Hochbeete

Hochbeete schonen den Rücken

Es hat sich bereits herumgesprochen, dass Gartenarbeit als gesunde Tätigkeit an der frischen Luft eine Menge zu Gesundheit und Wohlbefinden beitragen kann. Nachteilig für Rücken und Gelenke ist allerdings das Arbeiten am Boden, wenn es nicht ergonomisch richtig ausgeführt wird.

Hochbeete - eine sinnvolle Alternative zu ebenerdigen Nutzbeeten
Hochbeete - eine sinnvolle Alternative zu ebenerdigen Nutzbeeten

Unbeweglichkeit im Alter sowie Vorschädigungen des Rückens und der Kniegelenke können die Gartenarbeit zusätzlich erschweren. Zwar werden inzwischen viele Geräte mit langen Stielen und andere Hilfsmittel angeboten, die z.B. das Bücken überflüssig machen oder zumindest erleichtern. Aber zur Pflege von Intensivkulturen wie Salat und Gemüse muss man sich dennoch herunter bücken.

Vorteile von Hochbeeten

Eine sinnvolle Alternative zu ebenerdigen Nutzbeeten stellen Hochbeete dar. Neben dem offensichtlichen Vorteil der bequemen Höhe bieten sie noch viele andere Vorteile. Der Bau und die Beschickung bereiten zwar anfangs Mühe, dafür wird man aber die weiteren Jahre bzw. Jahrzehnte mit reicher Ernte bei bequemer Pflege belohnt. Die Produktivität ist der von Hügelbeeten vergleichbar, allerdings ist die Pflege wesentlich bequemer und rückenschonender.

Vor dem Bau eines Hochbeetes muss man allerdings gut planen, damit es auch allen gestalterischen, nützlichen und ergonomischen Anforderungen genügt. So darf ein angelehntes, nur einseitig erreichbares Beet, je nach Armlänge, nicht mehr als 70 cm Tiefe haben (einschließlich Randbreite). Die Höhe der Beete kann variieren, je nachdem, wie hoch die Kulturen sind. Bei Pflücksalaten ist Tischhöhe (80 bis 100 cm, je nach Körpergröße) angemessen, Tomaten sollten niedriger stehen. Dauerkulturen wie Erdbeeren kann man gut auf dem Rand des Hochbeetes (45 – 60 cm) sitzend ernten, für Beeren-Stämmchen sind Hochbeete von 30 bis 40 cm ausreichend. Hier müssen die Gehölze aber in den gewachsenen Boden wurzeln können.

Hochbeete lassen sich wesentlich bequemer und rückenschonender pflegen
Hochbeete lassen sich wesentlich bequemer und rückenschonender pflegen

Vorteile von Hochbeeten

  • - Arbeiten in bequemer, individuell anpassbarer Höhe im Stehen oder Sitzen
  • - Unabhängigkeit von der vorhandenen Bodenbeschaffenheit
  • - Kontrollierte (unkrautfreie) Erdmischungen, Bewässerung, Düngung und Pflanzenschutz
  • - Einfaches Anbringen von Netzen, Vliesen, Folien als Winter- bzw. Schädlingsschutz
  • - Einfaches Vergrämen von Lästlingen wie Schnecken, Katzen und Vögeln
  • - Übersichtliche Beeteinteilung und Fruchtfolge
  • - Gute Schädlings- und Krankheitskontrolle
  • - Vielseitiger Nutzen, auch als Frühbeet, Mistbeet, gerahmtes „Hügelbeet”
  • - Hohe Produktivität auf kleinem Raum

Nachteile von Hochbeeten

  • - Bau mit Kosten und Aufwand verbunden
  • - bei einer Beschickung mit grobem organischem Material sackt das Material aufgrund der Rotte im Laufe der Zeit zusammen und Substrat muss aufgefüllt werden
  • - Bei einer Dränageschicht aus mineralischem Materialien können keine Würmer ein- bzw. auswandern

Gut durchdachte Hochbeete werden von kleinen Manufakturen hergestellt
Gut durchdachte Hochbeete werden von kleinen Manufakturen hergestellt

Die Planung des Hochbeetes
Der Handel nur wenige Fertighochbeete an, die alle Anforderungen an ein rückengerechtes und zudem optisch ansprechendes Hochbeet erfüllen. Die meisten Kästen aus Holz sind zu klein und zu niedrig, die angebotenen Kunststoffelemente zum Zusammenstecken genügen weder ästhetischen noch ergonomischen Anforderungen. Da die Gestaltung eines Hochbeetes nicht nur eine Frage von Körpergröße und Geschmack ist, sondern auch zu Grundstück, Gartenstil und geplanter Pflanzenkultur passen muss, sollte man es besser individuell planen und bauen (lassen). Doch die Zahl der kleinen Manufakturen, die gut durchdachte und hochwertige Hochbeete anbieten, wächst ständig.

