, der sollte dies in besonderem Maße berücksichtigen. Neben der Sauberkeit sind folgende Punkte zu beachten: Schafe regelmäßig entwurmen und den Bereich um den Schwanz scheren, damit dieser nicht verunreinigt wird. Auf der Weide ist Staunässe zu vermeiden, feuchte Stellen daher umgehend trocken legen. Fressen die Tiere zu viel junges hochverdauliches Gras, benötigen sie zum Ausgleich Ballaststoffe. Altes Heu und Stroh helfen weiter. Futterumstellungen nur langsam angehen und keinesfalls verdorbenes Futter anbieten. Medizinische Eingriffe, egal welcher Art, nur vom Tierarzt durchführen lassen.

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