Auswahl der Pflanzen

Richtige Auswahl der Pflanzen für bessere Erträge

Für Selbstversorger haben die Erträge des eigenen Gartens eine besonders große Bedeutung. Schließlich sollte es möglich sein, den Haushalt mit Obst und Gemüse aus dem Garten über einen möglichst langen Zeitraum umfangreich zu versorgen. Hierfür ist nicht nur das Anpflanzen verschiedenster Gewächse notwendig, sondern auch eine fachgerechte Pflege der Pflanzen. Ein optimales Umfeld für schnelles Wachstum und ein gutes Gedeihen bieten Hochbeete. Richtig befüllt und bepflanzt können die die Erträge des Gartens um ein Vielfaches vergrößern.

Warum überhaupt Hochbeete?

Bei der Überlegung, Hochbeete in den eigenen Garten zu integrieren, sind vor allem die Vorteile dieser Anbauvariante interessant. Dass Hochbeete zahlreiche positive Auswirkungen haben, macht die Entscheidung zumeist sehr leicht. So sind Hochbeete optimal dazu geeignet, auch kleine Außenflächen möglichst effektiv zu bepflanzen, da sie über eine vergleichsweise geringe Grundfläche verfügen. Das Arbeiten an einem Hochbeet ist aufgrund der höherliegenden Anbaufläche zudem sehr viel einfacher und rückenschonender. So müssen sich Gärtner nicht ständig bücken oder hinknien, um die Gewächse zu pflegen und reife Früchte zu ernten.

Auch der optische Aspekt sollte bei Hochbeeten nicht vergessen werden. Sie schaffen dank ihres hohen Aufbaus einen Blickfang im Garten und wirken besonders dann schön, wenn sie aus natürlichem Holz gefertigt werden. Mit ein wenig Geschick und eine umfangreichen Bauanleitung ist es möglich, ein Hochbeet ganz ohne vorgefertigte Bauteile aufzustellen, was dem Selbstversorger-Gedanken zugutekommt. Laut Hochbeet selbst bauen, anpflanzen und pflegen ist es sogar möglich, ein komplettes Hochbeet an nur einem Tag zu bauen.

Ein weiteres Argument für Hochbeete ist deren Ertragsstärke. „Der Ertrag des Hochbeetes ist wesentlich höher, als der eines normalen Gartenbeetes, das ebenerdig angelegt wurde. Wärme (durch die innere Kompostierung), Bodenqualität und eine häufige Ernte erbringen hohe Erträge im Garten, die leicht das Zwei- bis Dreifache eines normalen Gemüsebeetes betragen.“ (Quelle: http://magazin.gartenzeitung.com/Hochbeet/vorteile-hochbeet.html) Damit das Hochbeet jedoch tatsächlich hohe Erträge erwirtschaften kann, sollten Besitzer auf eine gute Befüllung und den richtigen Standort achten. So kann sich die Ausrichtung eines Hochbeetes in Nord-Süd Richtung positiv auf das Pflanzenwachstum auswirken, da hier die Ausnutzung der Sonnenenergie am effektivsten erfolgt. Ein wenig Schatten während der Mittagszeit ist dabei durchaus von Vorteil, denn so trocknet die Erde nicht aus und Pflanzen werden vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt.

Die Vorteile der Mischkultur

Richtig platziert, geplant und befüllt bietet das Hochbeet bereits beste Voraussetzungen für ein gutes Pflanzenwachstum und hohe Erträge bis in den Herbst hinein. Wer sich jedoch nicht mit der Bepflanzung auseinandersetzt und Pflanzen wählt, die schlecht miteinander auskommen, kann die Erträge des Hochbeetes verschlechtern. Daher ist es wichtig, die Auswahl der Gewächse nicht dem Zufall zu überlassen, sondern vielmehr auf eine sinnvolle Ergänzung der Pflanzen untereinander zu achten.

Bewährt hat sich bei vielen Selbstversorgern die sogenannte Mischkultur im Hochbeet. Hier werden verschiedene Gewächse miteinander kombiniert, was die Vielfalt bei der Ernte vergrößert und zusätzlichen Schutz einzelner Pflanzen bieten kann. Als wichtige Regel für das Anlegen einer Mischkultur gilt, dass sich Pflanzen einer Gattung weniger gut miteinander verstehen. Je weniger die Gewächse miteinander verwandt sind, desto besser eignen sie sich für das nachbarschaftliche Bepflanzen im Hochbeet. Sie können dann dichter beieinanderstehen, was die Ausnutzung des Platzes im Beet verbessert.

