Garten im Herbst

Wenn die Blätter fallen – Stoffkreisläufe im Garten

Der Oktober ist für viele Gartenbesitzer die Zeit des Aufräumens, Entsorgens und Saubermachens. Denn auch ein kleiner Garten produziert jedes Jahr viel Grasschnitt, Holz, Laub und anderes Pflanzenmaterial.

Der Garten im Herbst
Der Garten im Herbst

Doch dem Garten gehen auf diese Weise viele wertvolle Stoffe verloren, die in der Natur recycelt werden. Das Meiste ist viel zu schade für die Grünschnittdeponie und sollte im eigenen Garten verbleiben. So können z.B. gefällte Bäume, abgeschnittene oder gehäckselte Äste, aber auch alte und übriggebliebene Baustoffe erst noch wertvolle Dienste als Gestaltungselemente leisten. Aber auch ausrangierte Gebrauchsgegenstände aus dem Haus eignen sich oft noch für den Garten.

Material richtig lagern

Ein Unterstand eignet sich zum Lagern vieler Materialien und ein Brennholzhaufen ist ein guter Sichtschutz.
Ein Unterstand eignet sich zum Lagern vieler Materialien und ein Brennholzhaufen ist ein guter Sichtschutz.

Voraussetzung zum Aufheben von und den kreativen Umgang mit Altmaterial ist jedoch die Möglichkeit der Lagerung, bis der Zeitpunkt der Wiederverwendung gekommen ist. Manche Ideen für eine kreative Anwendungsmöglichkeit kommen einem erst, wenn man die Dinge eine Weile mit Muße betrachtet hat. Viele praktische Recyclingmöglichkeiten sparen außerdem eine Menge Geld.

Die abgeschnittenen Zweige kann man im Garten aufschichten und auf diese Weise Verstecke für Igel und Brutplätze für Vögel errichten. Wer dafür eine versteckte Ecke, z.B. hinter einer Hecke reserviert, hat keine Probleme mit dem Abtransport. Bei wenig Platz schlägt man einige Pfosten im Abstand von etwa 60 cm gegenüber ein und legt die Zweige dazwischen. Der Haufen sackt jedes Jahr in sich zusammen, so dass man (nach der Brutzeit!) immer wieder nachlegen kann. So spart man sich einen lauten Häcksler oder den Abtransport des Schnittguts. Die „Reisigwand“ ist außerdem ein guter Sichtschutz, den man mit Kletterpflanzen begrünen kann.

Aus Reisig und Laub kann man auch Haufen aufschichten, die von Igeln gerne als Winterquartier genutzt werden. Noch komfortabler für die nützlichen Gartenbewohner ist ein Igelquartier, das man unter dem Reisighaufen versteckt. Steht genügend Laub zur Verfügung, polstert sich der Igel damit seine Wohnung aus.

Wohin mit dem Laub?

Auf dem Rasen sollte das Laub nicht lange liegen bleiben. Auf dem Rasen sollte das Laub nicht lange liegen bleiben.

Laub von Bäumen und Sträuchern fällt in jedem Garten an und muss im Herbst regelmäßig entsorgt werden. Statt es in die Biotonne zu stopfen, kann man es aber wesentlich sinnvoller wiederverwenden. Das Einfachste ist, man kehrt alles Laub mit dem Drahtbesen unter eine Hecke und lässt es dort verrotten. Dies ergibt eine dicke schützende Mulchschicht und darunter einen humosen Boden. Eine gemischte naturnahe Laubhecke verträgt am Boden etwa die dreifache Menge an gut verrottbarem Laub, als sie selbst produziert. Aber auch immergrünen Pflanzen wie Rhododendren, Eiben, Fichten und Thujen tut eine dicke Laubschicht am Boden gut. Genauso wohltuend ist sie aber auch auf Beeten mit Beerensträuchern, auf der Baumscheibe unter Obstbäumen und auf Gemüsebeeten (z.B. Kartoffeln).

