Getreidemühlen

Getreidemühlen – welche Unterschiede gibt es, wo liegt der Nutzen?

Wer seine Ernährung auf eine vollwertige Küche umstellen möchte, der kommt nicht umhin, eine Getreidemühle anzuschaffen.

Denn hochwertige Mehle und Flocken vertragen keine lange Lagerung und wenn sämtliche wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben sollen, so lohnt sich die Anschaffung einer Getreidemühle in jedem Fall.

Natürlich sind damit Kosten verbunden, aber der bessere Geschmack der frischen Flocken und das Wissen um die gesündere Nahrung bewirken, dass sich die Anschaffung rasch wieder rechnet.

Getreide sind verschiedene Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Eiweißbausteine enthalten. All diese Stoffe sind für die Gesundheit nicht zu entbehren. Allerdings gehen viele dieser Stoffe schon wenige Stunden nach dem Mahlen verloren.

Um aber der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun, sollten die Flocken und Mehl selbst hergestellt werden. Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten, wie die elektrische Getreidemühle, die Handgetreidemühle oder den Flocker. Auf diese drei Varianten soll im Folgenden kurz eingegangen werden.


Grundsätzliches zu den Mahlwerken der Getreidemühlen

Es gibt Getreidemühlen mit Stahlkegelmahlwerken, sie funktionieren nach dem Prinzip der alten römischen Getreidemühlen. Sei verwenden dabei ein reibendes und schneidendes Prinzip und arbeiten annähernd so fein wie die Steinmahlwerke. Sie sind vor allem für das Mahlen von Ölsaaten geeignet.

Mit den Steinmahlwerken hingegen lässt sich besonders feines Mehl erzeugen. Die Körner werden hier von außen nach innen geschält und sehr schonend gemahlen. Insgesamt beschränkt sich das Angebot bei den Mahlwerken auf zwei Versionen. Mahlwerke aus Naturstein gibt es kaum noch, das Angebot zeigt Mahlwerke aus Stahl oder aus Korund und Keramik.

Mahlwerke aus Stahl sind im Vergleich zu den Mahlwerken aus Korund preisgünstiger. Allerdings schneiden die Metallmahlwerke eher, als dass sie zerreiben. Das Mehl erhält so eine Konsistenz, die dem Grieß ähnelt. Für das feine Backen sind solche Mehle weniger gut geeignet.

Korund hingegen ist das zweithärteste Material überhaupt auf der Welt, übertroffen nur vom Diamanten, und daher besonders langlebig. Die Mahlwerke aus Korund schärfen sich selbst und konnten sich auch aus diesem Grund in den letzten Jahren auf dem Markt durchsetzen.


Elektrische Getreidemühlen

Wer regelmäßig für mindestens zwei Personen Kuchen backen, Pizza oder Plätzchen herstellen möchte und dafür die entsprechende Menge Mehl benötigt, der kommt um die Anschaffung einer elektrischen Getreidemühle kaum herum.

Sie ist um einiges schneller, als die mechanische Mühle. Allerdings ist die elektrische Getreidemühle auch etwas kostenintensiver, die Preise reichen von etwa 160 Euro bis zu 500 Euro. Die Größe des Gerätes selbst spielt bei den Kosten eine Rolle, aber auch die Leistung des Motors. Zudem ist das Material, aus dem das Gehäuse hergestellt wurde ebenfalls wichtig, genauso, wie die Verarbeitung der gesamten Mühle.

Welche Version der elektrischen Getreidemühle gewählt wird, hängt natürlich von der Anzahl der Personen ab, die versorgt werden müssen. Eine große Mühle ist besser geeignet, wenn es gilt, das tägliche Brot selbst herzustellen oder größere Mengen von Backwaren zuzubereiten.