Bei einer Mischkultur können verschiedene Gemüsesorten, Kräuter und sogar Blumen und Obst miteinander kombiniert werden. Der Vorteil der zusätzlichen Platzierung von Blumen ist, dass sie auch bedrohte Insektenarten wie Bienen anlocken und deren Überlebenschancen verbessern. Das abwechslungsreiche Bepflanzen des Hochbeetes in Mischkultur schützt jedoch nicht nur nützliche Insekten, sondern macht Schädlingen das Leben schwer. Sie können sich durch die verschiedenen Duftstoffe weniger gut orientieren und befallen die Gewächse daher weniger wahrscheinlich.

In der Mischkultur gibt es Pflanzen, die offiziell als Helfer bekannt sind. Tagetes beispielsweise eignet sich gut für die Mischkultur mit Kohl, Möhren und Tomaten, da sie die Möhrenfliege abschrecken und arttypische Krankheiten verhindern kann. Ähnliches gilt für Ringelblumen, die in Kombination mit Bohnen oder Kohl Krankheiten vorbeugen und Nematoden fernhalten. Wer zusätzlich Kräuter wie Salbei oder Thymian in die Mischkultur mit Kohl integriert, muss sich um den schädlichen Kohlweißling weniger Gedanken machen und mit Basilikum entsteht in Mischkultur mit Gurkenpflanzen eine sinnvolle Schutzfunktion vor Mehltau.

Tomaten gehören zu den Starkzehrern und können im ersten Jahr angebaut werden. (Quelle: Couleur (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)
Tomaten gehören zu den Starkzehrern und können im ersten Jahr angebaut werden. (Quelle: Couleur (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Beim Anlegen einer Mischkultur im ersten Jahr ist es zudem wichtig, nur stark zehrende Pflanzen mit einem hohen Nährstoffbedarf in das Hochbeet zu integrieren. Zu diesen Gewächsen zählen unter anderem:

• Lauch
• Tomaten
• Zucchini
• Sellerie
• und Auberginen.

Im Folgejahr dürfen dann auch weniger anspruchsvolle Sorten wie Spinat, Fenchel oder auch Salat angepflanzt werden und hat der Boden im dritten Jahr eine noch geringere Nährstoffdichte, gedeihen hier Bohnen oder auch Erdbeeren sehr gut.

Die Bedeutung der Fruchtfolge im Hochbeet

Für Gärtner, die ihren Garten über mehrere Jahre hinweg sinnvoll nutzen möchten, ohne dabei die Erträge zu schmälern, spielt auch die sogenannte Fruchtfolge eine wichtige Rolle. Sie beschreibt die Reihenfolge der Bepflanzung mit verschiedenen Gewächsen am selben Standort. Durch ihre unterschiedlichen Auswirkungen auf den Boden und ihre verschiedenartigen Bedürfnisse erhalten die Pflanzen, die in richtiger Fruchtfolge ausgewählt werden, die Qualität des Bodens und schaffen für die nachfolgenden Gewächse beste Voraussetzungen.

Besonders abwechslungsreich wird die Ernte, wenn mehrere Hochbeete verwendet werden. (Quelle: Unsplash (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)
Besonders abwechslungsreich wird die Ernte, wenn mehrere Hochbeete verwendet werden. (Quelle: Unsplash (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Im Hochbeet kann die Fruchtfolge wichtig sein, muss dies jedoch nicht. Hierüber entscheiden die Behandlung des Hochbeetes und die Regelmäßigkeit, in der das Beet mit frischem Kompost aufgefüllt wird. So spielt die Fruchtfolge keine Rolle, wenn jährlich neuer Kompost in das Hochbeet gefüllt wird. Dann jedoch sollten dauerhaft nur stark zehrende Pflanzen angebaut werden. Demgegenüber steht die Beachtung der Fruchtfolge in einem Turnus von drei Jahren. Hier werden im ersten Jahr stark zehrende Gewächse angebaut, im zweiten sogenannte Mittelzehrer und im dritten dann Schwachzehrer, bevor wieder neuer Kompost eingegeben und der Kreislauf von neuem begonnen wird.

Als besonders sinnvoll für Selbstversorger erweist sich jedoch die Unterteilung des Hochbeetes, sofern dieses über eine möglichst große Grundfläche verfügt. Hier wird nur die Hälfte des Beetes alle zwölf Monate mit Frischkompost aufgefüllt, während die zweite Hälfte nur alle drei Jahre aufgefüllt wird. Schwachzehrer, Starkzehrer und auch Mittelzehrer können dann in ein und demselben Hochbeet gleichzeitig angebaut werden. Wer viel Platz hat, nutzt diesen am besten mit mehreren Hochbeeten aus und legt für Pflanzen mit verschiedenem Nährstoffbedarf jeweils ein eigenes Beet an.





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