Bananenbaum richtig überwintern

Der Bananenbaum ist in rund 70 verschiedenen Arten erhältlich, welche mitunter unterschiedliche Ansprüche an die richtige Überwinterung stellen. Manche bevorzugen kühle, dunkle Räume, andere fühlen sich bei wärmeren Temperaturen wohl, wenn draußen eisige Temperaturen herrschen. Dementsprechend sollten Hobbygärtner vorab wissen, um welche Art Bananenbaum es sich handelt, die er fachgerecht überwintern lassen möchte.


Generelle Winterruhe

Grundsätzlich benötigen alle Bananenbäume eine Winterruhe, gleich, ob es sich um eine Zimmer- oder Garten handelt. Die Winterruhe dauert circa drei Monate. Sie beginnt je nach Temperaturverhältnissen, in der Regel im November und endet spätestens Ende Februar.
Während dieser Ruhephase stellt der Bananenbaum seinen Wachstum ein, weshalb hier auch von einer Vegetationspause gesprochen wird.

Um diese bestmöglich zu durchlaufen, empfiehlt es sich, den Bananenbaum stets kühler zu stellen. Ein mollig-warmes Wohnzimmer oder Standorte in der Nähe von Heizkörpern oder Kaminen, eignen sich nicht für die Winterruhe. Kühle Hausflure oder Schlafzimmer sind die bessere Standortwahl zum Überwintern einer Bananenpflanze.

Wird den Bananenstauden keine optimale Winterruhe erlaubt, indem sie zu warm gestellt werden, wird im folgenden Frühjahr das Wachstum weniger kräftig ausfallen und braune Blätter schädigen zusätzlich die Optik.

Überwinterung

Trotz der zahlreichen Bananenbaum-Arten, spielen bei der Überwinterung vor allem die ursprüngliche Herkunft der Bananenpflanze eine wesentliche Rolle. Hier findet eine Gruppierung in drei Bereiche statt, welche Aufschluss über die Überwinterungstemperaturen geben:

  • Arten aus gemäßigten Klimazonen – meist winterhart
  • Arten aus den subtropischen Gefilden – nicht winterhart, benötigen aber kühle Temperaturen
  • Arten aus tropischen Gebieten – absolut nicht winterhart, benötigen wärmere Temperaturen

Überwintern tropischer Bananenbäume

Die Bananenpflanze aus den Tropen abstammend, zählt zu den am meist verbreitetsten Stauden in Mitteleuropa. Überwiegend werden sie als Zimmerpflanze genutzt, wenngleich sie im Garten in den Sommermonaten besonders gut gedeiht.
Allerdings ist sie sehr kälteempfindlich, sodass sie rechtzeitig zum Einbruch kälterer Temperaturen idealerweise in einem Raum/Gebäude warm gestellt werden sollte.

  • Eingepflanzte Bananenpflanzen in einen Kübel umpflanzen
  • Optimale Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius in der Winterruhe
  • Spätestens ab Mitte September aus dem Freiland rein holen
  • Lichtverhältnisse: hell – kein direktes Sonnenlicht
  • Gegebenenfalls eine Pflanzenleuchte installieren
  • Geeigneter Standort zum Überwintern: Hausflure, kühle Schlafzimmer

Überwintern von subtropischen Arten

Bananenpflanzen aus subtropischen Gefilden sind in Europa zum Beispiel als Zierbananenbaum bekannt – botanischer Name: Ensete ventricosum. Dieser verfügt über rot gefärbte Blattmittelrippen. Er verträgt in der winterlichen Jahreszeit mehr Kälte, als tropische Bananenpflanzen.

Im Außenbereich können subtropische Bananenbäume entsprechend länger bis in den Herbst hinein, verbleiben. Sobald die Außentemperaturen deutlich unter 10 Grad Celsius fallen, sollte der Baum zum Überwintern ins Haus geholt werden.

  • Eingepflanzte Bananenpflanzen in einen Kübel umpflanzen
  • Optimale Raumtemperatur zwischen 10 Grad Celsius und 15 Grad Celsius in der Ruhepause
  • Spätestens ab 5 Grad Celsius Außentemperatur aus dem Freiland rein holen
  • Lichtverhältnisse: je kühler, desto dunkler
  • Geeigneter Standort: Keller oder Garage
  • Bis Mitte Mai im Warmen belassen

Ist der Bananenbaum winterhart?

Der Klassiker unter den winterharten Bananenstauden ist die Musa basjoo. Sie stammt wie viele andere Arten, aus den wärmeren gemäßigten Klimagebieten Japans und wird auch als Faserbananenstaude bezeichnet.

Winterhart sind diese Stauden im eigentlichen Sinne nicht. Sie zeigen sich lediglich frostresistenter, als tropische oder subtropische Bananenarten. So können sie zum Beispiel im Außenbereich stehen oder im Beet eingepflanzt bleiben, sofern der Winter nicht über zu lange Frostperioden verfügt. Empfehlenswert ist es, “winterharte” Bananenstauden geschützt hinter einem Sichtschutzelement zu stellen, um ihnen einen optimalen Winterschutz vor kalten Winden zu bieten, wie es hier zu finden ist.

