Saatgut Nassreinigung

Nassreinigung von Saatgut:

Diese Methode wird angewandt bei Tomaten, Gurken, Kürbissen, Andenbeere, Monatserdbeere, Schwarzbeere und anderem Fruchtgemüse. Die Nassreinigung kann mit und ohne Gärung erfolgen.

- Mit Gärung: Bei Tomaten und Gurken.

Der Gärungsvorgang dient dazu, die keimhemmende Schicht, die das Samenkorn umgibt, zu entfernen.

- Ohne Gärung: Bei allem anderen Fruchtgemüse.

Dafür notwendige Arbeitsgeräte sind: Messer, Kaffeelöffel, Gläser, Kübel, Siebe, Kaffeefilter.

Nassreinigung mit Gärung


Die Samen der Tomate oder Gurke mit dem anhaftenden Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Frucht in ein Glas auskratzen und etwas Wasser zugeben (keine angefaulten Früchte zur Samengewinnung verwenden).

Ein Glas verwendet man, damit man von aussen sehen kann, ob die Samen schon zu Boden sinken. Das Glas keinesfalls dicht abschliessen, sondern nur abdecken, da sich sonst durch die Gärung im Glas Druck aufbaut.

Wer noch keine Erfahrung mit dem Vergären von Samen hat, sollte anfangs vorsichtig sein und die Samen genau beobachten. Ist die Keimschutzschicht einmal abgebaut, finden die Samenkörner beste Bedingungen zum Auskeimen (Feuchtigkeit Und Wärme) – die Samen wären kaputt.

Wir verlassen uns daher auf eine Fingerprobe: Die Samen greifen sich nicht mehr glitschig, sondern rau an. Meist ist dies nach ein bis zwei Tagen der Fall. Die Keimschutzschicht ist auch dann abgebaut, wenn die Samen zu Boden sinken und das Fruchtfleisch sich im oberen Teil des Glases sammelt.

An der Oberfläche kann ein gräulich-weißer Belag entstehen. Gut ist es, öfters umzurühren, damit die Gärung gleichmässig erfolgt und sich keine dicken Schimmelschichten bilden, die eventuell zu Sameninfektionen führen können. Ist wenig Fruchtfleisch im Glas, eine Messerspitze Zucker (als Ersatz für den Fruchtzucker) zugeben. Dadurch kommt es zu einer vollständigen Vergärung und Unterdrückung von Schimmelpilzen.

Lösen sich die Samen noch nicht vom Fruchtfleisch, ist die Gärung noch nicht abgeschlossen. Das Vergären erfolgt optimal bei Temperaturen von 23-30 Grad Celsius.

  • Reinigen:
    Die vergorene Brühe mit Wasser aufgießen. Warten, bis die Samen zu Boden gesunken sind, das Fruchtfleisch und die tauben Samen abgießen. Abwechselnd mit Wasser spülen und abgießen, bis das Wasser klar bleibt. Eventuell im Sieb mit einem scharfen Wasserstrahl reinigen. Meist ist diese Reinigung ausreichend.
  • Trocknen:
    Nun ist es wichtig, dass die Samenkörner rasch wieder trocknen können. Wir geben sie in Kaffeefilter, diese leiten die Feuchtigkeit rasch von den Samen ab. Achtung: nicht ausdrücken – sonst verkleben die Samen zu einem harten Klumpen. Maximal einen Kaffeelöffel Samen pro Filter abfüllen. Die Samen können auch in einem kleinen Teller getrocknet werden. An einem warmen, aber nicht heißen Ort (23–30°C) luftig aufstellen und beschriften. Die Samen sollen nach maximal zwei Tagen trocken sein. Bei Bedarf können die Samen auch nach der Trocknung noch in Sieben endgereinigt werden.

Nassreinigung ohne Gärung

Bei der Nassreinigung ohne Gärung werden die der Frucht entnommenen Samen einfach unter fließendem Wasser in einem Sieb ausgewaschen.

Beispiele: Melone, Aubergine, Andenbeere. Lässt sich dabei das Fruchtfleisch nur schwer vom Samen trennen, kann ein 12- bis 24-stündiges Wasserbad hilfreich sein (nicht warmstellen; keine Gärung, sondern Auflösen des Gewebes). Anschließend die Samen zügig trocknen.





Wir bedanken uns für die Fotos bei Markus Zuber
und für den Text und das Buchcover beim Löwenzahn Verlag.

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