Fällt in Ihrem Garten mehr Laub an, als Sie damit so verwenden können, können Sie es zu Laubhaufen aufschichten. Eine Höhle aus wirren Zweigen im Innern dient vielen Tieren zum Überwintern und beschleunigt die Rotte, da das Laub nicht so zusammenklebt. Nach etwa 3 Jahren ist ein eineinhalb Meter hoher Haufen völlig in sich zusammen gefallen und hinterlässt Lauberde, die sich gut für kalkscheue Pflanzen wie z.B. Rhododendren eignet. Wer schon nach einem Jahr Erde braucht, kann eine Laubmiete aus abwechselnden Lagen Laub und Pferdemist aufsetzen und abdecken. Damit man hoch stapeln kann und das Material beim Aufschichten seitlich nicht wegrutscht, sollte man vorher eine seitliche Begrenzung aus Paletten, Pfosten mit Querlatten, Rundhölzern oder Drahtgitterbespannung bauen. Oder man biegt sich einen zylindrischen Behälter aus verzinkten Estrichmatten oder Kaninchendraht, in den man das Laub füllt. Ist es zu Erde geworden, kann man den leichten Drahtzylinder ganz einfach hochheben.

Das Laub von Eichen und Walnuss gilt als schlecht verrottbar. In kleinen Anteilen und gut gemischt mit anderem Laub, lässt es sich aber auch kompostieren. Nadeln von Koniferen kann man dünn unter eine Laubhecke, Rhododendren oder Erika streuen oder zusammen mit stickstoffhaltigem Mist kompostieren.

Der letzte Rasenschnitt im Herbst

Im Oktober wird der Rasen ein letztes Mal gemäht. Dabei kann man getrost auch das Falllaub mit zerkleinern, denn die Mischung aus Gras und zerkleinerten Blättern eignet sich gut zum Kompostieren. Die Mischung kann in etwa 20 cm dicken Lagen im geschlossenn Komposter abwechselnd mit Küchenabfällen gefüllt werden. Mit dazwischen gestreutem Stickstoffmehl oder Mist kann man damit auch einen offenen Komposter füllen oder eine Miete aufsetzen.

Reiner Grasschnitt darf nur in dünnen Lagen abwechselnd mit grobem Material auf den Kompost gestreut werden. Je seltener der Rasen gedüngt wird, desto weniger Stickstoff enthält das Schnittgut und desto dicker können die Schichten sein. Sehr stickstoffhaltigen Grasschnitt erkennen sie daran, dass sich ein gelagerter Haufen bereits nach einigen Stunden im Innern erwärmt. Mit Grasschnitt kann aber auch die Beete direkt mulchen. Nach etwa einer Woche haben Würmer und andere Bodentiere die Halme in die Erde gezogen und zu Kompost umgewandelt, sodass man von neuem mulchen kann. Die dünne Schicht schützt den Boden vor dem Verschlämmen bei Regen und dem Austrocknen bei Sonne, so dass man weniger hacken und gießen muss.

Unkraut kompostieren

Ausgerissenes Unkraut lässt sich sehr gut selbst kompostieren, denn die den Wurzeln anhaftende Erde beschleunigt die Rotte. Es sollte aber immer im Innern eines Kompostbehälters zu liegen kommen, denn die Samen der unerwünschten Pflanzen verlieren ihre Keimfähigkeit nur, wenn sie auf etwa 60 Grad Celsius erhitzt wurden. Auch austriebsfähige Wurzel- und Sprossstücke werden so geschädigt. Diese Temperaturen kommen aber nur im Kern einer Kompostmiete oder eines großen Kompostbehälters zustande. Vor der Samenreife, kann man viele unerwünschte Wildkräuter einfach ausreißen und direkt auf dem Beet liegend verrotten lassen. Genauso kann man im Nutzgarten mit den äußeren Blättern von Gemüse und Salaten verfahren, so dass man das große Vorputzen direkt auf dem Beet erledigt. Mit manchen Resten kann man auf diese Weise sogar Schädlinge vertreiben, so z.B. Stechmücken mit dem trockenen Laub von Tomatenpflanzen.

Der letzte Wiesenschnitt

Wiesenschnittgut ist schwieriger zu kompostieren. Wer einen Häcksler hat, der damit fertig wird, kann es anschließend in Lagen in den Kompost schichten. Man kann die Halme aber auch bis zu drei Tage lang auf der Wiese trocknen lassen und das Heu an Pferde verfüttern oder als Raufutter und Einstreu für Kleintiere verwenden. Im Gegensatz zu Grasschnitt darf man Wiesenschnitt auch in kleinen Mengen auf die Grünschnittdeponie bringen, wenn man es dort locker ablegt. Es darf dort aber nicht zu schimmeln und faulen beginnen, denn das würde die Qualität des Kompostes, den das Entsorgungsunternehmen daraus bereitet, mindern. Auf der Wiese oder in der Hecke kann man mit Wiesenschnittgut Reisighaufen abdecken und so Winterquartiere für Tiere schaffen. Lockere Heuhaufen in Gewässernähe dienen auch Ringelnattern als Eiablageplatz, da sich die Eier von der Verrottungswärme ausgebrütet werden.