  • Optimale Umgebungstemperatur zwischen 3 2 Grad Celsius und 5 Grad Celsius in der Winterruhe
  • Spätestens ab einer Außentemperatur von 5 Grad Celsius mit Winterschutz beginnen
  • Lichtverhältnisse im Garten: dunkel bis halbschattig
  • Geeigneter Standort: im Außenbereich oder Gartenhaus
  • Im Garten stets geschützt hinter einem Sichtschutzelement oder ähnlichem stellen


Winterharte Arten:

Neben der Musa bajoo sind in Europa zahlreiche andere Bananenstauden erhältlich, die sich ebenso winterhart zeigen Die bekanntesten Sorten sind:

  • Goldener Lotus – Musella lasiocarpa
  • Wilde Waldbananen – Musa yunnanensis
  • Silber-Bananenstaude – Musa balbisiana
  • Darjeeling Banane – Musa sikkimensis
  • Blaue Burmesische Bananenstaude – Musa itinerans
  • Cheesman Bananen – Musa cheesmanii

Winterschutz

Bananenstauden zeigen sich auch trotz ihrer “Winterhärte” sehr empfindlich gegenüber Wind, vor allem, wenn dieser kalt ist. Umso wichtiger ist es, eingepflanzte Exemplare mit einem gesonderten Kälte- und Windschutz auszustatten.
Wer keine Sichtschutzelemente an dem Standort zu Verfügung stellen kann, dem stehen weitere Möglichkeiten zur Auswahl, die auch zusätzlich zu Windschutzwänden sinnvoll sind.

Eine einfache Methode ist das Einwickeln mit einem Jutesack. Dieser sollte von unten beginnend, gleichmäßig schräg nach oben verlaufen und den gesamten Baum umschließen. Es ist darauf zu achten, dass die Blätter beim Einwickeln noch oben zeigen, damit sie nicht abknicken. Dies könnte offene Baumstellen provozieren, die dann unentdeckt bleiben und ein Krankheitsrisiko darstellen.

Eine weitere Möglichkeit bietet eine ausrangierte Regentonne. Hier wird einfach der Boden abgetrennt und das Fass über den Baum gestülpt. Hier ist darauf zu achten, dass der Stamm nicht über den Tonnenrand hinausragt. Gegebenenfalls ist ein Rückschnitt erforderlich.

Der Boden im Wurzelbereich sollte mit Tannenadeln, Reißig oder Laub spätestens dann abgedeckt werden, wenn die Temperaturen unter 5 Grad Celsius sinken werden.

Schneiden

Prinzipiell müssen Sie die Blätter von Bananenbäumen vor der Vegetationspause nicht zurückschneiden. Allerdings wachsen sie manchmal sehr schnell nach oben und/oder in die Breite, sodass ein Rückschnitt sinnvoll ist.

Je nach Witterungsverhältnissen ist Ende August für tropische und subtropische sowie Mitte September der optimale Zeitpunkt zum Zurückschneiden. So verbleibt ihnen bis zum Beginn der Winterruhe ausreichend Zeit, notwendige Nährstoffe für die Ruhepause anzusammeln, da ein Rückschnitt erst einmal die Pflanze auslaucht, bis sie dann wieder in voller Pracht erscheint.

Die Blätter werden circa fünf Zentimeter vor dem Stamm mit einem scharfen Messer abgeschnitten. In welcher Höhe der Stamm abgeschnitten werden soll, hängt von der Winterschutz-Höhe beziehungsweise dem zu Verfügung stehenden Platzangebot zum Überwintern ab. Theoretisch kann der Stamm nahezu vollständig abgeschnitten werden, sodass maximal noch 10 bis 15 Zentimeter aus der Erde oder dem Substrat ragen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass ein abgeschnittener Stamm im Frühjahr oft neue Ableger bildet, welche die Bananenpflanze über den Sommer hinweg wieder breit werden lässt.

Da die Bananenpflanze nach dem Zurückschneiden “blutet” ist sie vor allem an feuchten Tagen empfindlich gegenüber Krankheitserregern. Die Schnittstellen sollten deshalb unbedingt mit Kohlepulver abgedeckt werden. Zudem sollte das Zurückschneiden an einem trockenen Tag erfolgen, damit die Luftfeuchtigkeit die Wunden nicht unnötig offen hält.

Gießen und düngen im Winter

Sobald Bananenbäume in ihr Überwinterungslager gebracht werden, reduziert sich vor allem während der Vegetationspause von November bis circa Februar der Wasserbedarf immens. Sie können sich an der Erde beziehungsweise dem Substrat orientieren, welche Konsistenz diese besitzt. Der optimale Gießzeitpunkt ist dann gegeben, wenn sich die Erde/das Substrat bereits am Kübelrand leicht absetzt. Dann ist der Moment gegeben, in dem die Trockenheit außen sichtbar wird und nun langsam bis zu dem Wurzelbereich und dem Kübelinneren durchdringt. Da Bananenbäume aber niemals ganz austrocknen dürfen, ist hier jetzt der richtige Zeitpunkt gegeben, die Pflanze zu ein wenig gießen. Übrigens gilt: je dunkler und kälter die Pflanze steht, desto weniger muss gegossen werden.

Bei winterharten Bananenbäumen im Gartenbeet besteht kein Gießbedarf im Winter. Die meist hohe Feuchtigkeit sorgt für ein ausgewogenes Feuchtigkeitsverhältnis von Erde und Wurzeln.

Folgende Ratschläge sollten bei der Kübelhaltung einer Bananenpflanze beherzigt werden:

  • Immer kalkfreies Wasser nutzen
  • Vermeidung von Staunässe
  • Stets von oben gießen
  • Kübel niemals ohne Untersetzer zum Wasserablauf aufstellen
  • Im Monatsrhythmus mit herkömmlichen Dünger für Stauden oder Grünpflanzen düngen

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