Was das Äußere der elektrischen Mühle angeht, so spielt hier in erster Linie der Geschmack des Käufers eine Rolle. Elektromühlen gibt es aus Kunststoff, aber auch aus Holz. Gerade die Mühlen aus Holz wirken eher schmückend in einer Küche. Dabei gibt es die Holzmühlen in verschiedenen Ausführungen, wie Buche, Wildkirsche oder Ahorn. Je edler das Holz ist, desto teurer ist natürlich auch die Maschine. Zum Schutz des Holzes wird dieses meist mit umweltfreundlichem Leinölfirnis behandelt.

Die elektrischen Getreidemühlen verfügen über einen leistungsfähigen Industriemotor. Damit sich das Getreidegut nur wenig erwärmt, ist ein hoher Kupferanteil in den Maschinen verarbeitet. Damit sind die Vitamine, die nicht hitzebeständig sind, geschützt. Die Motoren sind übrigens inzwischen sehr leise geworden, die Lautstärke liegt um 70 Dezibel. Rund 150 Gramm Weizen pro Minute können bei der Feineinstellung gemahlen werden.

Zur Reinigung der Getreidemühle reicht es meist schon, trockene Körner auf grober Stufe zu mahlen. Generell ist die Reinigung nur selten notwendig, aber wenn zum Beispiel feuchtes Mahlgut verarbeitet wurde, kann es nötig werden. Durch die Vibrationen beim Mahlen der trockenen Körner werden die Mahlkammern gut gesäubert.

Handgetreidemühlen

Handgetreidemühlen werden am besten verwendet, wenn nur eine oder zwei Personen mit Mehl versorgt werden sollen.

Wer sein Brot nicht selbst backen möchte, der ist mit einer Handmühle gut beraten. Handmühlen sind sowohl aus Kunststoff, als auch aus Holz erhältlich, das ist vergleichbar mit den Mühlen, die elektrisch zu betreiben gehen.

Viel Wert wird von Seiten einiger Hersteller darauf gelegt, dass die Mühlen schmückend wirken. Sie machen sich sehr gut in einer Landhausküche. Gereinigt werden müssen die Handgetreidemühlen nur selten und auch hier kann es ausreichend sein, trockene Körner grob zu mahlen. Ansonsten hilft auch ein kleiner Pinsel, das Mahlwerk zu reinigen. Wirklich auseinander genommen werden muss das Gerät nicht, das kann höchstens der Fall sein, wenn Ölsaaten in einer Mühle zerkleinert wurden, die nicht für so etwas hergestellt wurde.

Die Feinheiten können individuell eingestellt werden, von Schrot bis Mehl. Daher ist die Handgetreidemühle auch für jeden Bedarf geeignet. Handgetreidemühlen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen. Die gewählte Größe hängt natürlich von dem zu verarbeitenden Mahlgut ab. Dabei ist der Gebrauch der Mühle kinderleicht. Die Kurbel ist übrigens entweder seitlich oder oben angebracht, meist mit einem Kugellager, so dass sie sehr leichtgängig ist. Die Preise für Handgetreidemühlen variieren sehr stark, es gibt Modelle für unter 100 Euro, aber auch solche, die mehr als 600 Euro kosten. Hier spielt der eigene Bedarf eine Rolle, welches Modell am Ende gewählt wird.

Flockenquetscher (Flocker)

Viele der Getreidemühlen sind als Kombigeräte zu bekommen, es gibt sie aber auch einzeln: die Flockenquetscher, auch Flocker genannt. Mit diesen Flockern ist es möglich, Getreideflocken selbst herzustellen, was natürlich einen Mehrgewinn für die eigene Gesundheit bedeutet. Die Flocken müssen dabei nicht einmal täglich frisch hergestellt werden, sie können auch über einige Zeit gelagert werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass die verarbeiteten Flocken sauber waren und keine Verunreinigungen aufwiesen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass der Trichter des Flockers abnehmbar ist. So kann dieser leicht gereinigt werden, wenn andere Flocken verarbeitet werden sollen. Wer zum Beispiel für ein Müsli Flocken quetschen möchte, der wird sicherlich verschiedene Getreidesorten verarbeiten wollen.