Richtig kompostieren

Im Wechsel aufgeschichtet, können viele Gartenabfälle kompostiert werden.
Im Wechsel aufgeschichtet, können viele Gartenabfälle kompostiert werden.

Jährlich wiederkehrende Abfallstoffe im Garten sind Grasschnitt, Laub, gejätetes Unkraut und organische Küchenabfälle. Sie alle können entweder verrotten und als Kompost wiederverwendet werden oder man benutzt sie direkt als Mulchmaterial auf den Beeten, was einer Flächenkompostierung gleichkommt und spart sich so den Kompostbehälter. Eine dritte Möglichkeit ist das Aufschichten von Hügelbeeten oder das Befüllen von Frühbeetkästen mit dem Material, wo es im Innern langsam verrottet und dabei als Fußbodenheizung für Pflanzenkulturen dient.

Kompostbehälter gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Gebräuchlich sind geschlossene Kunststoffbehälter für Küchenabfälle und offene Holzbehälter für Gartenabfälle.

Die geschlossenen Behälter haben den Vorteil, dass keine Tiere hinein gelangen können um sich an den Abfällen zu laben, so dass man auch gekochte Speisereste hinein geben kann. So gelangt auch genügend Stickstoff für die Rotte hinein, allerdings ist es im Innern meist zu feucht. Abhilfe schafft hier die Beigabe von Sägemehl oder feinem Holzhäcksel in dünnen Schichten. Die offenen Kompostsilos sind besser belüftet, was die Verrottung fördert. Nur mit Gartenabfällen bestückt leidet der Kompost aber meist unter Stickstoffmangel, was die Rotte hemmt.

Um den Kompostbehälter herum legt man am Besten einen sauberen Weg aus Platten oder Rindenmulch an, damit man trockenen Fußes hin gelangen kann. Zu weit entfernt vom Haus sollte er nicht sein, aber auch nicht direkt an der Grenze zum Nachbarn, es sei denn man einigt sich auf einen gemeinsamen Ort, wo die Behälter Seite an Seite stehen. Richtig aufgeschichteter Kompost riecht übrigens nicht unangenehm und stellt auch keine Belästigung dar. Neben dem Platz für die Kompostsilos benötigt man aber auch noch einen ebenen Platz zum Abstellen einer Schubkarre, zum Lagern von Materialien und zum Umsetzen des Haufens. Je bequemer Sie am Kompostplatz arbeiten können, desto mehr Spaß wird Ihnen die Verwandlung von Abfällen in wertvolle Erde bereiten. Wer keinen eigenen Nutzgartenteil hat, kann den Kompostplatz mit einigen Sträuchern, einer Hecke oder einer begrünten Sichtschutzwand abgrenzen.

Kompost selbst herstellen spart eine Menge Geld, die man für die Abfuhr des organischen Materials, eine Biotonne und für Dünge- sowie Bodenverbesserungsmittel bezahlen müsste. Dies wiegt die Investition für einen Kompostbehälter bald auf. Außerdem erhält Kompost den Boden gesund, was das ökologische Gleichgewicht im Garten fördert und damit die Schädlingsbekämpfung erspart. Mit Kompost angereicherte Erde bleibt locker und hält das Wasser besser fest, sodass man sich Hack- und Gießarbeit spart. Reifekompost spart gekaufte Pflanzerde für Neupflanzungen, -ansaaten und zum Füllen von Kübel und Blumentöpfen ein.

Der Garten im Herbst – Vorbild Natur

Für viele Gartenbesitzern ist die Idee der Wiederverwertung kein neuer Gedanke. Schon lange wird Grünschnitt kompostiert, werden Holzabfälle wieder verwendet und so manches ausrangierte Teil aus dem Haus findet einen neuen Platz im Garten. Recycling ist eine durch und durch ökologische Angelegenheit, denn in der Natur geht alles wieder in den Kreislauf der Stoffe zurück, nichts geht verloren. Oftmals geschieht das über mehrere Zwischenschritte, an denen die verschiedensten Organismen beteiligt sind: So dient z.B. ein absterbender Baum Vögeln als Nisthöhle, Fledermäusen als Winterquartier, Insekten als Brutplatz, ihren Larven als Nahrung sowie Baumpilzen als Substrat, bevor er endgültig von Bodentieren, Bakterien und Pilzen zersetzt und dabei in mineralische Stoffe überführt wird. Diese dienen der nächsten Pflanzengeneration als Nährstoffe und werden mit Hilfe des Sonnenlichts, Wasser und Kohlendioxid wieder in organische Stoffe verwandelt.