Vor Kauf oder Selbstbau sind eine Menge Vorüberlegung nötig, damit sich das Hochbeet schön in den Garten einfügt und auch im Winter nicht wie ein Fremdkörper wirkt. Außerdem muss es in Höhe und Breite auf die Körpermaße des Gärtners abgestimmt sein. Und selbstverständlich muss man vorher einen Plan machen, welche und wie viele Nutzpflanzen darin wachsen sollen. Will man mehrere Hochbeete bauen, sollte man auch deren Gruppierung gut planen. Die Wege zwischen den Beeten müssen breit genug für eine Schubkarre und der Wegbelag muss sicher zu begehen und einfach zu pflegen sein.

Wichtige Überlegungen vor dem Bau

  • - Wie viele Hochbeete welcher Größe brauche ich, wie viele Pflanzen sollen darin wachsen?
  • - Wo ist der geeignete Standort (Besonnung) im Garten? Kann ich ggf. die vorhandene Topologie, z.B. am Hang für Treppenbeete, sinnvoll nutzen? Wie ist die Beschaffenheit des Untergrundes?
  • - Wie könnte ich mehrere Beete gruppieren, welche Wegbreite strebe ich an, wie soll der Wegebelag gestaltet sein?
  • - Welches Material kommt für den Bau in Frage, welche Formen kann ich damit verwirklichen, welchen Stil bevorzuge ich?
  • - Welches ist meine bequemste Arbeitshöhe im Stehen oder Sitzen, welche Pflanzen erfordern welche Arbeitshöhe?
  • - Wie kann ich mir die Wasserversorgung erleichtern? Wie die Beschickung mit Kompost?
  • - Welche Zusatzeinrichtungen wie z.B. Abdeckung als Frühbeet, Pfosten zum Spannen von Netzen oder für eine Überdachung von Tomaten möchte ich haben?
  • - Welche handwerklichen Arbeiten kann ich selbst leisten? Wie kann das Bau- und Füllmaterial angeliefert werden?

Die Füllung der Hochbeete

Hochbeete haben den Vorteil, dass man in der Wahl des Pflanzsubstrates völlig unabhängig vom vorhandenen Gartenboden ist. Je nach Vorhandensein und geplanter Kultur kann man zwischen guter Gartenerde und Mischungen aus Erde, Kompost und Sand sowie fertig gemischten Substraten wählen. Sterile und zertifizierte Komposte (aus dem Kompostwerk) gemischt mit lehmigem Sand haben den Vorteil, dass keinerlei Unkraut darin enthalten ist. Zuschlagstoffe wie Bentonit fördert die Bindigkeit des Bodens. Besondere Wasserspeicherfähigkeit hat auch ein neu entwickelter Quellstoff namens „Geohumus“, der nur in kleinen Mengen zugegeben wird.

Die Zusammensetzung der Erde, besonders der Kompostanteil, richtet sich nach der geplanten Kultur. Hier unterscheidet man nach Stark-, Mittel- und Schwachzehrern. Sie können in üblicher Fruchtfolge nacheinander angebaut werden. Danach ergänzt man die Substratschicht mit Kompost oder gut verrottetem Mist und die Fruchtfolge kann von neuem beginnen.

Die Mindesthöhe der Erdschicht richtet sich ebenfalls nach den geplanten Kulturen. Für Einjährige reichen meist 30 bis 40 cm aus. Darunter sollte sich eine Dränageschicht aus wasserdurchlässigem Material befinden. Meist wird ein Aufbau aus organischen Reststoffen wie beim Hügelbeet empfohlen. Dieser sackt allerdings schon im ersten Jahr auf halbe Höge zusammen, so dass immer wieder eine Substratergänzung nötig wird. Der Materialbedarf ist hoch und die gut verrotteten Bestandteile geraten dabei nach unten, was ziemlich unsinnig ist. Langsamer in Rotte und Sackung ist Holzhäcksel, besonders wenn es sich um Laubhölzer wie Eiche und Buche handelt. Gar keine Setzung erfolgt mit einem Aufbau aus mineralischem Material wie Schotter, Sand oder vulkanischem Bims. Hier sollte man aber auf alle Fälle ein Trennvlies auflegen und an den Rändern hochschlagen, damit die aufliegende Erde bzw. das Pflanzsubstrat nicht in den Hohlräumen der Dränageschicht verschwindet.

Hochbeete kaufen:

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Hochbeet-Buchtipps der Biologin, Gartenplanerin und Buchautorin Brigitte Kleinod:



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