Bodenbearbeitung

Bodenbearbeitung: Kultivierte Böden schenken mehr Gemüse

Wer reichlich frisches Gemüse ernten möchte, der sollte seinen Gartenboden demgemäß bearbeiten. Wie hoch der Arbeitseinsatz ausfällt, hängt sowohl vom Zustand der Nutzfläche als auch von der Bodenbeschaffenheit ab.

Bodenbearbeitung mit den richtigen Gerätschaften
Bodenbearbeitung mit den richtigen Gerätschaften

Nach der Nutzgarten Planung folgt das Anlegen der Anbauflächen. Der Zustand des Nutzgartenbodens zeigt dem Gärtner an, welche Tätigkeiten anstehen und wie hoch der Arbeitseinsatz ausfallen kann. Ein bereits kultiviertes Stück Land bereitet in der Regel weitaus weniger Arbeit als beispielsweise eine verwilderte Rasen- oder Wiesenfläche. Außer dem hohen Gras sind darauf eventuell noch Bäume samt Baumwurzeln, Sträucher und Büsche zu entfernen. Neben Grasmähen mit Sense oder Sichel stehen dann zusätzlich Tätigkeiten wie Bäume fällen und roden auf der Tagesordnung.

Sobald alle störenden Faktoren beseitigt sind, geht es ans Umgraben des Nutzlandes. In der Regel kommen Selbstversorger mit einem Spaten oder einer Spatengabel als Gerätschaft aus. Ist das Grundstück, beziehungsweise die anzulegende Nutzfläche jedoch zu groß, dann können Maschinen helfen die körperliche Arbeit zu erleichtern. Dafür sind ein Gartentraktor mit Pflug oder eine Motorhacke bestens geeignet. Beide Gartenmaschinen sind in der Regel ausleihbar. Es gibt jedoch auch Gartenbesitzer, die darauf schwören ihren Boden gar nicht erst umzugraben. Und trotzdem genügend Gemüse ernten. Welche Methode der Bodenbearbeitung jeweils zweckmäßig erscheint, müssen Selbstversorger für sich klären.

Boden bearbeiten ohne Mühe: Nicht umgraben

Die Anhänger dieser Bodenbearbeitungsmethode sparen sich Arbeit und Zeit. Was sie dafür aber in großen Mengen brauchen ist verrottbarer Kompost. Jener muss ganzjährig als gut deckende Schicht von mindestens fünf Zentimetern auf der gesamten Nutzfläche liegen. In diese Kompostschicht wird dann der Samen gestreut oder direkt gepflanzt. Einmal pro Jahr ist die Schicht zu erneuern. Zwei Punkte sind bei dieser Methode zu bedenken: Da die Fläche nur aus Kompost besteht, liegt die Gefahr nahe, dass der darunter liegende Boden irgendwann selbst zu Kompost wird. Und weiterhin: Je größer die Fläche, desto mehr Kompost ist notwendig. Wenn das erforderliche Material nicht ausschließlich im eigenen Garten produziert werden kann, muss es entweder anderweitig gesammelt oder gekauft werden.

Mühevoll und ausgesprochen wirksam: Das Rigolen

Ob es ausreicht, den Boden nur oberflächlich zu bearbeiten oder besser tief umzugraben, dass gibt die Beschaffenheit des Nutzbodens vor. Sind die Bodenverhältnisse eher ungünstig bis schlecht, hat sich das Rigolen bewährt. Beispielsweise bei schweren Lehmböden, deren Untergrund stark verdichtet ist und wo sich so Staunässe bilden kann, hilft diese anstrengende Umgrabetechnik zuverlässig weiter. Durch das Rigolen wird der Boden tief aufgelockert, was sich sehr vorteilhaft auf die Belüftung und die Entwässerung des Bodens auswirkt. Und ist der Boden einmal auf diese Weise bearbeitet, genügt es in der Regel, die Nutzfläche nur einmal jährlich spatentief umzugraben. Das Rigolen funktioniert auf folgende Art und Weise:

Die Fläche Streifen für Streifen bearbeiten. Wobei ein Streifen nur höchstens bis zu einem Meter breit werden sollte. Falls sich Rasen auf der Fläche befindet: Die Grassoden des ersten Streifens ungefähr fünf Zentimeter tief abstechen und am oberen Rand der Fläche beziehungsweise hinter dem ersten Streifen stapeln. Dann die Erde beziehungsweise den Unterboden des Streifens spatentief ausgraben und neben die Grassoden am Rande der Fläche werfen.
Es folgt der zweite Streifen. Die Grasnarbe wieder abtragen, aber die Grassoden nun mit der Grasseite nach unten in den Graben des ersten Streifens werfen und mit dem Spaten etwas zerkleinern. Als nächster Arbeitsschritt wird spatentief Erde aus diesem zweiten Streifen entnommen und in den ersten Streifen über die zerkleinerten Grassoden verteilt.
Auf diese Art und Weise dann Streifen für Streifen der abgemessenen Fläche bearbeiten. Den letzten Streifen mit den Grassoden und der Erde des ersten Streifens auffüllen. Zum Schluss auf die gesamte Fläche Mist oder Kompost streuen. Befindet sich auf dem Oberboden kein Rasen zum Umgraben, kann stattdessen eine Lage Kompost oder Mist als Dünger in die Gräben gegeben werden.

Rigolen ist für eine tiefere Belüftung des Nutzbodens eine hervorragende und wirksame Bearbeitungsmethode. Ist der Boden jedoch gut in Schuss, reicht eine oberflächliche Belüftung aus. Dafür die Spatengabel spatentief in die Erde stecken und einfach hin und her bewegen – so wird der Gartenboden Stück für Stück schön aufgelockert. Danach Kompost als Dünger auf die gesamte Fläche verteilen.



Was Sie sonst noch für Ihren Nutzgarten wissen sollten:


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