Zurück zur Startseite: Selbstversorger

Der Garten im HerbstEin Unterstand eignet sich zum Lagern vieler Materialien und ein Brennholzhaufen ist ein guter Sichtschutz.Die Greifer erleichtern das Aufheben von LaubIm Wechsel aufgeschichtet, können viele Gartenabfälle kompostiert werden.

Selbstversorger Buchtipps

Buchtipp Selbstversorger

Füllen Sie Ihren Vorratsschrank ganz einfach mit hausgemachten Marmeladen, Chutneys, Gelees, Pestos, Likören, Sirupen, Säften, aromatisierten Ölen und vielem mehr, was sich aus Obst und Gemüse, Kräutern und Gewürzen für den täglichen Genuss zaubern lässt. Unsere Buchtipps für Selbstversorger!

Der Garten im Herbst

Garten im Herbst

Der Garten im Herbst ist für viele Gartenbesitzer die Zeit des Aufräumens, Entsorgens und Saubermachens. Wir geben Tipps zum einlagern, kompostieren und mehr …

Brennholz selber machen

Brennholz

Heizen mit Holz besitzt wesentliche Vorzüge gegenüber den fossilen Energieträgern. Wir berichten ausführlich über das umfangreiche Thema Brennholz.

Tierhaltung

Neben dem eigenen Garten gehört die Tierhaltung zu den wichtigsten Bausteinen der Selbstversorgung. Wir informieren über Ziegenhaltung und Schafhaltung, die richtige Haltung von Hühnern, Enten, Gänsen und Schweinen. Es geht um die Bienenzucht, die Kaninchen Haltung und um Highland Cattles.

Nutzgarten anlegen

Schritt für Schritt zum eigenen Nutzgarten. Ist der Garten auf dem Papier geplant, geht es an die praktische Umsetzung: Boden kultivieren, Bewässerungsmöglichkeiten bedenken, Beete vorbereiten oder Kompost anlegen.

Einkochen

Einkochen

Unter den Bezeichnungen Einkochen bzw. Einmachen ist dasselbe zu verstehen. Auch Einwecken oder Eindünsten wird die Methode genannt, bei der Lebensmittel in Folge starker Erhitzung und unter Ausschluss von Luft konserviert werden. Wir geben Tipps zum Thema.

Saatgut

Saatgut

Saatgut ist im Fachhandel erhältlich. Oder man stellt es selber her. Wie das funktioniert und auf welche Besonderheiten Sie dabei achten sollen, verraten wir Ihnen auf den folgenden Seiten.

Verarbeitung

Hier finden Sie wertvolle Tipps wie man frisch geerntete Produkte richtig verarbeitet, z.B. Brotbacken, Marmelade machen, Einmachen und Einkochen, Apfelsaft machen, Sauerkraut machen oder um das Thema Räuchern, Bircher Müsli oder Brennholz.

Selbstversorgerhaus

Selbstversorgerhaus

Urlaub in der Gruppe oder mit der ganzen Familie in einem Selbstversorgerhaus, einem gemütlichen Ferienhaus, irgendwo am Meer, einem See oder in den Bergen? Auf dieser Seite empfehlen wir Ihnen Selbstversorgerhäuser.

Gartentipps

Holen Sie sich auf Gartentipps, Vorschläge und Anregungen für Ihren Garten. Wählen Sie zwischen unterschiedlichen Bereichen, z.B. Gartenbeleuchtung, Saatgut und Pflanzen oder Gartengeräte.

Erdbeeren

Erdbeeren pflanzen

Möchten Sie Erdbeeren selber pflanzen? Diese Webseite gibt Tipps und Informationen rund um die Erdbeere …

Gartenplaner

Möchten Sie Ihren Garten verändern? Erfahrene Gartenplaner helfen ihnen, einen Selbstversorgergarten an-
zulegen oder ihren vorhandenen Garten individuell umzugestalten. Gartenplaner24.de, die bundes-
weite Datenbank für Gartenplaner.