Neben den genannten Kombigeräten und mechanisch zu bedienenden Getreideflockern, gibt es auch solche, die elektrisch betrieben werden können. Darüber hinaus gibt es Modelle, die einfach auf eine Küchemaschine aufgesetzt werden. Wer aber häufig seine Flocken selbst herstellen möchte oder größere Mengen zu verarbeiten hat, wird sicherlich auf den elektrischen Getreideflocker zurückgreifen.

In der Regel arbeiten die Getreideflocker mit Zahnrädern, die sich gegenseitig antreiben. Nur ein einziger Hersteller arbeitet ohne diese Zahnräder, daher lässt sich dessen Flocker leichter reinigen.

Ansonsten kann der Flocker auch von Kindern bedient werden, mit Hilfe einer Kurbel wird das Gerät in Gang gesetzt und der Kraftaufwand dafür ist minimal.

Teilweise kann es sinnvoll sein, die Getreidekörner vor dem Quetschen einige Zeit einweichen zu lassen. Dann ist die Schale schon etwas weicher und die Flocken lassen sich leichter herstellen.

Auch mit einer größeren Kurbel lässt sich Kraft sparen, allerdings wird dann der Drehradius größer und Kinder können meist nicht mehr mit anfassen.

Die Preise für einen Flocker aus Holz bewegen sich zwischen 60 und 170 Euro, für einen elektrischen Flockenquetscher müssen rund 250 Euro hingeblättert werden. Dafür können damit aber auch größere Mengen in kürzerer Zeit gequetscht werden.

Es gibt sowohl Modelle für den Tisch, als auch für die Wand. Die Flocker, die mit einem Adapter für die Küchenmaschine funktionieren, sind schon für rund 80 Euro erhältlich. Sie lassen sich allerdings schwerer reinigen und sind auch lauter, als ein elektrischer Flockenquetscher.

Unterschiede zwischen den Herstellern

Gerade bei den Einstellungen lassen sich Unterschiede zwischen den Herstellern feststellen. So gibt es eine Hebelverstellung bei den Mühlen von Schnitzer und bei hawos. Bei KoMo und den Mühlen von Waldner erfolgt die Verstellung des Trichters durch ein einfaches Drehen desselben. Der Verstellbereich ist damit nahezu unbegrenzt von ganz grob bis ganz fein. Wird der Trichter weiter gedreht, so öffnet sich die Mahlkammer. Bei den Mühlen von Salzburger und bei der hawos “easy” kann die Exzenterverstellung mit Hilfe eines Drehknopfes vorgenommen werden.

Ein anderer Unterschied liegt in der Größe der Getreidemühlen.

Nimmt man das Beispiel der Handmühlen, so sind hier deutliche Unterschiede erkennbar. Einige Mühlen sind unhandlich, da sie am besten an einer Wand befestigt werden müssen. Dazu zählen etwa Farina, Zassenhaus oder Kornkraft Mulino.

Ganz leicht sind hingegen die Mühlen Ligno Petit von Schnitzler oder Vagabund von Kornkraft. Wer also auch auf Reisen oder im Hotel auf seine selbst gequetschten Flocken nicht verzichten möchte, der sollte über den Kauf einer solchen leichten und kleinen Mühle nachdenken.

Die Kornkraft Mulino und Zassenhaus 190 BU sind besonders leichtgängig.

Die Mühlen von hawos sind dafür bekannt, praktisch unzerstörbar zu sein. Sie sind besonders robust, allerdings handelt es sich bei diesem Hersteller um einen Anbieter von elektrischen Getreidemühlen. Er stellt nur eine einzige Handmühle her, diese trägt aber auch das Wissen aus vielen Jahren des Mühlenbaus in sich.

Vor dem Kauf einer Getreidemühle sollte einmal ein Probemahlen stehen. Denn die Mühlen mahlen alle unterschiedlich und was der eine für gut befindet, muss für den anderen noch lange nicht ausreichen. Außerdem kann es sinnvoll sein, ein Sieb für das Aussieben der letzten groben Bestandteile im Mehl zu nutzen, falls dieses für Feingebäck hergestellt wurde.

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